Der Spice Boy sagt Goodbye

Die Fußballfans verzauberte er auf dem Platz. Abseits des Spielfelds sorgte er für fast noch mehr Rummel. David Beckham beendet seine Karriere. sportschau.de blickt zurück.

David Beckham 2013 im Trikot von Paris St. Germain

Die Beckham'sche Siegesfaust: 2013 hat er nochmal allen Grund, sie zu ballen. Mit Paris St. Germain wird er französischer Fußballmeister.

Die Beckham'sche Siegesfaust: 2013 hat er nochmal allen Grund, sie zu ballen. Mit Paris St. Germain wird er französischer Fußballmeister.

Seine erste Meisterschaft feiert er 1995/96 mit Manchester United. Beckham (hinter dem Pokal) gewinnt mit seinem Team auch den FA-Cup und etabliert sich als Stammspieler bei ManUnited.

Seinen ersten Länderspieltreffer erzielt Beckham bei der WM 1998 im dritten Vorrundenspiel Englands gegen Kolumbien - per Freistoß natürlich. Als 21-Jähriger hatte er 1996 im Three-Lions-Team debütiert - beim WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien.

Bitterer Moment: Im WM-Achtelfinale 1998 gegen Argentinien sieht er nach einer Tätlichkeit Rot. Eine Karte mit fatalen Folgen: England verliert die Partie im Elfmeterschießen (wie auch sonst?) und die Nation hat ihren Sündenbock gefunden - nämlich Beckham.

1999 gewinnt er das Triple mit Manchester United. Unvergessen bleibt das Champions-League-Finale gegen Bayern München. Mit zwei Ecken legt Beckham die beiden Treffer in der Nachspielzeit zum 2:1-Triumph des englischen Meisters auf.

Die britischen Fans und Beckham - das ist stets eine sehr spezielle Beziehung gewesen. Einen Tiefpunkt erleben beide während der EM 2000 bei der 2:3-Niederlage Englands gegen Portugal. Während des gesamten Spiels verhöhnen ihn die "Anhänger", er kontert per Stinkefinger.

Im Jahr 2001 steigt Beckham wieder zum gefeierten Helden auf. Entscheidenden Anteil daran hat sein Treffer zum 2:2 gegen Griechenland in der WM-Qualifkation. Das Tor bedeutet das Ticket für das Weltturnier in Südkorea und Japan - und für ihn die Auszeichnung "Britischer Sportler des Jahres".

Nicht immer spannungsfrei ist auch Beckhams Verhältnis zu Manchester Uniteds Teammanager-Legende Sir Alex Ferguson. In der Saison 2002/03 verliert Becks verletzungsbedingt seinen Stammplatz bei ManUnited. Nach einer Niederlage gegen den FC Arsenal verliert auch Ferguson - die Contenance. In der Umkleidekabine kickt er einen auf dem Boden liegenden Fußballschuh weg, trifft Beckham am Auge. Die Wunde muss genäht werden. Beckham verlässt schließlich den Verein - nach elf Jahren, 266 Spielen und 61 Toren.

2003 heuert er bei Real Madrid an. Sportlich sind seine vier Spielzeiten dort alles andere als berauschend. Mit den "Galaktischen" wird er nur einmal spanischer Meister - zum Abschied 2007.

Längst macht Beckham vor allem mit nicht fußballspezifischen Themen Schlagzeilen, wie etwa mit seinen etwa 20 Tattoos.

Die Heirat mit Ex-Spice-Girl Victoria katapultiert ihn in die Spalten der Klatschpresse - und in die höchsten gesellschaftlichen Kreise. 2011 sind die Beckhams sogar zur Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton eingeladen.

In diesem Aufzug hätte er sich bei den Royals allerdings nicht sehen lassen dürfen: Beckham als Unterwäsche-Model.

Schon früh zieht es ihn ins Rampenlicht: Beckham (l.) als Zwölfjähriger in einer britischen Fernsehshow. Zu dieser Zeit besucht er die "Bobby Charlton Fußballschule".

Historischer Moment am 30. März 2009: Beckham absolviert sein 109. Länderspiel, überholt Bobby Moore. Insgesamt spielt der Spice Boy 115 Mal für England, so oft wie kein anderer Feldspieler. Nur Ex-Keeper Peter Shilton hat mehr Länderspiele für England gemacht (125).

2007 geht Beckham nach Amerika in die "Major League Soccer" zu Los Angeles Galaxy. Nach etlichen Verletzungen wird er wieder an den AC Mailand ausgeliehen. Gegen Chievo Verona reißt ihm ohne gegnerische Einwirkung die Achillesehne. Weshalb er die WM 2010 nur als Scout erlebt.

In der Pose des Triumphators, wie ihn die Fußballfans am liebsten mögen: Beckham wird 2011 mit Los Angeles Galaxy US-amerikanischer Fußballmeister.

Seinen letzten Titel feiert David Beckham 2013 mit Paris St. Germain. In die Annalen geht er zudem ein als bestbezahlter Kicker der Welt. Sein Vermögen wird auf rund 200 Millionen Euro geschätzt. Da kann selbst Lionel Messi einmal nicht mithalten, der es auf "nur" 134 Millionen bringen soll.