Die Three New Lions - Englands neues Nationalteam

Jamie Vardy (r.) und Englands Trainer Roy Hodgson

England vor dem Testspiel gegen Deutschland

Die Three New Lions - Englands neues Nationalteam

50 Jahre nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft ist der Hunger Englands nach dem nächsten großen Titel groß. Doch noch scheint die Zeit dafür nicht reif zu sein. Aber im Schatten der spannenden Tabellenkonstellation in der Premier League wächst ein junges, verheißungsvolles Team heran.

In der Qualifikation zur EURO 2016 glänzte das englische Nationalteam um Coach Roy Hodgson: Zehn Dreier in zehn Spielen – die "Three Lions" waren die Musterschüler in Europa. Der Umbruch im Mutterland des Fußball trug die ersten Früchte.

Mitfavorit auf den EM-Titel?

"Sie haben ihre Mannschaft verjüngt. Sie spielen aus einer sehr guten Defensive, haben wenig Gegentore kassiert. Sie haben Spieler, die schnell im Konter sind", sagte Deutschlands Bundestrainer Joachim Löw über die Briten und schob ihnen sogar die Mitfavoritenrolle bei der bevorstehenden EM zu.

Die Fußballwelt blickt aktuell auf die Performance von Leicester City, das sieben Spieltage vor Saisonende mit fünf Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze der Premier League steht. Und die Manchesters, Liverpools, Chelseas und Arsenals in England reiben sich verwundert die Augen: Der Underdog stiehlt ihnen die Schau.

Shootingstars Kane und Vardy

Und genau darin liegt die Chance der "neuen" englischen Nationalmannschaft: Im Zeitalter nach David Beckham, Frank Lampard und Steven Gerrard und ohne die aktuell verletzten Leitwölfe Wayne Rooney und Keeper Joe Hart kann sich ein neues Team um Shootingstar Jamie Vardy von Tabellenführer Leicester City, Harry Kane (Tottenham Hotspur), Daniel Sturridge (FC Liverpool) und die Arsenal-Akteure Theo Walcott und Danny Welbeck entwickeln.

Gradmesser Länderspiele und EM

Kane und Vardy führen die Torschützenliste in der Premier League an, Kane ist erst 22 Jahre alt, Vardy, 29, Teil der Leicester-Euphorie in den englischen Midlands. Wie nachhaltig gut die neue englische Truppe ist, muss sich erst zeigen – und da sind die bevorstehenden Testspiele gegen Deutschland und gegen die Niederlande und, mehr noch, die EM in Frankreich hervorragende Gradmesser.

Allerdings sitzt der Frust in Englands Öffentlichkeit mit Blick auf die lange erfolglose Nationalmannschaftszeit tief: "Wir wissen doch, wie's laufen wird: England ist zunächst erfolgreich, aber dann wird es kommen wie immer - gegen den ersten guten Gegner fliegen sie raus", gab der Guardian seinem Team mit auf den Weg ins EM-Jahr. Motivation für die neue Mannschaft sieht anders aus.

Jo Herold mit sid, dpa | Stand: 25.03.2016, 11:56

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