Klinsmann – Es könnte ernst werden für den US-Coach

Klinsmann – Es könnte ernst werden für den US-Coach

Die USA müssen um die Qualifikation für die WM 2018 in Russland kämpfen: Nach der Niederlage gegen Guatemala richten sich die Augen besonders auf Nationalcoach Jürgen Klinsmann.

Bilder von der us-amerikanischen Nationalmannschaft

Seit knapp fünf Jahren ist Jürgen Klinsmann Trainer der us-amerikanischen Nationalmannschaft. Mit einer Siegquote von 55,5 % ist Klinsmann bislang der erfolgreichste Coach der "USMNT".

Seit knapp fünf Jahren ist Jürgen Klinsmann Trainer der us-amerikanischen Nationalmannschaft. Mit einer Siegquote von 55,5 % ist Klinsmann bislang der erfolgreichste Coach der "USMNT".

Doch nach der jüngsten Niederlage in Guatemala im Kampf um die WM-Qualifikation 2018 setzte es deftige Kritik: "Albtraum", "peinlich", "Horror-Show" — so die Einschätzung der Zeitung USA today. Bereits nach 15 Minuten lagen die US-Boys 0:2 zurück. Klinsmann beklagte große Fehler seines Teams: "Auf internationalem Niveau darf man sich das nicht erlauben." In ihrer Quali-Gruppe sind die USA nur noch Dritte.

Mit den verletzten John Brooks und Fabian Johnson von den Bundesligisten Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach werden Jürgen Klinsmann auch im zweiten Spiel gegen Guatemala zwei wichtige Leistungsträger seines Teams fehlen. Zudem erwischte der routinierte Keeper Tim Howard (37) einen unglücklichen Tag.

Lichtblick gegen Guatemala war aus us-amerikanischer Sicht dafür ein anderer Berliner: Bobby Wood von Union Berlin ragte ob seiner kämpferischen Leistung aus dem Team USA heraus. "Wood kämpfte während des gesamten Spiels und zeigte mehr Leidenschaft als jeder andere, der die amerikanischen Farben trug", schrieb der Sender ESPN.

Für die zweite Partie gegen die Mittelamerikaner nominierte der 51 Jahre alte Klinsmann Christian Pulisic von Borussia Dortmund. Noch im Februar hatte Klinsmann nach Pulisics Debüt in der ersten Mannschaft von Thomas Tuchel gesagt: "Das war eine Ehre für ihn und es hat ihm Mut gemacht", meinte der US-Coach, "aber jetzt ist es wichtig, dass er auf dem Boden der Realität bleiben."

Obwohl die USA unter Klinsmann das Achtelfinale bei der WM 2014 in Brasilien erreicht hatten und im Jahr zuvor den Gold Cup gewonnen hatte, steht der Coach seither in der Kritik: Mal ist es der ausbleibende große Erfolg, mal – im Verbund mit Kritik am us-amerikanischen Fußball-Verband – die Nachwuchsförderung. "Wenn wir am kommenden Dienstag das Ergebnis einfahren, das wir erwarten, sind wir zurück in der Spur", sagte Verbands-Präsident Sunil Gulati und fügte hinzu: "Wir haben schon viele kritische Momente überstanden." Klinsmanns Position im us-amerikanischen Fußball ist derzeit unangefochten. Aber der Druck auf den Weltmeister von 1990 würde im Falle des Scheiterns in der WM-Qualifikation riesengroß werden.

Stand: 29.03.2016, 08:09 Uhr

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