Das Motto heißt "Vertrauen zurückgewinnen"
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DFB-Team testet gegen Argentinien
Das Motto heißt "Vertrauen zurückgewinnen"
Sportlich mag der Test gegen Argentinien für das DFB-Team von untergeordneter Bedeutung sein. Wichtig ist er dennoch: Der Bundestrainer und sein Team müssen nach dem verpassten EM-Titel verspieltes Vertrauen zurückgewinnen.
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Bundestrainer Joachim Löw hatte zu Wochenbeginn in einer Grundsatzrede seine Spieler gegen viele Vorwürfe verteidigt. Im Länderspiel gegen Argentinien steht seine Mannschaft auch deshalb besonders in der Pflicht. Den markigen Worten ihres Trainers muss das DFB-Team Taten folgen lassen. Der 500. Länderspielsieg soll Trainer, Nationalspieler und Fans nach dem EM-Frust wieder vereinen.
Khedira: "Fans begeistern"
Gegen Weltfußballer Lionel Messi und Co. wollen der Bundestrainer und sein personell geschwächtes Team in der fast ausverkauften Frankfurter Arena verspieltes Vertrauen auf Anhieb zurückgewinnen. "Wir haben Lust auf dieses Spiel. Wir wollen nicht nur gewinnen, sondern guten Fußball spielen, die Fans begeistern und wieder auf unsere Seite bekommen", kündigte Sami Khedira an. "Ein Spiel gegen eine Klasse-Mannschaft wie Argentinien ist ein guter Maßstab für die WM-Qualifikationsspiele im September und Oktober", betonte auch Löw.
"Geiler auf ein Tor, geiler auf einen Sieg"
Der EM-Frust soll in Vorfreude auf den Quali-Marathon gegen Schweden, Irland, Österreich, Kasachstan und Auftaktgegner Färöer verwandelt werden - auch bei den Spielern selbst. Denn der Halbfinal-K.o. gegen Italien steckt auch ihnen noch in den Knochen. "Wir haben uns am meisten über uns selbst ärgern müssen, dass wir die Leistung nicht abgerufen haben", berichtete Khedira. Auch Marco Reus ist sich dieser brisanten Situation bewusst, will aber nicht groß nachkarten: "Die Sache ist gegessen. Wir wollen einen richtigen Neustart machen und damit gegen Argentinien anfangen", sagte der Neu-Dortmunder, der vor dem Anpfiff als Deutschlands Fußballer des Jahres ausgezeichnet wird. Reus und Khedira betonten unisono, dass die Nationalmannschaft wieder "geiler auf ein Tor, geiler auf einen Sieg" werden müsse. Auch wenn der Zeitpunkt des Testspiels gegen Argentinien während der Saison-Vorbereitung eher ungünstig ist, sollen Einsatz und Ehrgeiz stimmen.
Reus im Fokus
Besondere Aufmerksamkeit wird Reus genießen. Auf ihm ruhen viele Hoffnungen. Der Dortmunder Neuzugang wird wohl auf einer der beiden Außenbahnen beginnen - und könnte sich so bei Löw nachhaltig für die Stammformation für die WM-Qualifikation empfehlen. Vor nicht einmal einem Jahr debütierte Reus in der DFB-Elf. Die überragenden Leistungen im Trikot von Borussia Mönchengladbach sicherten ihm das Ticket für die EM.
Viele Probleme, viele Baustellen
Mit Blick auf die WM 2014 in Brasilien sieht sich der Bundestrainer mit einem ganzen Haufen an Problemen konfrontiert. Eines der größten ist und bleibt die Dauerbaustelle Abwehr. Löw hat in der Viererkette viel probiert, aber in all den Jahren seiner Amtszeit keine wirklich überzeugende Lösung gefunden. Vielleicht kann Leverkusens Lars Bender, der heute vielleicht auf der rechten Seite beginnt, Abhilfe schaffen. Sorgen macht dem Bundestrainer auch Lieblingsschüler Lukas Podolski, der in entscheidenden Spielen zu oft nicht sein Leistungspotenzial abrief. Der Neuzugang vom FC Arsenal ist heute wegen des bevorstehenden Starts der Premier League nicht dabei und muss aufpassen, dass ihm im DFB-Team nicht die Felle davonschwimmen. Bayers André Schürrle etwa sitzt ihm schon im Nacken.
Der ewige Klose?
Gedanken muss sich Löw auch um den Angriff machen. Mario Gomez fehlt gegen die Argentinier verletzungsbedingt, Miroslav Klose heißt wieder einmal die Alternative als zentraler Stürmer. Der inzwischen 34-Jährige hat sich zwar die Teilnahme an der WM in zwei Jahren als Ziel gesetzt. Doch ob Fitness und Gesundheit da mitspielen, ob einer mit dann 36 Jahren tatsächlich noch den Ansprüchen eines solchen Weltturniers genügt, steht in den Sternen. Gut immerhin, dass diese Position auch von Reus besetzt werden könnte. Eine Ideallösung sieht freilich anders aus.
Argentiniens Trainer hat viel Respekt
Trotz aller deutschen Probleme singt Argentiniens Nationaltrainer Alejandro Sabella ein Hohelied aufs DFB-Team, das in bislang 19 Partien gegen Argentinien sechsmal gewann, fünfmal remis spielte und achtmal verlor. Die Löw-Truppe ist für ihn "ohne Zweifel eine der besten Nationalmannschaften der Welt. Sie haben sehr gute Spieler und ein sehr eingespieltes Team", sagte der frühere Vereinstrainer von Estudiantes de la Plata am Dienstagabend (14.08.2012) in Frankfurt. Darüber hinaus lobte er das "sehr etablierte System", "ganz unabhängig davon, dass Schweinsteiger und Lahm fehlen." Deutschland könne damit jeden Gegner beherrschen und habe auch bei der EM in vielen Spielen Dominanz ausgeübt: "Das bereitet mir Sorgen."
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Argentinien - zwei Jahre Ärger
Zwei Jahre sind seit dem 0:4 Argentiniens gegen Deutschland bei der WM in Südafrika vergangen. Für Argentinien war es eine Zeit voller Ärger, doch nun gibt es Hoffnung.
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Bloß nicht Messi ansprechen
Einen speziellen Umgang pflegt Sabella mit seinem Superstar Lionel Messi: "Er ist ein Spieler, den man in Ruhe lassen und so wenig wie möglich ansprechen sollte. Wenn er zufrieden und glücklich ist, dann kommt das der ganzen Mannschaft zugute." Unter Sabella hat Messi zuletzt auch im Nationalteam ähnlich stark gespielt wie bei seinem Verein FC Barcelona. Offen ließ Sabella, ob er gegen Deutschland mit zwei oder drei Stürmern spielen lassen wird. Sollte er sich für ein System mit nur zwei Angreifern entscheiden, müsste entweder Gonzalo Higuain von Real Madrid oder Sergio Aguero von Manchester City auf die Bank.
Die voraussichtlichen Aufstellungen
Deutschland: Zieler (Hannover 96/23 Jahre/1 Länderspiel) - Bender/Bayer Leverkusen (23/9), Hummels (Borussia Dortmund/23/19), Badstuber (FC Bayern München/23/25), Schmelzer (Borussia Dortmund/24/6) - Khedira (Real Madrid/25/32), Kroos (FC Bayern München/22/30) - Müller (FC Bayern München/22/32), Özil (Real Madrid/23/38), Reus (Borussia Dortmund/23/8) - Klose (Lazio Rom/34/121)
Argentinien: Romero (Sampdoria Genua/25/28) - Zabaleta (Manchester City/27/24), Campagnaro (SSC Neapel/32/2), Garay (Benfica Lissabon (25/6), Clemente Rodriguez (Boca Juniors/31/17) - Sosa (Metalist Charkow/27/16), Mascherano (FC Barcelona/28/81), Gago (FC Valencia (26/38), di Maria (Real Madrid/24/29) - Messi (FC Barcelona/25/70), Aguero (Manchester City/24/37)
Schiedsrichter: Eriksson (Schweden)
sid/dpa/red | Stand: 15.08.2012, 09:58