Brasilien protestiert und triumphiert

Brasilien bejubelt den Gewinn des Confed Cup

Confed-Cup-Finale

Brasilien protestiert und triumphiert

Der Confed Cup in Brasilien endete, wie er begonnen hatte: mit Protesten der Bevölkerung und einem Sieg der Selecao.

Mit einem eindrucksvollen 3:0-Erfolg machte der WM-Gastgeber am Sonntagabend (30.06.13, Ortszeit) den dritten Confed-Cup-Triumph in Folge perfekt und beendete zugleich die Erfolgsserie des Welt- und Europameisters, der nach 29 Pflichtspielen wieder eine Niederlage einstecken musste. Fred (2./47. Minute) mit einem Doppelpack und der umjubelte Jungstar Neymar (44.) machten den Sieg vor 73.581 begeisterten Zuschauern im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro perfekt und weckten Hoffnungen auf einen sechsten WM-Triumph im kommenden Jahr.

Scolari: "Wir können die WM gewinnen"

"Brasilien hat der Welt gezeigt, dass man es respektieren muss. Das war ein großartiger Sieg gegen die beste Mannschaft der Welt, der zeigt, was für ein tolles Team wir sind", sagte Neymar, der zum besten Spieler des Turniers gewählt wurde. Sein Trainer Luiz Felipe Scolari blickte schon ein Jahr voraus. "Brasilien hat gezeigt, dass es möglich ist. Wir können die WM gewinnen. Heute wurde ein Weg eingeschlagen."

Schwarzer Tag für den Weltmeister

Für die nach der Halbfinalstrapaze gegen Italien müden Spanier verschoss Sergio Ramos in der 54. Minute einen Foulelfmeter. Gerard Pique (68.) sah nach einem Foul an Neymar die Rote Karte. Die Niederlage war da schon besiegelt und Brasiliens heiliger Fußball-Ort die größte gelbe Party-Location der Welt - und das auf den Tag genau elf Jahre nach dem bislang letzten WM-Triumph im Finale von Yokohama gegen Deutschland.

"Wir akzeptieren diese verdiente Niederlage. Wir werden sie genau analysieren müssen", sagte Spaniens Trainer Vicente del Bosque. Die kurze Pause nach dem Halbfinale, das Spanien erst im Elfmeterschießen gewann, sei kein Grund gewesen.

Spanien von Blitzstart überrumpelt

Der Weltmeister wurde vielmehr von furiosen Brasilianern überrumpelt. Scolari vertraute seiner Stammformation - und die erwischte einen Traumstart. Nach 95 Sekunden bugsierte Fred den Ball im Liegen nach Vorarbeit von Neymar zum zweitschnellsten Treffer der Confed-Cup-Geschichte ins Tor. Die Spanier mussten sich neu sortieren. Erstmals seit zehn Turnierspielen war "La Roja" überhaupt wieder in Rückstand geraten.

Brasilien erkannte die Verwirrung und hätte durch Oscar (8.) fast schon erhöht. Paulinho (13.) wollte Iker Casillas mit einem Lupfer überlisten. Alvaro Arbeloa (15.) hatte Glück, dass ihm Schiedsrichter Björn Kuipers aus den Niederlanden für eine Notbremse an Neymar nicht Rot zeigte.

Neymars Geniestreich bringt Vorentscheidung

Ein Schuss von Iniesta (20.) war ein kleines Zeichen spanischen Widerstands. Die beste Chance vergab Pedro (41.). David Luiz klärte mit einer spektakulären Grätsche kurz vor der Torlinie. Dann kam der Moment von Neymar, der sich auf der linken Seite intelligent in Position brachte und mit Vehemenz abschloss.

Nach dem Seitenwechsel wurde es für Spanien endgültig zu einem schwarzen Tag. Freds zweites Tor gleich nach dem Seitenwechsel sorgte schon für die Entscheidung. Ramos setzte anschließend einen Strafstoß nach Foul von Marcelo an Jesus Navas neben das Tor. Als Pique Neymar umsenste, zeigte Kuipers dann doch glatt Rot. Im Maracanã wurde längst gefeiert.

Erneute Proteste gegen Korruption und WM-Kosten

Vor der Partie war es erneut zu Protesten gegen die ausufernden Kosten der WM und die Korruption im Land gekommen. Einige tausend Demonstranten zogen in einem Protestmarsch zunächst friedlich in Richtung Maracanã-Stadion, berichtete die BBC. In der Folge kam es jedoch zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei, laut BBC-Bericht feuerten einige Randalierer Raketen, die Sicherheitskräfte setztenTränengasgeschosse ein. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff, die bei der Eröffnungsfeier an der Seite von FIFA-Präsident Joseph Blatter ausgebuht worden war, blieb dem Endspiel fern.

dpa/mixa | Stand: 01.07.2013, 05:30