Messis Elfmeter-Trick spaltet die Gemüter

Lionel Messi legt beim Elfmeter quer auf Luis Suarez

Barcas neue Variante

Messis Elfmeter-Trick spaltet die Gemüter

Weltklasse oder einfach nur arrogant? Nach Lionel Messis Elfmeter-Pass auf Teamkollege Luis Suarez beim 6:1 des FC Barcelona über Celta Vigo ist sich die Fußballwelt uneins über die Bewertung der Szene.

In der 82. Minute war es soweit: Messi lief zum Strafstoß an, schoss den Ball aber aus elf Metern gar nicht aufs Tor. Der Weltfußballer tippte ihn nur leicht mit seinem linken Fuß an und legte den Ball nach rechts, die Vorlage nutzte der in den Strafraum geeilte Suarez. Der Stürmerstar aus Uruguay machte mit seinem Rechtsschuss auch seinen Hattrick bei dem Kantersieg im heimischen Camp Nou perfekt.

Marca: "Respektlos"

Celta Vigos Coach ärgerte sich weniger über die Art und Weise, wie Messi und Suarez seine Profis mit dem Elfmeter düpierten. "Das war kein mangelnder Respekt", meinte Eduardo Berizzo. Ihn machten eher die insgesamt sechs Gegentreffer sauer. Das in der Stadt der Rivalen Real und Atletico beheimatete Radio Marca aus Madrid befand jedoch, dass der Trick respektlos gegenüber dem Gegner gewesen sei, während die Tageszeitung AS vom "Elfmeter des Jahrhunderts" schrieb.

Das Tor weckte zudem Erinnerungen an einen legendären Trick von Barca-Legende Johan Cruyff und Jesper Olsen. Das Duo hatte 1982 im Ajax-Trikot gegen Helmond Sport bei einem Strafstoß sogar einen Doppelpass gespielt. "Wir alle können uns noch gut an Cruyffs Tor erinnern", sagte Barcelonas Trainer Luis Enrique und verteidigte Messi und Suarez: "Einige werden es mögen, andere nicht. Wir versuchen, den Zuschauern spektakulären Fußball zu bieten."

Im Training geprobt

Mit ihrer ausgefallenen Variante haben die beiden Sturmstars sogar einige Mitspieler überrascht. "Ich habe sie persönlich nicht daran im Training arbeiten sehen", meinte Andrés Iniesta, "aber ich bin überzeugt, dass es geplant war." Auch Jordi Alba räumte ein: "Ich wusste gar nichts von dem Elfmeter-Trick." Messi erfinde aber ständig irgendwas.

Im Gegensatz zu Iniesta und Alba kannte Angriffskollege Neymar die Finte vom Punkt. "Das wurde geprobt", verriet der Brasilianer. Der Ball sei eigentlich für ihn vorgesehen gewesen. "Luis war schneller. Das Wichtigste ist, dass es geklappt hat", betonte Neymar.

Die Katalanen sind seit 30 Spielen ungeschlagen, in der Tabelle der spanischen Meisterschaft liegt Barcelona mit drei Punkten Vorsprung auf dem ersten Platz vor Atletico Madrid. Erzrivale Real Madrid ist Dritter mit vier Punkten Rückstand. Die beiden Verfolger aus der Hauptstadt haben allerdings ein Spiel mehr absolviert als der Spitzenreiter.

sid/dpa/red | Stand: 15.02.2016, 08:59

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