FC Liverpool - Hinten nicht ganz dicht

Gegentor für FC Liverpool

Brisantes Spiel gegen Manchester United

FC Liverpool - Hinten nicht ganz dicht

Von Marcus Bark

Der FC Liverpool spielt gegen Manchester United um den Anschluss an die Tabellenspitze. Das ist eine Herausforderung für die Defensive, die zu den schwächsten in der Premier League gehört.

Kenneth Mathieson Dalglish wird "Kenny" genannt, in Liverpool gerne mit einem vorangestellten "King". Der 66 Jahre alte Schotte war Spieler und Trainer beim FC Liverpool, prägte die Goldenen Jahre des Klubs mit reihenweise Meistertiteln und Europapokalen der Landesmeister.

Am Freitag (13.10.2017) wird eine Tribüne des Stadions Anfield nach der Klublegende benannt. Aus dem Centenary Stand wird der Kenny Dalglish Stand. Einen Tag später wird Kenny Dalglish wieder auf seinem Stammplatz sitzen, um sich ein Spiel des FC Liverpool anzusehen. Es ist das Spiel für den Klub, genau wie für den Gegner. Für Liverpool und Manchester United ist das Aufeinandertreffen noch deutlich brisanter als die Derbys mit dem FC Everton und City.

Warten auf den Titel

Nachdem Dalglish 1990 die bislang letzte Meisterschaft mit Liverpool geholt hatte, setzte Sir Alex Ferguson mit United dazu an, den Rivalen aus der 50 Kilometer westlich gelegenen Stadt am Mersey River zu überholen. Er gewann 13 Meisterschaften, bis er 2013 seine Karriere beendete. Seitdem wartet der umsatzstärkste Fußballklub der Welt allerdings auf den Titel in der Premier League.

Aber was sind vier Jahre gegen 27? Die Fans des FC Liverpool sehnen sich nach der 19. Meisterschaft. Im Frühjahr 2014 war das Ziel zum Greifen nahe, aber es reichte nur zum zweiten Platz unter Trainer Brendan Rodgers. Als dessen Nachfolger Jürgen Klopp im Oktober 2015 präsentiert wurde, stieg die Hoffnung wieder. Klopp wurde in England angehimmelt wegen seines Erfolgs mit Borussia Dortmund, vor allem auch wegen seiner offenen, emotionalen Art.

Große Probleme in der Defensive

Inzwischen ist die Euphorie verflogen. Die Statistiken weisen für Klopp Zahlen aus, die auch Rodgers lieferte. Der FC Liverpool qualifizierte sich in der vergangenen Saison zwar für die Champions League, aber der Titel war weit weg. Der häufigste Vorwurf an Klopp ist, dass er die Probleme in der Defensive nicht regelt. Nur zwei Mannschaften haben in der Premier League mehr Tore kassiert als die "Reds", die vor allem bei Standardsituationen sehr anfällig sind.

Torwart Simon Mignolet, der in der Premier League den Vorzug vor dem ehemaligen Mainzer Loris Karius erhält, ist vorzüglich, solange er die Torlinie in direkter Nähe weiß. Sobald er sich entfernt, fängt bei den eigenen Fans das Zittern an. Joel Matip, ehemaliger Schalker, ist zumindest stabiler als sein Nebenmann in der Innenverteidigung, egal ob der Dejan Lovren oder Ragnar Klavan (ehemals FC Augsburg) heißt. Liverpool bot vor der Saison mehr als 70 Millionen Euro, um Virgil van Dijk als erhoffte Verstärkung zu verpflichten, aber der FC Southampton sperrte sich.

Die Devise beim LFC muss derzeit sein, ein Tor mehr zu schießen als zu kassieren - und wenn es vier sein müssen. Aber auch in der Offensive, die mit Philippe Coutinho, Roberto Firmino, Sadio Mané, Daniel Sturridge und Mohamed Salah wesentlich besser besetzt ist, hakt es derzeit. Mané wird in den kommenden Wochen wegen einer Verletzung fehlen, Adam Lallana bestritt aus dem Grund noch kein Spiel in dieser Saison.

Nur ein Sieg in sieben Spielen

Jürgen Klopp, Jose Mourinho

Jürgen Klopp (r.) und Jose Mourinho: Die Euphorie ist inzwischen verflogen.

In den vergangenen sieben Spielen gelang dem FC Liverpool in sämtlichen Wettbewerben nur ein Sieg. In jeder Partie wurde mindestens ein Tor kassiert. Manchester United, das vor dem direkten Duell sieben Punkte mehr hat, nahm wie Stadtrivale und Tabellenführer City nur zwei Treffer hin.

Emre Can glaubt, dass es sich nur um eine Schwächephase handelt, weniger um grundlegende Probleme. Der deutsche Nationalspieler sagte der Tageszeitung "Die Welt": "Es gibt keinen Grund zur Sorge. Wirklich. Diejenigen, die die Spiele gesehen haben, müssten bestätigen, dass wir so schlecht nicht gewesen sind. Was nicht stimmt, sind die Ergebnisse. Wir spielen keinen schlechten Fußball."

Kenny Dalglish bleibt auch zuversichtlich. Er steht Jürgen Klopp bei: "Er ist perfekt für den Klub - und der Klub ist perfekt für ihn."

Thema in: Sportschau, Das Erste, Samstag, 14.10.17, 18 Uhr

Stand: 13.10.2017, 14:00

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