Müllers Torrekord ist in großer Gefahr

Drei Tore fehlen Lionel Messi noch, um Gerd Müllers Rekord von 85 Pflichtspieltoren in einem Kalenderjahr einzustellen. Und sieben Spiele hat er noch.

Gerd Müller 1972 (r.) und Lionel Messi 2012

85 Pflichtspieltore in einem Kalenderjahr - dieser Rekord gehört einem der größten Stürmer aller Zeiten: Gerd Müller vom FC Bayern (rechts im Bild). Doch die vermeintlich ewige Bestmarke von 1972 wackelt 40 Jahre später bedenklich. Denn Lionel Messi hat für den FC Barcelona in diesem Jahr bereits 82 Mal getroffen - und sieben Spiele sind für seinen Klub im Dezember noch offen. sportschau.de zeichnet die torreichen Jahre der beiden Torjäger nach.

85 Pflichtspieltore in einem Kalenderjahr - dieser Rekord gehört einem der größten Stürmer aller Zeiten: Gerd Müller vom FC Bayern (rechts im Bild). Doch die vermeintlich ewige Bestmarke von 1972 wackelt 40 Jahre später bedenklich. Denn Lionel Messi hat für den FC Barcelona in diesem Jahr bereits 82 Mal getroffen - und sieben Spiele sind für seinen Klub im Dezember noch offen. sportschau.de zeichnet die torreichen Jahre der beiden Torjäger nach.

Gerd Müller startet glänzend in das Jahr 1972. Am 19. Februar schenkt der "Bomber" am vierten Spieltag der Rückrunde Rot-Weiß Oberhausen ordentlich ein. Fünf Tore - eines davon ist im Foto zu sehen - erzielt Müller beim 7:0 der Bayern.

Der 19. Februar 40 Jahre später wird auch für Lionel Messi ein besonderer Tag: Beim 5:1 gegen den FC Valencia trifft "La Pulga" ("Der Floh") vier Mal.

Die Saison 1971/72 endet für Müller mit einer bis heute unerreichten Bestmarke: Mit 40 Toren wird er Torschützenkönig der Bundesliga. Er trifft doppelt gegen Kaiserslautern (Foto), Stuttgart, Hamburg und Hannover, sowie dreifach gegen Bochum, Bremen und Frankfurt.

Neben der Meisterschale für seine Mannschaft gibt es dafür auch noch die Torjägerkanone.

Auch Messi dreht in der ersten Jahreshälfte auf: Jeweils drei Tore gegen Granada, Malaga und erneut Granada sowie je zwei gegen Santander, Betis Sevilla, Saragossa, Levante, Rayo Vallecano und am vorletzten Spieltag vier im Derby gegen Espanyol Barcelona (Foto) - mit schier unglaublichen 50 Toren wird Messi Torschützenkönig der Primera Division. Aber nur spanischer Vize-Meister hinter Real Madrid.

In der Champions League gelingen Messi beim 7:1 gegen Leverkusen gleich fünf Tore - eine neue Bestmarke in der Königsklasse. Doch im Halbfinale ist gegen Chelsea Schluss.

"Dann macht es Bumm": Müller jubelt im Sommer des Jahres 1972 über einen seiner größten Erfolge. Bei der Europameisterschaft in Belgien trifft er im Halbfinale gegen Belgien und im Endspiel gegen die Sowjetunion (Foto) jeweils doppelt - und wird Europameister.

Lionel Messi hat im Jahr 2012 keine Gelegenheit, sich bei einem großen Turnier zu zeigen. In der Qualifikation zur WM 2014 erzielt er jedoch in vier Partien vier Tore. Zwei davon beim 3:0 gegen den Erzrivalen Uruguay (Foto).

Gerd Müller macht in der zweiten Jahreshälfte 1972 dort weiter, wo er bei der EM aufgehört hatte. Gegen Hannover 96 erzielt er vier Tore, gegen Oberhausen trifft er drei Mal und gegen Offenbach, Mönchengladbach (Foto) und Hertha BSC schnürt er jeweils einen Doppelpack. Beim 9:0 im Europapokal der Landesmeister gegen Omonia Nikosia trifft Müller satte fünf Mal.

Messi beschert der Primera Division 2012 einen heißen Herbst. in den bisherigen 13 Spielen hat er sage und schreibe acht Mal doppelt getroffen, hinzu kommt der Dreierpack beim packenden 5:4 bei Deportivo La Coruna - im Foto feiert er mit Cesc Fabregas.

Das Ziel immer im Blick: Für Gerd Müller endet das Jahr 1972 mit 85 Toren. Im November trifft er in einem Testspiel gegen die Schweiz vier Mal. 85 Tore - das schafft wohl nie wieder einer.

Denkste: Messi ist im November 2012 bei 82 Toren angekommen. Und wird im Pokalspiel bei Alaves von Barça-Trainer Tito Vilanova auch noch geschont. "Er hat die Chance, diesen Rekord zu brechen, aber ich glaube nicht, dass er während eines Spiels daran denkt", sagt Vilanova. Vier Spiele in der Primera Division, zwei im Pokal sowie eines in der Champions League bleiben Messi noch, um Müllers Rekord einzustellen oder gar zu verbessern.

Und Gerd Müller, heute Co-Trainer der zweiten Mannschaft, kann nur aus München zuschauen und hoffen, dass sein Rekord Bestand hat.