Löw bedauert Äußerungen über Schmelzer

Joachim Löw

Pressekonferenz vor dem Schweden-Spiel

Löw bedauert Äußerungen über Schmelzer

Nach atmosphärisch angespannten Wochen bemühte sich Joachim Löw vor dem Spiel gegen Schweden um Harmonie und nahm auch seine Äußerungen gegenüber Dortmunds Verteidiger Marcel Schmelzer zurück.

Der Bundestrainer nutzte die abschließende Pressekonferenz vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden, um Fehler im Umgang mit dem Nationalspieler einzuräumen. "Ich habe mir meinen Wortlaut noch einmal angeschaut, das war sehr, sehr unglücklich", sagte Löw am Montag (15.10.12). "Ich habe darüber mit ihm auch noch mal gesprochen." Löw hatte Außenverteidiger Schmelzer vor dem 6:1-Sieg in Irland ungewöhnlich scharf kritisiert. "Er hat gegen Österreich kein gutes Spiel gemacht. Viele Alternativen gibt es jetzt auch nicht, also müssen wir mit Schmelzer die nächsten zwei, drei, vier fünf Monate weiterarbeiten. Das werden wir auch, und Alternativen schaffen", hatte Löw gesagt.

"Wortwahl nicht in Ordnung"

Am Montag stellte Löw nun klar, dass die Wortwahl "nicht in Ordnung" gewesen sei. "Das war nicht mein Ansinnen, das so zu machen. Wer mich kennt, weiß, dass ich Spieler nicht in der Öffentlichkeit so kritisiere", sagte Löw. Er vertraue dem 23 Jahre jungen Schmelzer, der gegen Schweden sein zehntes Länderspiel auf der deutschen Problemposition absolvieren soll.

Löws Aussagen hatten hohe Wellen geschlagen. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte umgehend beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) interveniert und laut eigener Aussage "deutlich" seine Meinung dargestellt. Selbst Oliver Bierhoff, der Manager der Nationalmannschaft, bezeichnete Löws Kritik als "unglücklich" und "sicher nicht so gemeint". Löw war bemüht, die atmosphärischen Störungen der vergangenen Wochen zu beenden. Die Turbulenzen und die Kritik nach dem EM-Halbfinalaus gegen Italien hätten ihn "definitiv nicht" verändert, bekräftigte Löw und zerstreute zugleich Spekulationen über eine mögliche Amtsmüdigkeit: "Warum sollte ich verzweifelt sein? Wir sind die Nummer zwei der Welt und bleiben unserer großen Linie treu. Meine Motivation ist ungebrochen."

Kroos als wahrscheinlicher Khedira-Ersatz

Sportlich betrachtet steht die DFB-Auswahl in der WM-Qualifikation nach der Galavorstellung von Dublin weiterhin die Maximalausbeute zu Buche. Vor dem Spiel gegen Schweden, dem wohl härtesten Konkurrenten um den Gruppensieg, hat der Bundestrainer nur ein Problem zu lösen. Die deutsche Elf wird am Dienstagabend im Berliner Olympiastadion wahrscheinlich ohne Sami Khedira auskommen müssen, der wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel weiter intensiv behandelt wird.

Als Ersatzmann im defensiven Mittelfeld steht der Münchner Toni Kroos parat, der schon in Dublin für Khedira eingewechselt worden war und zwei Tore erzielte. "Toni Kroos ist für uns in dieser Form ein ganz wichtiger Spieler", erklärte Löw. Der Bundestrainer kündigte an, dass Kapitän Philipp Lahm nach seiner Sperre ins Team zurückkehre. Die Zielsetzung, dies stellte Torjäger Miroslav Klose nochmals klar, ist der vierte Sieg im vierten Spiel der WM-Qualifikation: "Wir können die Schweden sechs Punkte auf Abstand bringen."

sid/dpa | Stand: 15.10.2012, 15:39