Wochen der Wahrheit für Klopp und Liverpool

Jürgen Klopp

Premier League

Wochen der Wahrheit für Klopp und Liverpool

Der FC Liverpool geht am Stock. Trainer Jürgen Klopp klagt über viele Verletzte und über viele Spiele. Jetzt kommt auch noch Tabellenführer FC Arsenal - und gleich danach stehen drei weitere wichtige Spiele an.

Eigentlich müsste die Vorfreude bei Jürgen Klopp riesig sein. Am Mittwoch (13.01.16) trifft er als Trainer des FC Liverpool in der englischen Premier League erstmals auf den FC Arsenal - und somit auch auf die beiden Weltmeister Mesut Özil und Per Mertesacker. Die Londoner kommen zudem als Tabellenführer an die Anfield Road.

Doch die Freude bei Klopp hält sich in engen Grenzen. Der Coach klagt über zu viele Spiele und zu viele Verletzte im englischen Fußball-Winter, in dem es fast ohne Pause Schlag auf Schlag geht. "Wir haben mehr Spiele als alle anderen Teams, weil wir im Ligapokal und auch noch in der Europa League sind", sagt Klopp.

In Exeter verrechnet

Er hat die ohnehin prekäre Lage zuletzt allerdings selbst verschärft. In der dritten Runde des Liga-Pokals kam er mit seinem Team zuletzt beim FC Exeter nicht über ein 2:2 hinaus. Um seine Spieler zu schonen, trat er in der Provinz mit einer B-Elf an. In England bedeutet das ein Wiederholungsspiel. "Ich kann nicht glauben, dass wir jetzt noch eine Partie mehr haben", sagt Klopp.

Doch zunächst kommt der FC Arsenal. "Sie sind in einer herausragenden Form und wir spielen zurzeit nicht sonderlich konstant", sagt Klopp. Da hat er Recht. In der Liga haben die "Reds" den Anschluss an die Spitzengruppe immer noch nicht geschafft und liegen nach 20 Spielen nur auf Platz acht.

Schlag auf Schlag

Nur vier Tage nach dem Spiel gegen die Gunners steht die nächste Bewährungsprobe an. Denn dann geht es gegen den "Erzfeind" Manchester United mit Bastian Schweinsteiger, der zurzeit allerdings noch angeschlagen ist. Am 19. oder 20. Januar muss Liverpool dann im Pokal gegen Exeter nachsitzen. Eine Woche drauf steht das Rückspiel im Ligapokal-Halbfinale gegen Stoke City an. "Das ist natürlich schwierig für uns, aber wir müssen es akzeptieren", sagt Klopp zu den unbequemen Zusatzschichten. Arsenal, Manchester United, Exeter, Stoke - in den "Wochen der Wahrheit" wird sich zeigen, wohin die Reise des FC Liverpool mit Jürgen Klopp in dieser Saison geht.

Halbe Innenverteidigung fehlt

Neben der Vielzahl an Matches hat Klopp vor allem Personalsorgen. "Das Hauptproblem", nannte der 48-Jährige den verletzungsbedingten Ausfall seiner halben Innenverteidigung. Martin Skrtel und Dejan Lovren  fallen aus. Immerhin kann Klopp wieder auf Kolo Toure und Mamadou Sakho zurückgreifen. Klopp beklagt dennoch noch genug Verletzte - allesamt wegen Oberschenkel-Blessuren. Darunter sind auch Top-Stürmer Daniel Sturridge, Mittelfeldmotor Jordan Henderson und Spielmacher Coutinho.

Der Klub hat reagiert und Verteidiger Steven Caulker vom Ligakonkurrenten Queens Park Rangers auf Leihbasis bis Saisonende verpflichtet. Der 24-Jährige bestritt in dieser Saison acht Pflichtspiele für QPR. Der Traditionsverein sucht weiter nach Verstärkungen. "Wir müssen auf die Situation reagieren, aber es ist schwierig, gute Spieler zu diesem Zeitpunkt zu finden", sagte Klopp. Der hat zudem auch einige Nebenkriegsplätze zu bewältigen. Experten kritisieren seinen angeblich zu intensiven Trainings- und Spielstil. Klopp allein sei verantwortlich für die vielen Ausfälle, heißt es auf der Insel.

Gerne gegen Tabellenführer

Was Klopp aufmuntern könnte, ist ein Blick in die Statistik. Bereits zum dritten Mal seit seinem Amtsantritt trifft er mit seiner Mannschaft auf den aktuellen Tabellenführer. Ein gutes Omen - am 13. Spieltag triumphierte Liverpool beim damaligen Spitzenreiter Manchester City mit  4:1, am Boxing Day gelang ein 1:0 gegen Leicester City. "Es ist immer eine große Herausforderung, gegen Mannschaften wie Arsenal und Manchester United zu spielen", sagte Klopp und fügte trotz der vielen Rückschläge in den letzten Wochen optimistisch an: "Wir freuen uns auf diese Begegnungen und haben gegen diese spielstarken Mannschaften einen klaren Plan."

sid/dpa/red | Stand: 12.01.2016, 10:58

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