Jahresabschlüsse der DFB-Elf - zwischen Feier und Farce

Farce oder Feier? sportschau.de blickt zurück auf die Jahresabschlüsse des DFB-Teams in diesem Jahrtausend.

Jubelnde Nationalspieler

So jubelten die deutschen Nationalspieler bei ihrem letzten Spiel vor einem Jahr gegen die Niederlande. Von diesen vier Spielern fehlen am Mittwoch (14.11.12) Miroslav Klose, Mesut Özil und Sami Khedira. Und der einzig Verbleibende aus diesem Quartett ätzt: "Das ist ein Klassetermin, auf den wir uns alle freuen. Da werden wir mit voller Leidenschaft unser Land vertreten und das tun, wofür wir alle geboren wurden: Für Deutschland Fußball spielen." So Thomas Müller mit beißender Ironie. Farce oder Feier - sportschau.de blickt zurück auf die DFB-Jahresabschlüsse in diesem Jahrtausend.

So jubelten die deutschen Nationalspieler bei ihrem letzten Spiel vor einem Jahr gegen die Niederlande. Von diesen vier Spielern fehlen am Mittwoch (14.11.12) Miroslav Klose, Mesut Özil und Sami Khedira. Und der einzig Verbleibende aus diesem Quartett ätzt: "Das ist ein Klassetermin, auf den wir uns alle freuen. Da werden wir mit voller Leidenschaft unser Land vertreten und das tun, wofür wir alle geboren wurden: Für Deutschland Fußball spielen." So Thomas Müller mit beißender Ironie. Farce oder Feier - sportschau.de blickt zurück auf die DFB-Jahresabschlüsse in diesem Jahrtausend.

Auch die aussagekräftigen Gesten Mehmet Scholls konnten 2000 nicht die 1:2-Niederlage in Dänemark verhindern. Es war die erste Pleite im vierten Spiel für Teamchef Rudi Völler. Völler musste in dieser Partie die Absagen von Jeremies, Rehmer, Beinlich, Ballack und Deisler hinnehmen.

Keinerlei Absage dagegen im finalen Spiel des Jahres 2001. Denn da ging es schließlich um die WM-Qualifikation. Und die machten die Deutschen im Playoff-Rückspiel gegen die Ukraine mit 4:1 perfekt.

Jahresabschlusspartien gegen "Oranje" haben fast schon Tradition für die DFB-Teams. So auch 2002 im Testspiel in Gelsenkirchen. Die deutsche Elf spielte engagiert und ohne Ramelow, Wörns und Hamann. Am Ende gab's hängende Köpfe, denn die Niederländer gewannen mit 3:1.

Gelsenkirchen scheint für die deutschen Jahresabschlüsse kein gutes Pflaster zu sein. Denn auch 2003 setzte es dort in der letzten Partie des Jahres gegen Frankreich eine Niederlage. Trotz engagierter Leistung musste Oliver Kahn dreimal das Leder aus seinem Tor holen. 3:0 hieß es am Ende für die "Bleus".

Zum Abschluss der Asienreise musste die Elf von Trainer Jürgen Klinsmann 2004 gegen Thailand ran. Dabei stellte Klinsmann selbst das Team auf zentralen Positionen um. So durfte Per Mertesacker in der Abwehr für Christian Wörns ran. Am Ende stand ein standesgemäßes, aber keineswegs glanzvolles 5:1 für das DFB-Team.

Auch im letzten Länderspiel des Jahres 2005 experimentierte Klinsmann. Im Pariser Stade de France spielten gegen Gastgeber Frankreich Lehmann für Kahn, Huth für Metzelder, Jansen für Schweinsteiger und Klose für Neuville. Äußerst engagiert sorgte die Klinsmann-Elf beim 0:0 für einen versöhnlichen Jahresabschluss.

Von versöhnlich konnte 2006 nicht die Rede sein. Das DFB-Team zeigte seine bislang schwächste Vorstellung in der noch jungen Ära Löw und musste sich in der EM-Qualifikation auf Zypern mit einem 1:1 zufrieden geben. Für die phasenweise reichlich ungeordnete deutsche Elf traf Michael Ballack.

Eher den Stempel "Farce" verdient die letzte deutsche Partie im Jahr 2007. Obwohl wieder ein EM-Qualifikationsspiel anstand, agierte das Team nur halbherzig und enttäuschte dafür komplett. Ein schmeichelhaftes 0:0 sprang am Ende für Podolski und Co. in Frankfurt raus. Apropos: Der Gegner hieß Wales.

Köpfchen zeigte Englands John Terry nicht nur in dieser Szene mit Lukas Podolski. Mit seinem späten Kopfballtreffer versetzte er der DFB-Elf in Berlin 2008 den entscheidenden Nadelstich. Deutschland unterlag im Länderspiel mit 1:2. Joachim Löw hatte übrigens auf vier Positionen umgebaut. Compper, Schäfer und Wiese feierten ihre Länderspielpremieren.

Unter besonderen Vorzeichen stand der DFB-Jahresabschluss 2009. Denn kurz vor der Partie gegen die Elfenbeinküste in Gelsenkirchen hatte sich Torwart Robert Enke das Leben genommen. Die Partie sollte ein Schritt zurück in die Normalität werden. Letzlich hieß es nach einem ansehnlichen und temporeichen Spiel 2:2.

2010 nutzte Joachim Löw die letzte Partie des Jahres gegen Schweden für Experimente. So debütierten Götze, Schürrle, Holtby und Schmelzer. Nach bemühter, aber nicht besonders effektiver Leistung der deutschen Mannschaft blieb es in Göteborg bei einem torlosen 0:0.

2011 versüßte die DFB-Elf das 75. Länderspiel von Joachim Löw mit einer Klasseleistung gegen die Niederlande. Auch in Hamburg hatte der Nationaltrainer im Vergleich zur vorherigen Partie auf fünf Positionen umgestellt. Deutschland gewann schließlich das Prestigeduell gegen den Nachbarn mit 3:0 und feierte damit den ersten Sieg gegen Oranje seit 1996. Ein Spiel mit Signalwirkung, das die deutsche Mannschaft unter die Topfavoriten für die EM 2012 katapultierte.