UEFA untersucht Transfers von Paris St. Germain

Neymar im Trikot von Paris St. Germain

Prüfverfahren eingeleitet

UEFA untersucht Transfers von Paris St. Germain

Auf den französischen Topklub Paris St. Germain könnte nach den Rekordtransfers des Brasilianers Neymar und des Franzosen Kylian Mbappé Ärger zukommen - die UEFA untersucht mögliche Verstöße gegen das Financial Fairplay.

Wie die Europäische Fußball-Union UEFA am Freitagabend (01.0917) mitteilte, wurde gegen PSG ein förmliches Prüfverfahren eingeleitet.

Die Untersuchungskammer der UEFA-Finanzkontrollkammer richte ihren Fokus dabei "auf die Einhaltung des Klubs in Sachen Break-Even-Anforderungen, vor allem in Bezug auf die jüngsten Transferaktivitäten".

Vereinfacht schreiben die Regeln vor, dass ein Klub nicht wesentlich mehr ausgeben darf, als er einnimmt. Jeweils in den drei zurückliegenden Jahren darf jeder Klub einen Verlust von bis zu 30 Millionen Euro verzeichnen, wenn ein Geldgeber diesen ausgleicht.

Neymar und Mbappé teuerste Spieler aller Zeiten

Paris hatte in den vergangenen Wochen mit gleich zwei Transfers im dreistelligen Millionenbereich für Aufsehen gesorgt. Zunächst wechselte der Brasilianer Neymar vom FC Barcelona für 222 Millionen Euro nach Paris.

Und kurz vor Transferschluss war auch der Transfer des Franzosen Kylian Mbappé von Meister AS Monaco zu PSG vollzogen worden. Der 18-Jährige wird für ein Jahr ausgeliehen, danach gibt es die Option auf einen Vierjahresvertrag bis 2022. Im Gespräch ist eine Ablöse von 180 Millionen Euro.

Paris St. Germain ist vollständig im Besitz einer Investorengruppe aus Katar. Der Verein äußerte sich "überrascht" angesichts der UEFA-Mitteilung. Man habe die UEFA stets über alle Transferdetails dieses Sommers informiert.

Untersuchung dauert wahrscheinlich Monate

Für die UEFA ist das Financial Fairplay seit 2011 ein zentraler Regelungsmechanismus, der darauf abzielt, die finanzielle Nachhaltigkeit des europäischen Fußballs abzusichern. Die UEFA teilte mit, sie werde sich zu dieser Angelegenheit nicht weiter äußern, während die Untersuchungen andauern.

In den kommenden Monaten werde sich die Kammer aber regelmäßig treffen, um alle Unterlagen, die den Fall betreffen, auszuwerten.

Financial Fairplay immer wieder in der Kritik

Die möglichen Sanktionen durch die UEFA reichen von einer Ermahnung über Geldstrafen bis zu einem Ausschluss aus den europäischen Wettbewerben. Der FC Malaga aus Spanien wurde 2013 von der Teilnahme an europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Große Klubs erwischte es noch nicht so hart: 2014 mussten Manchester City und Paris hohe Geldstrafen zahlen, zudem durften sie nur einen verkleinerten Kader für die Spiele in der Champions League melden.

Aufgrund der trotz der angedrohten Strafen immer weiter steigenden Ablösesummen im europäischen Fußball wird die UEFA für mangelnde Wirksamkeit des Financial Fairplays regelmäßig kritisiert.

Stand: 01.09.2017, 18:56

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