Michel Platini zieht FIFA-Kandidatur zurück

Rückzug des UEFA-Chefs

Michel Platini zieht FIFA-Kandidatur zurück

Der suspendierte Chef des europäischen Fußballverbandes UEFA, Michel Platini, verzichtet auf seine Kandidatur als Präsident des Weltverbandes FIFA. Das bestätigte der 60 Jahre alte Franzose am Donnerstag (07.01.2016) der amerikanischen Nachrichtenagentur AP und der französischen Sportzeitung "L'Équipe".

Platini hätte sich als Nachfolger für den ebenfalls für acht Jahre gesperrten Joseph Blatter ohnehin nur der Wahl stellen können, wenn er gegen seine Sperre vor dem Internationalen Sportgerichtshof rechtzeitig erfolgreich gewesen wäre. Er sei zwar entschlossen, die Aufhebung der Ämtersperre zu erwirken, doch werde er dies nicht bis zum 26. Februar erreichen können, wenn der neue FIFA-Präsident gewählt wird. Die Wahl ist am 26. Februar.

"Das Timing ist nicht gut für mich"

"Ich ziehe mich aus dem Rennen um die FIFA-Präsidentschaft zurück", sagte Platini in einem Interview, "Das Timing ist nicht gut für mich. Ich habe nicht die Mittel, um zu gleichen Bedingungen wie die anderen Kandidaten zu kämpfen. Mir wurde keine Möglichkeit gegeben, das Spiel zu spielen. Bye bye FIFA. Bye bye FIFA-Präsidentschaft.", sagte er. "Mit diesem Rückzug widme ich mich nun ganz meiner Verteidigung", fügte der Franzose hinzu.

Die Ethikhüter der FIFA hatten eine von Blatter bewilligte Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an Platini aus dem Jahr 2011 als Verstoß gegen die FIFA-Ethikregeln gewertet und beide daraufhin gesperrt. Gegen diese Strafe will Platini aber nach wie vor vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Fünf Kandidaten

Fünf Kandidaten wollen damit Nachfolger des Schweizers Blatter werden. Die FIFA-Wahlkommission hat Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa (Bahrain), den Jordanier Prinz Ali bin Al Hussein, den Franzosen Jerome Champagne, UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino (Schweiz) sowie den Südafrikaner Tokyo Sexwale zugelassen. Nachmeldungen sind theoretisch noch bis zum 26. Januar möglich.

Bei der UEFA warf nach Platinis-Sperre bisher Vizepräsident Michael van Praag seinen Hut in den Ring. Bevor er öffentlich kandidiere, müsse Platini jedoch alle juristischen Möglichkeiten gegen seine Achtjahressperre ausgeschöpft haben, sagte der niederländische Verbandsboss.

Am Donnerstagabend teilte die UEFA mit, dass sie Platini "weiterhin in seinem Recht auf ein ordentliches Verfahren" unterstütze. Er solle die Möglichkeit erhalten, seinen Namen reinzuwaschen.

AP, sid, red | Stand: 07.01.2016, 22:44

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