Glasgow Rangers müssen in die vierte Liga
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Spitzenklub mit Neustart
Glasgow Rangers müssen in die vierte Liga
Paukenschlag im Hampden Park: Der schottische Rekordmeister Glasgow Rangers ist nach seiner Insolvenz wegen Schulden von 170 Millionen Euro in die vierte Liga zurückgestuft worden und stürzt damit Schottlands gesamten Profi-Fußball in eine große Krise.
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Die schottische Fußball-Liga entschied am Freitag (13.07.2012) nach einer mehrstündigen Sitzung im Hampden Park, dass der insolvente 54-malige schottische Champion nicht wie von Verbandsseite erhofft in der zweiten Liga landet. "Diese Entscheidung erhält die sportliche Integrität aufrecht, was die schottischen Fans gefordert hatten", sagte Rangers-Geschäftsführer Charles Green: "Aber sie wird auch massive Auswirkungen auf den schottischen Fußball haben. Nur die Zeit wird zeigen, was die Folgen sind."
Im vergangenen Februar hatten die Rangers wegen ihrer massiven Verbindlichkeiten Insolvenz angemeldet. Nach dem Ausschluss aus der schottischen Premier League am 4. Juli folgte nun der nächste Tiefschlag für den Traditionsklub.
"Sehr wichtiger Tag für den schottischen Fußball"
"Das war ein sehr wichtiger Tag für den schottischen Fußball. Alle Beteiligten haben eine der schwierigsten Entscheidungen getroffen", sagte Liga-Chef David Longmuir, "es ist gut, dass sie sehr eindeutig ausfiel." 25 der 30 Klubs hatten sich für eine Abstufung der Rangers in die vierte Liga ausgesprochen. "Es ist eine Entscheidung im Interesse der sportlichen Fairness", sagte Longmuir weiter.
Eine Entscheidung, die den schottischen Profi-Fußball aber auch finanziell ins Wanken bringt. Bisher war das Duell zwischen den Rangers und dem Lokalrivalen Celtic Glasgow, das "Old Firm", das Faustpfand in den Verhandlungen mit Fernsehsendern und Sponsoren. Die protestantischen Rangers und die katholischen Celtics haben seit dem Titelgewinn des FC Aberdeen 1985 jedes Jahr den Meister unter sich ausgemacht. Doch das legendäre, 124 Jahre alte Derby ist nun Geschichte - es drohen den Profi-Klubs in Schottland Einbußen von mehr als 100 Millionen Euro.
Klub hofft weiter auf Hintertürchen
Vor allem deshalb hatte der schottische Verband auf einen anderen Ausgang gehofft; bei einer Rückkehr der Rangers in die Premier League nach einem Jahr wäre der finanzielle Schaden überschaubar gewesen. Aufgrund der großen Bedeutung der "Gers" für den schottischen Profifußball hofft der Klub denn auch weiterhin auf ein Hintertürchen. Auf ihrer Website schreiben die Rangers, dass die schottische Premier League die Einführung einer zweiten Premier League vorschlagen will - einer neuen Liga, in der die Rangers einen Platz finden wollen.
Doch ob derartige Szenarien bei den Vertretern der zweiten, dritten und vierten Liga Gehör finden, ist höchst fraglich. Von Anfang an bildete sich eine breite Phalanx, die eine Sonderbehandlung des Renommierklubs entschlossen ablehnte.
Auch Rangers-Fans bekennen sich zu Neuanfang
Auch vor der Entscheidung demonstrierten Anhänger des schottischen Fußballs am Hampden Park und forderten erneut, dass sich Integrität und sportliche Fairness durchsetzen müssten. Sogar die Fans der Rangers hatten sich klar zu einem Neuanfang in der vierten Liga bekannt.
sid | Stand: 13.07.2012, 18:08