FIFA sperrt Valcke für zwölf Jahre

Jerome Valcke

Ehemaliger Generalsekretär

FIFA sperrt Valcke für zwölf Jahre

Erst Joseph Blatter und Michel Platini, jetzt Jerome Valcke: Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA räumt weiter auf. Der ehemalige Generalsekretär Valcke ist wegen Amtsmissbrauchs in mehreren Fällen für zwölf Jahre gesperrt worden.

Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA hat den ehemaligen Generalsekretär Jerome Valcke wegen Amtsmissbrauchs in mehreren Fällen für zwölf Jahre gesperrt. Der Franzose wurde zudem wegen der "Vernichtung von Beweismitteln" verurteilt. Neben der Sperre erhielt er auch eine Geldstrafe in Höhe von knapp 91.000 Euro. Valcke, einst die rechte Hand des inzwischen bis 2023 gesperrten FIFA-Präsidenten Blatter, soll sich nach Erkenntnissen der Ermittler beim Ticketverkauf für WM-Endrunden persönlich bereichert haben. "Nicht nur, dass Herr Valcke nichts tat, um verbotene Aktivitäten zu stoppen, er ermutigte die Verantwortlichen sogar, dies zu tun", hieß es am Freitag (12.02.2016) in der Begründung.

Private Reisen auf FIFA-Kosten

Zudem wird dem 55-Jährigen vorgeworfen, private Reisen auf Kosten des Weltverbandes unternommen zu haben. Außerdem soll Valcke versucht haben, die TV-Rechte für die WM 2018 in Russland und die WM 2022 in Katar in der Karibik unter Wert zu verkaufen. Valcke, der alle Vorwürfe bestreitet, war bereits im Januar nach der Eröffnung des Verfahrens durch die rechtsprechende Kammer der Ethikkommission von der FIFA endgültig gefeuert worden.

UEFA-Chef Platini war wie Blatter für acht Jahre für alle Tätigkeiten im Fußball gesperrt worden. Beide Top-Funktionäre hatten Einspruch gegen ihre Sperren eingelegt. Ob Valcke diesen Schritt auch gehen wird, wurde zunächst nicht bekannt.

Schon vor Suspendierung in der Kritik

Der bereits seit dem 17. September suspendierte Valcke war seit Juni 2007 im Amt. Schon vor seiner Suspendierung war die Nummer zwei der FIFA-Hierarchie aufgrund einer Anweisung von zehn Millionen Dollar in die Karibik im Zusammenhang mit Südafrikas Bewerbung um die WM 2010 in die Kritik geraten. Intern soll Valcke kurz darauf den Wunsch geäußert haben, den Weltverband möglichst zeitnah verlassen zu können. Als Gegenleistung hatte er einen Millionen-Bonus und den FIFA-Verzicht auf mögliche Strafverfolgung gefordert.

sid/dpa | Stand: 12.02.2016, 17:04

Darstellung: