Italien sieht sich gegen Spanien als Sieger

 Italiens Matteo Darmian (h.) and Spaniens Alvaro Morata

Testspiele im Jahr der EURO 2016

Italien sieht sich gegen Spanien als Sieger

Nach der ersten guten Leistung seit langer Zeit ließen sich Italiens Nationalspieler schon wieder zu forschen Kampfansagen hinreißen. "Wenn wir diesen Teamgeist auf den Platz bringen, können wir mit allen mithalten", tönte Fußball-Profi Marco Parolo nach dem starken Auftritt beim 1:1 (0:0) gegen EM-Mitfavorit Spanien in Udine. Trainer Antonio Conte versprach: "Ich kann allen versichern, dass wir bei der EM als Team auftreten werden." Mit Blick auf das nächste Testspiel gegen Deutschland in München mahnte er aber auch: "Das wird noch einmal schwieriger. Wir spielen gegen den Weltmeister."

Italien deutlich besser

Gegen die Selección war Italien das deutlich bessere Team und hätte den Sieg verdient gehabt. "Was für ein Italien!", schwärmte der "Corriere dello Sport": "Ausgezeichnete Signale mit Blick auf die EM." Und die "Gazzetta dello Sport" meinte: "Zu schön, wenn es wahr wäre. Wenn das Italien wäre: Draufgängerisch, aggressiv, immer auf der Suche nach dem Tor." Auch die Zeitung "Tuttosport" urteilte: "Das Team von Conte zeigt, dass es auf dem richtigen Weg ist."

Unter Conte, der vor eineinhalb Wochen seinen Rücktritt nach der EM angekündigt hatte, verlor Italien zwar erst zweimal, überzeugte aber nur selten. Umso größer war bei den Azzurri die Erleichterung nach dem starken Auftritt gegen EM-Titelverteidiger Spanien. "Wir hätten den Sieg verdient gehabt", sagte Torschütze Lorenzo Insigne, dessen Führungstor (68. Minute) Spaniens Rückkehrer Aritz Aduriz fast im Gegenzug bei seinem ersten Länderspiel von Beginn an ausglich (70.).

"Kein einfaches Spiel"

Die Iberer konnten sich bei Aduriz, der zuvor nur 2010 zu einem Kurzeinsatz im Nationalteam gekommen war, und Torwart David De Gea bedanken, dass es am Ende keine Niederlage gab. "Uns hat der Ballbesitz gefehlt, wir hätten mehr riskieren müssen", gab Trainer Vicente Del Bosque zu. "Aber ich hoffe, dass wir bei der EM in einer besseren Verfassung sind." Und auch Aduriz erklärte: "Das war absolut kein einfaches Spiel, sie haben uns sehr gut unter Druck gesetzt."

Schweden ohne Ibrahimovic

Die Türkei setzten sich in Antalya in einem Spiel, das unter den Eindrücken der jüngsten Anschläge in Istanbul und Ankara stand, mit 2:1 (1:0) gegen Schweden durch. Der Ex-Frankfurter Cenk Tosun (32./81.) traf zweimal für die Gastgeber.

Schweden, das ohne seinen geschonten Superstar Zlatan Ibrahimovic angetreten war, hatte zwischenzeitlich durch Andreas Granqvist (74.) ausgeglichen. 1600 Polizisten im Stadion, Bombensuchtrupps und Hundertschaften von Sicherheitskräften im Umkreis der Arena sorgten für einen Ausnahmezustand in der Millionenstadt am Mittelmeer. Bei den Türken fehlte der Leverkusener Hakan Calhanoglu nach seinem grippalen Infekt im Kader, der Dortmunder Nuri Sahin und der Mainzer Yunus Malli saßen auf der Bank.

Kein Sieger im britischen Duell

Deutschlands EM-Gruppengegner Nordirland verpasste derweil im Duell der Europameisterschafts-Debütanten mit Wales einen Sieg knapp. Die Mannschaft von Trainer Michael O Neill kam nach einem Last-Minute-Gegentor zu einem 1:1 (0:0) in der walisischen Hauptstadt Cardiff. Verteidiger Craig Cathcart (60.) hatte Nordirland in Führung gebracht, Simon Church (89.) für die Gastgeber, die ohne ihren geschonten Superstar Gareth Bale angetreten waren, per Elfmeter ausgeglichen.

Ukraine siegt, Tschechien verliert

Die Ukraine, ebenfalls deutscher Gruppengegner bei der Euro 2016, hat dagegen das erste Länderspiel im EM-Jahr gewonnen. Im Test gegen Zypern mühte sich das Team von Chefcoach Michail Fomenko in Odessa zu einem knappen 1:0 (1:0). Das Tor des Tages erzielte Taras Stepanenko (40.).

Dänemark präsentierte sich rund zweieinhalb Monate vor dem Start der EM bereits in guter Form. Die Dänen siegten im heimischen Herning 2:1 (0:0) gegen Island. Der frühere Leverkusener und Kaiserslauterer Nicolai Jörgensen (51./54.) erzielte beide Tore für den Europameister von 1992. Auf Ex-Europameister Tschechien wartet bis zum Start der Fußball-EM noch einiges an Arbeit. In Prag unterlagen die Tschechen 0:1 (0:1) gegen die nicht für die Euro qualifizierten Schotten.

sid/dpa | Stand: 24.03.2016, 23:11

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