FIFA hält sich aus Streit um Torrekord raus
Neuer Abschnitt
Zweifel an Messi-Bestmarke
FIFA hält sich aus Streit um Torrekord raus
Mit zwei Toren im Pokal hat Lionel Messi vom FC Barcelona seinen Rekord für die meisten Treffer in einem Kalenderjahr auf 88 ausgebaut. Offiziell ist dies allerdings nicht, denn die FIFA hält sich aus der Rekordjagd heraus.
Neuer Abschnitt
Der Torhunger des "Kannibalen" Lionel Messi ist noch nicht gestillt: Der argentinische Superstar schoss den FC Barcelona mit einem Doppelpack zu einem 2:0 (1:0) im Achtelfinal-Hinspiel des spanischen Pokals bei Zweitligist FC Cordoba und schraubte damit seinen Weltrekord für die meisten Treffer in einem Kalenderjahr auf sagenhafte 88. Erst am Sonntag (09.12.12) hatte der 25-Jährige die 40 Jahre alte Bestmarke des früheren Bayern-Stars Gerd Müller übertroffen, der 85-mal getroffen hatte.
Messi-Marke "kein offizieller FIFA-Rekord"
Offiziell ist diese Bestmarke allerdings nicht. Der Fußball-Weltverband FIFA führe keine offiziellen Listen, daher seien die mittlerweile 88 Tore des Profis vom FC Barcelona in diesem Jahr "kein offizieller FIFA-Rekord", sagte Sprecher Alex Stone der BBC. Die FIFA weigert sich grundsätzlich, einen Spieler als Rekordhalter zu bestätigen. "Wir haben keine Datenbank, in der Details eines jeden Fußballspiels in jedem Land rund um die Welt auflistet", sagte Stone.
Der Fabel-Weltrekord hat zuvor schon in Teilen der Fußball-Welt Zweifel und Protest hervorgerufen. Der brasilianische Spitzenklub Flamengo aus Rio de Janeiro reklamiert die Bestmarke für seinen einstigen Superstar Zico für sich, der sambische Fußballverband bringt die einheimische Stürmerlegende Godfrey Chitalu ins Spiel. Beide sollen öfter als Messi getroffen haben.
107 Tore in Sambia?
Genau 107 Treffer soll der Sambier Chitalu 1972 erzielt haben. Darauf beharrt der örtliche Fußballverband und präsentierte ein Foto aus jenem Jahr, dass den Torjäger mit einem Ball zeigt, der seinen Namen und die Zahl 107 trägt. "Der Rekord gehört uns, er ist in Sambia dokumentiert worden, leider nicht im Rest der Welt", wird ein Sprecher des Verbandes zitiert.
Die Afrikaner wollen nun Fakten schaffen: "Wir haben ein Team aus unabhängigen Experten aufgestellt, dass in die Archive gehen und jedes einzelne Tor Minute für Minute nachweisen soll", sagte der Sprecher. Chitalu selbst kann keine Auskunft mehr geben. Er starb 1993.
Flamengo will den Rekord nicht anfechten
Bruno Lucena, der Chef von Flamengos Geschichtsabteilung, hatte erklärt, der heute 59-Jährige Zico habe 1979 insgesamt 89 Treffer erzielt und damit einen mehr als Messi in diesem Jahr: 81 für Flamengo, sieben für die Nationalelf und einen für eine Weltauswahl. Deshalb wolle man Messis Bestmarke beim Weltverband FIFA anfechten, so Lucena. Selbst brasilianische Medien stellten allerdings inzwischen fest, dass dem Argentinier Messi in vier Freundschaftsspielen mit dem FC Barcelona zu Beginn der Saison weitere sieben Treffer gelungen waren. Daraufhin machte Lucena einen Rückzieher.
sid/dpa | Stand: 13.12.2012, 09:42