Arnautovic lässt Stoke City fliegen

Marko Arnautovic

Premier League - vor dem Topspiel gegen Arsenal

Arnautovic lässt Stoke City fliegen

Von Dirk Burkhardt

Stoke City ist eine der Überraschungen der englischen Premier League. Vor dem Topspiel gegen den FC Arsenal schnuppern die "Potters" an den Europacuprängen - auch dank des einstigen Enfant terribles Marko Arnautovic.

Man könnte schon auf die Idee kommen, dass Stoke-on-Trent ein besonderer Ort für extreme Typen ist. Die kürzlich verstorbene Motörhead-Ikone Lemmy Kilmister stammte genauso aus dem 250.000-Einwohner-Ort in den englischen Midlands wie Pop-Superstar Robbie Williams oder die Dart-Stars Phil Taylor oder Adrian Lewis.

Da passt es gut, dass der aktuelle Liebling der Fans des lokalen Premier-League-Klubs Stoke City auch ein Typ ist, der zu Extremen neigt. Allerdings sticht Marko Arnautovic - anders als bei seinen Stationen bei Werder Bremen oder Inter Mailand zuvor - aktuell nicht hauptsächlich durch seine Tattoos, schnellen Wagen oder Boulevard-Schlagzeilen heraus, sondern vor allem durch seine fußballerische Leistung.

Spekatulärer "Arnie"

Auch wenn er wegen einer Zerrung für das Spiel am Sonntag (17.01.16) gegen Tabellenführer FC Arsenal fraglich ist, die Fans der "Potters" setzen auf ihren "Arnie". Sieben Tore und vier Vorlagen stehen nach etwas mehr als der Hälfte der Saison für Arnautovic zu Buche.

Entscheidende und teilweise spektakuläre Tore bei den Siegen gegen Manchester City, den FC Everton und Manchester United führten dazu, dass Arnautovic im Dezember sogar erstmals zur Wahl als Premier-League-Spieler des Monats nominiert wurde. "Er ist eine echte Gefahr für die Gegner, weil er eine großartige Power und Dynamik hat und sich gut bewegt", zählt Stokes Trainer Mark Hughes die Vorteile seines Linksaußen auf.

Ähnliche Charaktere versammelt

Arnautovic (r.) jubelt mit Krkic

Arnautovic (r.) jubelt mit Krkic.

Zudem scheint sich der technisch hoch veranlagte und laut der britischen Zeitung "The Guardian" zu einer "einzelgängerischen Unverschämtheit" neigende Arnautovic in der Gesellschaft von Profis mit ähnlicher Geschichte wohl zu fühlen.

Die beim FC Barcelona ausgemusterten Bojan Krkic und Ibrahim Afellay, Xherdan Shaqiri aus der Dauer-Warteschleife bei Bayern München oder Joselu mit dem weiten Weg von Real Madrid über 1899 Hoffenheim und Hannover 96 bis in die Premier League - "Sie alle haben wie ich keinen leichten Karriereweg gehabt", sagt Arnautovic.

Konzentration auf das Wesentliche

Daraus ist eine Wagenburg-Mentalität entstanden, die die "Potters" mit zuletzt vier Siegen aus fünf Spielen als Siebter in die Nähe der internationalen Startplätze gespült hat. Die erste Europacup-Qualifikation über die Liga seit 1974 scheint keine Utopie mehr zu sein beim zweitältesten Profi-Fußball-Klub Englands.

Stoke-Trainer Hughes

Hughes ist seit 2013 Trainer in Stoke.

"Die Jungs haben Spaß miteinander und das sieht man auch auf dem Platz", sagt Hughes. Allen voran Arnautovic: "Ich konzentriere mich auf das Wesentliche und schalte auf dem Platz alles ab." Zusammen mit seiner großen Veranlagung hat ihn das zu Stokes Top-Scorer in dieser Saison gemacht.

Nur noch kleine Randgeschichten

Auch Liverpools Trainer Jürgen Klopp bescheinigte unlängst: "Er hat sich überragend entwickelt. In Deutschland gab es noch ein paar Probleme, aber jeder konnte das Potenzial sehen. Ich lese zwar keine Zeitung. Aber ich habe bisher auch nichts Negatives über ihn gehört."

Kleine Geschichten wie, dass Arnautovic angeblich den Teambetreuer von Stoke nach Hause bestellt haben soll, um eine Spinne zu entfernen, gibt es zwar noch. Aber ansonsten sind es eher die Schlagzeilen zu City-Siegen, die das Bild bestimmen.

Neuer Vertrag oder vielleicht PSG?

Die aktuelle Form kommt dem 26-Jährigen ganz gelegen. Stoke würde gerne den bis 2017 laufenden Vertrag verlängern. Nach englischen Medienberichten soll Arnautovic ein Gehalt von 130.000 Euro pro Woche gefordert und das erste Angebot von Stoke City abgelehnt haben. Dazu halten sich Gerüchte, dass er bei Paris St. Germain als Ersatz für Zlatan Ibrahimovic angedacht ist.

Für Stoke wäre es sicherlich nicht nur sportlich schade, einen seiner extremen Typen zu verlieren.

Stand: 15.01.2016, 14:30

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