FIFA verabschiedet Reformpaket

Das FIFA-Logo in Zürich

Kongress in Zürich

FIFA verabschiedet Reformpaket

Der Kongress des Fußball-Weltverbands FIFA hat auf seinem Kongress umfangreiche Reformen verabschiedet.

Die 207 stimmberechtigten FIFA-Mitglieder in Zürich stimmten mit einer großen Mehrheit von 89 Prozent (179) der Nationalverbände für die Änderung der Statuten.

Mit der Reform will der Weltverband die politische von der ökonomischen Entscheidungsebene trennen. Zudem gilt für den FIFA-Präsidenten und die Mitglieder des neuen Councils, das das umstrittene Exekutivkomitee ablösen soll, eine Beschränkung auf drei Amtszeiten à vier Jahre. Sie müssen sich vor Amtsantritt einem externen Integritätscheck unterziehen, ihre Gehälter werden offengelegt. Inkrafttreten werden die Reformen 60 Tage nach dem Kongress.

"Wir müssen eine Botschaft an die Welt richten, eine Botschaft der Einheit", sagte FIFA-Interimspräsident Issa Hayatou, der den gesperrten und scheidenden Amtsinhaber Joseph Blatter vertrat. Der Kameruner schwor die Landesverbände auf die notwendigen Umstrukturierungen ein. "Die FIFA beginnt ihre Reise mit dem Ziel, Vertrauen wieder herzustellen."

DIE WICHTIGSTEN REFORMEN IM ÜBERBLICK:

PRÄSIDENT: Er soll in der Hauptsache nur noch repräsentieren. Erhält aber einen Sitz und eine Stimme im neuen Council. Der Präsident schlägt den Generalsekretär vor, seine Amtszeit beträgt maximal zwölf Jahre.

GEWALTENTEILUNG: Das derzeit allmächtige Exekutivkomitee wird in eine Art Aufsichtsrat mit mehr Mitgliedern (36 statt 24 plus Präsident) umgewandelt - und entmachtet. Auch hier beträgt die Amtszeit maximal 12 Jahre.

INTEGRITÄT: Jedes neue Council-Mitglied (gewählt wird weiterhin in den kontinentalen Konföderationen) muss einen umfangreichen Integritäts- und Eignungscheck bestehen. Dafür gibt es extra eine zuständige Kommission.

FRAUENQUOTE: Im neuen Council sitzen mindestens sechs Frauen (eine pro Konföderation). Zudem wird es entsprechende Passagen in den Statuten geben. Das Ziel des Weltverbands ist eine Quote von um die 30 Prozent.

TRANSPARENZ: Viel zu oft wurde gefragt: "Was verdient Blatter?" Durch die Reformen werden die Gehälter der hohen Amtsträger offengelegt - vielleicht schon für das vergangene Jahr.

MENSCHENRECHTE: Die Wahrung der Menschenrechte wird als Ziel in die Statuten aufgenommen.

DEMOKRATIE: Für Kontinentalverbände werden demokratische Grundregeln in Statuten und unabhängige juristische Institutionen Pflicht.

Stand: 26.02.2016, 11:28

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