"La-Liga"-Deal - Saudische Profifußballer nach Spanien

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"La-Liga"-Deal - Saudische Profifußballer nach Spanien

Neun saudische Fußballprofis werden nach Spanien verliehen, um vor der WM vom höheren fußballerischen Niveau zu profitieren. Ob dies gelingt, wird auch die deutsche Nationalelf im Vorfeld der WM erfahren.

In Kooperation mit dem saudi-arabischen Sportministerium hat der spanische Ligaverband (LFP) einen weitreichenden Deal beschlossen. So wechselten vor rund einer Woche insgesamt neun saudi-arabische Profis von ihren jeweiligen Vereinen auf Leihbasis zu Klubs in die spanische erste und zweite Liga.

Kaum Risiken für die spanischen Vereine

Für die aufnehmenden Vereine entstehen keine Kosten. Sie müssen weder Leihgebühr oder Gehalt bezahlen, noch eine Garantie geben, den geliehenen Spieler einzusetzen. Vielmehr sollen die Vereine laut „Süddeutscher Zeitung“ zwischen einer und fünf Millionen Euro für jeden aufgenommen Spieler vom saudischen Sportministerium erhalten.

Die Gründe für diese Kooperation formuliert der spanische Ligaverband (LFP) relativ nüchtern: "La Liga ist bereits die populärste internationale Liga in dieser Region, durch die Aufnahme saudi-arabischer Spieler in die erste und zweite Liga stellen wir einen Zuschauerzuwachs sicher und erweitern unsere kommerziellen Möglichkeiten."

Rekordzahlen beim FC Villareal

Einen ersten Vorgeschmack bekam der FC Villareal bei der Präsentation seines Leihspielers Salem Al-Dawsari. Nicht nur, dass der Präsentations-Tweet über 33.000-mal retweetet wurde, - normalerweise liegt diese Kennziffer bei Villareal im unteren zweistelligen Bereich -, auch die Website des Klubs brach zusammen.

Jetzt aber den Eindruck zu erwecken, dass dieser Transfer sportlich irgendeinen Sinn ergibt, bemüht sich Villarreal gar nicht erst: "Der Verein wird damit einen Spieler im Kader haben, der helfen wird, in der arabischen Welt, wo La Liga der meistbeachtete Wettbewerb ist, Bekanntheit zu erlangen", teilt der Klub der Presse mit.

Praxis auf hohem Niveau - im Training

Auf der Gegenseite sollen die saudischen Nationalspieler, die allesamt in ihrer heimischen Liga spielen und dort mitten in der Saison sind, Praxis auf hohem fußballerischem Niveau erhalten, um bestens vorbereitet zur Weltmeisterschaft zu fahren. Ob diese Spieler die Klasse mitbringen, um auch im regulären Ligabetrieb in Spanien mitwirken zu dürfen, ist offen. Am vergangenen Spieltag wurde keiner der neun Profis eingesetzt.

WM-Generalprobe gegen Deutschland

Ob die Kooperation fruchtet und die saudischen Spieler sich verbessern, oder sogar das höhere fußballerische Niveau verinnerlichen können, wird sich schon kurz vor der kommenden Weltmeisterschaft zeigen. Am 8. Juni empfängt die deutsche Nationalmannschaft den Wüstenstaat zur WM-Generalprobe in Leverkusen.

Stand: 30.01.2018, 09:32

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