Norwegens Fußballverband beendet Lohnungleichheit

Jubel bei Norwegens Fußballerinnen

Nationalspielerinnen bekommen mehr Geld

Norwegens Fußballverband beendet Lohnungleichheit

Der norwegische Fußballverband NFF geht in Sachen Lohngleichheit für Männer und Frauen mit gutem Beispiel voran. Der NFF hat beschlossen, das Honorar für die Nationalspielerinnen an das ihrer männlichen Kollegen anzugleichen.

Wie der NFF am Samstag (07.10.2017) mitteilte, sollen die Spielerinnen ab nächstem Jahr insgesamt sechs Millionen Norwegische Kronen (640.000 Euro) für ihre Auftritte im Nationaltrikot bekommen. Zuvor belief sich die Summe auf knapp die Hälfte (3,1 Millionen Kronen).

Für die gleichwertige Bezahlung tritt das norwegische Männer-Team 550.000 Kronen ab, die der Auswahl durch Werbeaktivitäten zur Verfügung stehen. Solch eine Regelung sei international einzigartig, sagte Joachim Walltin, Chef der norwegischen Fußballspieler-Vereinigung.

Neben der höheren finanziellen Unterstützung sei vor allem "das Gefühl, wirklich respektiert zu werden" wichtig für die Frauen. Außerdem solle mit der Förderung das Niveau des Teams weiter verbessert werden, sagte Walltin. Der Vize-Europameister von 2013 war bei der EM im vergangenen Sommer punkt- und torlos in der Vorrunde gescheitert.

Nationalspielerin Hansen: "Danke, dass ihr diesen Schritt gemacht habt"

Nationalspielerin Caroline Hansen, beim deutschen Meister Wolfsburg unter Vertrag, zeigte sich "dankbar" für die Vereinbarung. "Für euch ist es vielleicht eine kleine Sache, die sich nicht in eurem monatlichen Gehalt widerspiegelt", schrieb die Offensivspielerin bei Instagram, adressiert an das norwegische Männer-Nationalteam. Doch für sie, ihr Team und den gesamten Fußball bedeute es sehr viel. "Danke, dass ihr diesen Schritt für weibliche Athleten gemacht habt", ergänzte sie - und hofft auf eine Signalwirkung für mehr Lohngleichheit, nicht nur im Fußball.

Thema Lohngleichheit im Frauenfußball zieht weitere Kreise

Das Thema Lohngleichheit zieht im Frauenfußball damit weitere Kreise. Erst im September war ein Freundschaftsspiel zwischen Dänemark und der Niederlande abgesagt worden, nachdem das dänische Team sich wegen eines Prämienstreits mit dem Verband geweigert hatte, anzutreten.

In den USA haben gleich mehrere Nationalspielerinnen eine offizielle Beschwerde bei der Gleichstellungsbehörde eingelegt und klagen auf gleiche Bezahlung durch den US-Verband.

"In den USA haben sich einige Dinge verbessert, in Dänemark wird noch verhandelt", sagte Norwegens Verbandschef Walltin gegenüber der "BBC". "Aber wir sind wahrscheinlich das einzige Land, das alle wirklich gleich behandelt."

sid/dpa | Stand: 08.10.2017, 13:00

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