Auch Khedira wehrt sich gegen Kritik

Sami Khedira im Spiel gegen Italien

Vor dem Spiel gegen Argentinien

Auch Khedira wehrt sich gegen Kritik

Argentinien vor der Brust, Italien immer noch im Hinterkopf: Die Niederlage im EM-Halbfinale und die Kritik daran sitzt auch bei Sami Khedira nach wie vor sehr tief.

Der Stachel sitzt nach wie vor tief. Auch vor dem Testländerspiel der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch (15.08.12) gegen Argentinien haben die deutschen Spieler die Niederlage im EM-Halbfinale gegen Italien noch nicht verdaut. "Wir waren sehr enttäuscht. Wir haben nicht unsere beste Leistung gezeigt und sind zurecht ausgeschieden", sagte Sami Khedira auf einer DFB-Pressekonferenz vor dem Spiel gegen die Südamerikaner. Auf die harsche Kritik nach dem EM- Aus regierte Khedira teilweise mit Unverständnis. "Wir müssen uns sportliche Kritik gefallen lassen", sagte der Mittelfeldmann von Real Madrid: "Was danach kam war sehr hart, sehr persönlich, teilweise beleidigend und hatte nichts mit dem Sport zu tun. Ob das die feine englische Art war, weiß ich nicht."

Hymnen-Diskussion "aufgebauscht"

Die Diskussionen um das Nicht-Mitsingen der Hymne hält der Mittelfeldspieler für "künstlich aufgebauscht". "Es wurden irgendwelche Gründe fürs Ausscheiden gesucht. Es hat bestimmt nicht daran gelegen, dass Italien vor dem Spiel die Hymne enthusiastischer gesungen hat. Italien hat auch vor dem Finale gegen Spanien die Hymne so gesungen und verloren. Ich werde die Hymne jedenfalls auch weiterhin nicht singen", sagte Khedira.

Gegen Italien habe die Durchschlagskraft gefehlt. "Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen, waren nicht kaltschnäuzig genug und zu lieb", sagt Khedira. "Wir wollten mit einer veränderten Taktik den Gegner überraschen, das hat nicht funktioniert. Aber wir hatten auch Pech und hätten unsererseits in Führung gehen können", sagt der ehemalige Stuttgarter. Am Ende hätten Kleinigkeiten entschieden. Das meinte auch Marco Reus. "Die waren einfach geiler drauf, ein Tor zu schießen und das Spiel zu gewinnen", sagte der "Fußballer des Jahres".

Volles Vertrauen in Löw

Khedira und Reus gehen deshalb mit vollem Vertrauen in Joachim Löw in die neue Länderspiel-Etappe bis zur WM 2014. "Wir haben ihm zu hundert Prozent vertraut. Wir vertrauen ihm zu hundert Prozent. Daran gibt es überhaupt keine Zweifel, weil er ein hundertprozentiger Fachmann ist", versicherte Khedira. "Es zeigt die Stärke des Trainers, dass er riskante Entscheidungen trifft. Niemand macht ihm Vorwürfe zur Aufstellung", sagte der Führungsspieler Khedira und unterstrich die Verantwortung der Spieler für das verfehlte Titelziel: "Wir haben es nicht zu hundert Prozent umgesetzt."

Reus: "Neustart"

Beide sehen das Team jedoch auf einem guten Weg. "Wir sind dominanter und reifer geworden, haben uns fußballerisch verbessert und sind in der Breite flexibler und nicht abhängig von einzelnen Spielern", sagte Khedira: "Wir sind auf einem guten Weg. Natürlich fehlt uns ein Titel, aber daran werden wir hart arbeiten." Das meinte auch Reus: "Die Sache ist gegessen, wir müssen nach vorne schauen und einen richtigen Neustart machen."

Stand: 14.08.2012, 13:54