FIFA-Wahl - DFB unterstützt offiziell Infantino

Gianni Infantino bei der Gala zum Ballon D'Or

Wahl des neuen Präsidenten

FIFA-Wahl - DFB unterstützt offiziell Infantino

Jetzt ist es offiziell: Der Deutsche Fußball-Bund wird UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino bei der Wahl zum Präsidenten des Weltverbands FIFA unterstützen.

Diesen Entschluss fasste das DFB-Präsidium bei seiner Sitzung am Mittwoch (20.01.16) in Frankfurt/Main einstimmig. Schon zuvor hatte Interimspräsident Reinhard Rauball erklärt, dass er hinter dem Schweizer stehe. Mit dem Votum für Infantino im Gepäck werden Rauball und Generalsekretär Helmut Sandrock zur Vollversammlung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) nach Nyon reisen.

"Kandidat der Europäer"

"Gianni Infantino ist der Kandidat der Europäer und der beste Bewerber, da bin ich mir mit Rainer Koch und dem gesamten Präsidium einig. Er kennt durch seine Arbeit als Generalsekretär der UEFA alle Facetten des Fußballs, ist international ausgezeichnet vernetzt und spricht sechs Sprachen", sagte Rauball: "Mit seiner Reputation und Erfahrung bringt er die nötigen Voraussetzungen mit, um die strukturellen Veränderungen und kommenden Herausforderungen anzugehen. Neben einer personellen Erneuerung an der Spitze müssen die Reformbestrebungen jetzt konsequent umgesetzt werden, um die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die FIFA langfristig wieder herzustellen."

WM mit 40 Mannschaften?

Zuvor hatte der 45-Jährige sein Wahlprogramm öffentlich gemacht und bekräftigte noch einmal seinen Plan, Fußball-Weltmeisterschaften künftig auf 40 Mannschaft auszuweiten - und dann auch in mehr als zwei Ländern stattfinden lassen zu können. "Die FIFA sollte die Möglichkeit untersuchen, dass die WM nicht nur in ein oder zwei Ländern organisiert wird, sondern in einer ganzen Region", schrieb Infantino in seinem elf Punkte umfassenden Programm.

Unterstützung auch vom Exekutivkomitee

Der Generalsekretär tritt an, weil der frühere UEFA-Präsident Michel Platini von der FIFA-Ethikkommission für acht Jahre gesperrt worden war. Die Unterstützung des auf die Verbände einflussreichen UEFA-Exekutivkomitees, in dem auch Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sitzt, hat Infantino auch schon sicher. Neben Infantino bewerben sich in Zürich auch der Südafrikaner Tokyo Sexwale, Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa (Bahrain), der jordanische Prinz Ali bin Al Hussein und der frühere FIFA-Funktionär Jerome Champagne (Frankreich) um das höchste Amt im Weltfußball.

Kein Plan B?

Eine spannende Frage könnte sein: Wie verhält sich der DFB, falls Infantino bei der Wahl schon frühzeitig scheitert? Wäre dann auch eine Unterstützung für Scheich Salman denkbar? Beim Neujahrsempfang der DFL gab es darauf keine Antworten, weil sich zunächst einmal alles auf Infantino konzentrierte.

sid/dpa | Stand: 20.01.2016, 13:46

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