Jürgen Klopp - Leben in Liverpool

Liverpools Trainer Jürgen Klopp

Deutscher Trainer beim Verein von der Anfield Road

Jürgen Klopp - Leben in Liverpool

Von Anne van Eickels

"Liverpool ist eine Herausforderung" - sagt Jürgen Klopp nach vier Monaten als Trainer des LFC. Im Gespräch erzählt er von Windstärke zwölf, Kohlenhydraten und den Beatles.

Amos zieht seine linke Augenbraue hoch, als der das Ziel der Fahrt hört: "Melwood, das Trainings-Center des FC Liverpool. Dort fährt er nicht gerne hin mit seinem silberfarbenen Taxi. Denn Amos ist Fan des großen Stadt-Rivalen FC Everton. "Da kosten die Tickets nicht so viel“, sagt er.

Der Verkehr fließt. Amos‘ Fragen auch. "Warum denn nach Melwood, da lassen sie ohnehin niemanden rein, hinter diese grauen Mauern? Ich glaube die hat noch Bloody-Brendan-Rodgers gebaut.“, lästert er über den LFC und dessen Ex-Trainer. Die Antwort verblüfft ihn. "Ein exklusiver Interview-Termin mit Jürgen Klopp."

Eine kurze Pause, dann nickt er mitfühlend: "Der Klopp kann wirklich nichts dafür, dass es da noch nicht läuft. Die Mannschaft ist echt schlecht. Jürgen ist sehr gut, glaube ich." Selbst die Everton-Fans mögen den deutschen Trainer, der in der Stadt am River Mersey für einen echten Hype gesorgt hat.

Weniger Interesse von Paparazzi

Die Paparazzi folgten Klopp in den ersten Tagen überall hin. Das hat sich "Gott sei Dank gelegt", freut sich der Trainer, der mit seiner Frau in Formby wohnt.

Der kleine Ort am Meer liegt rund 30 Kilometer nördlich von Liverpool. Hier pustet der Wind den Kopf frei, beim Spaziergang mit Hündin Emma. Jürgen Klopp liebt diese kleine Auszeit. "Nur Windstärke zwölf und Starkregen laden nicht direkt ein, längere Spaziergänge zu machen."

Viel vermisst er an Deutschland nicht: "Die Freunde, wobei wir relativ viel Besuch kriegen. Und das deutsche Brot" - auch wenn Kohlenhydrate nicht mehr wirklich sein Thema seien. Jürgen Klopp hat 20 Kilo abgenommen, verzichtet weitgehend auf Brot oder Nudeln.

Beatles, nicht Helene Fischer

Jürgen Klopp im Fanshop des FC Liverpool

Jürgen Klopp im Fanshop des FC Liverpool

Er ist fit. Und es geht ihm gut in Liverpool, der Stadt der Beatles. Sein ansteckendes, lautes Lachen hallt durch den weißgestrichenen Meeting-Raum in Melwood, als er sich entscheiden muss: "Beatles?" oder "Helene Fischer?". "Nicht mal Helene Fischer selber würde sich mit den Beatles auf eine Stufe stellen", gluckst der "Helene-Fischer-Ultra".

So stand es zumindest auf dem T-Shirt, das der Musik-Fan beim Konzert in Frankfurt getragen hat. In Liverpool hat Klopp Campino kennengelernt. Der Sänger der Toten Hosen ist großer Fan des LFC. "Ein geiler Typ", findet Klopp. "Vielleicht können wir mal was Großes feiern und dann ‚An Tagen wie diesen‘ einspielen von Campino by himself."

Fortschritte beim Spracherwerb

Klopp und sein Englisch. Wie klappt es denn eigentlich mit der Sprache? "Fließend, aber nicht perfekt". Die Untertitel im Fernsehen bleiben mittlerweile ausgeschaltet. "Das sollte am Ende mein größter Mehrwert sein, dass ich diese Sprache so gut wie nur irgendwie möglich spreche und das dann mit in den Rest meines hoffentlich noch langen Lebens nehmen kann."

Taxi-Fahrer Amos hat sich wieder nach Melwood getraut. "Klopp wird den FC in zwei, drei Jahren wieder an die Spitze bringen, dort wo er schon mal war." Das silberne Taxi rast Richtung Flughafen. Danach fährt Amos wieder zurück nach Liverpool. Aber um Melwood und den LFC will er in nächster Zeit auch weiterhin am liebsten einen großen Bogen machen.

Stand: 12.02.2016, 08:31

Premier League

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3. Manchester C. 13 30
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5. Tottenham 13 24
  ...    
18. Hull City 13 11
19. Swansea City 13 9
20. AFC Sunderland 13 8
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