Elf Pleiten der DFB-Elf und die "Nacht von Sevilla"

Fußballspiele zwischen Deutschland und Frankreich gelten als Prestigeduelle. Das liegt vor allem an der "Nacht von Sevilla" - dem WM-Halbfinale 1982. In der Statistik hat Frankreich die Nase vorn, Deutschland kassierte schon elf Pleiten. 

Deutschland - Frankreich Bilanz

Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch (06.02.13) in Paris zum Länderspiel gegen Frankreich antritt, werden auch einige ehemalige Nationalspieler aus beiden Ländern auf der Tribüne sitzen. Aus Anlass des 50. Jubiläums des Elysee-Vertrages und des 25. Länderspiels beider Nationen sind Akteure des legendären WM-Halbfinales 1982 in Sevilla ins Stade de France eingeladen. So reisen Hans-Peter Briegel, Wilfried Hannes, Felix Magath, Uwe Reinders, Lothar Matthäus, Ulli Stielike, Hansi Müller und Toni Schumacher nach Frankreich.

Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Mittwoch (06.02.13) in Paris zum Länderspiel gegen Frankreich antritt, werden auch einige ehemalige Nationalspieler aus beiden Ländern auf der Tribüne sitzen. Aus Anlass des 50. Jubiläums des Elysee-Vertrages und des 25. Länderspiels beider Nationen sind Akteure des legendären WM-Halbfinales 1982 in Sevilla ins Stade de France eingeladen. So reisen Hans-Peter Briegel, Wilfried Hannes, Felix Magath, Uwe Reinders, Lothar Matthäus, Ulli Stielike, Hansi Müller und Toni Schumacher nach Frankreich.

Dort kann die deutsche Mannschaft nun wirklich jede Unterstützung gebrauchen. Denn die Auswärtsbilanz in Frankreich ist ungewöhnlich schlecht. In zehn Partien im Nachbarland gelang dem DFB-Team bislang nur ein Sieg - und der vor 78 Jahren. 1935 gab es ein 3:1 in Paris. Ansonsten stehen drei Unentschieden und sechs Niederlagen zu Buche.

Frankreich ist für Deutschland ohnehin ein sehr unangenehmer Gegner. Seit 1987 konnte die DFB-Auswahl nicht mehr gegen die Équipe tricolore gewinnen. Damals schoss in Berlin Rudi Völler beide Tore zum 2:1-Sieg. Insgesamt lautet die Bilanz nach 24 Spielen: sieben Siege, sechs Unentschieden und elf Niederlagen bei 40:40 Toren.

Danach setzte es nur noch Pleiten - fünf an der Zahl bei einem Remis. Die schlimmste Niederlage gab es beim 0:3 in Gelsenkirchen im November 2003. Thierry Henry und David Trezeguet nahmen die deutsche Abwehr auseinander.

Doch zurück ins Jahr 1982. An das erinnern sich die Franzosen ihrerseits überhaupt nicht gerne. Bei der WM in Spanien trafen Deutschland und Frankreich im Halbfinale aufeinander. Die Franzosen waren vor der Partie in Sevilla favorisiert. Ihr Mittelfeld mit Alain Giresse, Jean Tigana und Michel Platini galt damals als das spielstärkste der Welt. Die Deutschen hatten sich in Spanien derweil nach schwacher Vorrunden mehr oder weniger in die Runde der letzten Vier gemogelt.

Was am 8. Juli 1982 passierte, sollte danach als die "Nacht von Sevilla" in die Fußball-Geschichtsbücher eingehen. Es war das erste Spiel bei einer Weltmeisterschaft, das im Elfmeterschießen entschieden wurde. Noch heute zählt die Partie neben dem Jahrhundertspiel zwischen Deutschland und Italien bei der WM 1970 als eine der spektakulärsten in der WM-Historie.

Pierre Littbarski brachte die deutsche Mannschaft in der 17. Minute in Führung. Neun Minuten später glich Michel Platini per Elfmeter aus. In der Verlängerung brachten Marius Trésor und Alain Giresse Frankreich mit einem Doppelschlag mit 3:1 in Front - und Les Bleus sah wie der sichere Sieger aus. In der 102. Minute gelang dem erst in der Verlängerung eingewechselten Karl-Heinz-Rummenigge das 2:3, in Minute 108 traf Klaus Fischer per Fallrückzieher zum 3:3. Sein Treffer wurde zum "Tor des Jahres 1982" gewählt.

Auch das Elfmeterschießen war an Spannung nicht zu überbieten. Nachdem fünf Schützen getroffen hatten, versagten Uli Stielike die Nerven. Harald Schumacher parierte anschließend jedoch die Schüsse von Didier Six und Maxime Bossis. Horst Hrubesch schoss die deutsche Elf dann ins Finale, das gegen Italien verloren ging.

Apropos Schumacher. In der 57. Spielminute lief Patrick Battiston alleine auf das Tor des Kölner zu. Der Schlussmann rannte den Franzosen dermaßen über den Haufen, dass der bewusstlos am Boden liegen blieb und einen angebrochenen Halswirbel und eine Gehirnerschütterung davontrug. Schumacher, dessen Foul in Frankreich einen Sturm der Entrüstung auslöste, bekam dafür nicht einmal eine Verwarnung.

1986 standen sich die Kontrahenten erneut in einem WM-Halbfinale gegenüber. Beim Turnier in Mexiko trafen in Guadalajara Andreas Brehme und Rudi Völler zum 2:0-Sieg. Erneut konnte sich Frankreichs Parade-Mittelfeld um Platini nicht gegen die Nachbarn durchsetzen. Das war besonders bitter, denn Frankreich hatte zuvor Titelverteidiger Italien und Rekord-Weltmeister Brasilien geschlagen. Der Erfolg brachte dem deutschen Team erneut kein Glück, es verlor danach das Finale gegen Argentinien.