Pelle, Cissé, Hulk - Promis in Chinas Super League

Pelle, Cissé, Hulk - Promis in Chinas Super League

Die chinesischen Fußball-Ligen rüsten weiter auf, jetzt wechseln auch Italiens EM-Entdeckung Graziano Pelle und Papiss Demba Cissé in die Super League. Die Liste der prominenten Namen im chinesischen Fußball wird immer länger - ein Überblick.

Graziano Pelle

Von der EM nach China: Italiens Nationalstürmer Graziano Pellè ist der nächste Star, der in die Super League wechselt. Wie am Montag (11.07.16) bekannt wurde, verlässt der 30-Jährige verlässt den FC Southampton und schließt sich Shandong Lungeng an. Er soll in den kommenden zweieinhalb Jahren angeblich 40 Millionen Euro Gehalt verdienen, die Ablöse wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Dabei hatte Pellès neuer Klub erst am Vortag spektakulär zugeschlagen.

Von der EM nach China: Italiens Nationalstürmer Graziano Pellè ist der nächste Star, der in die Super League wechselt. Wie am Montag (11.07.16) bekannt wurde, verlässt der 30-Jährige verlässt den FC Southampton und schließt sich Shandong Lungeng an. Er soll in den kommenden zweieinhalb Jahren angeblich 40 Millionen Euro Gehalt verdienen, die Ablöse wird auf 15 Millionen Euro geschätzt. Dabei hatte Pellès neuer Klub erst am Vortag spektakulär zugeschlagen.

Denn auch der frühere Freiburger Papiss Demba Cissé wechselt zu Shandong Luneng. Für Newcastle United hat der Senegalese in 131 Partien 44 Tore erzielt, mit seinen 31 Jahren hätte er durchaus noch in der Premier League mithalten können. Doch die finanzkräftigen chinesischen Vereine haben offenbar gute Argumente.

Pellè und Cissé treffen bei Shandong Luneng auf Felix Magath, der dort seit einem Monat Trainer ist. "Wir finden im Club und in der Mannschaft immer besser zueinander", schreibt Magath bei Facebook. Allerdings hat er mit Luneng bisher nur eines von fünf Spielen gewinnen können. Der Klub ist in der Sechs-Millionen-Einwohnerstadt Jinan beheimatet, gut 400 Kilometer südlich von Peking.

Magath ist nicht der einzige namhafte Trainer in China, Luiz Felipe Scolari ist schon seit mehr als einem Jahr in der Super League tätig. Einst Nationaltrainer von Portugal und Brasilien, jetzt Trainer von Guangzhou Evergrande Taobao. Dort ist der 67-Jährige überaus erfolgreich, holt im Schnitt 2,44 Punkte - und führt mit Evergrande die Tabelle nach der Hälfte der Saison souverän an.

Schon seit gut drei Jahren ist Englands früherer Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson in China aktiv, Shanghai SIPG ist bereits sein zweiter Verein. "In zehn, 15 Jahren wird China so weit sein, um den WM-Titel mitzuspielen", sagt der 68 Jahre alte Schwede. Eriksson wird selbst ziemlich gut einschätzen können, welch enorme Summen chinesische Firmen derzeit in den Fußball pumpen.

Erikssons Klub Shanghai SIPG hat auch den Königstransfer dieses Sommers vollzogen: Der brasilianische Nationalspieler Hulk wechselt für die asiatische Rekordablöse von umgerechnet 56 Millionen Euro von Zenit St. Petersburg nach China. "Ich nehme die Herausforderung an und verspreche, alles zurückzugeben, was in den Transfer investiert worden war", sagt Hulk. Mit 29 Jahren ist er im besten Fußballeralter. Sein Premierenspiel war ereignisreich: Früh getroffen, kurz darauf verletzt vom Platz - und 5:0 gewonnen.

Es fällt auf, dass nicht nur Altstars kurz vor ihrer Rente nach China wechseln, sondern auch Topspieler auf dem Höhepunkt ihrer Leistungsfähigkeit. Beispielsweise steht Hulks brasilianischer Landsmann Alex Teixeira mit 26 Jahren bei Jiangsu Suning unter Vertrag. Für Teixeira sind im Februar dieses Jahres 42 Millionen Ablöse an Schachtjor Donezk geflossen - nach Hulk der zweitteuerste asiatische Transfer aller Zeiten.

Jiangsu Suning holte sich im Februar einen brasilianischen Doppelpack: Neben Teixeira auch den damals 28 Jahre alten Ramires für kaum weniger beeindruckende 28 Millionen Euro. Ramires holte mit Benfica Lissabon die portugiesische Meisterschaft, mit dem FC Chelsea den Titel in der Premier League, 51 Mal lief er für Brasilien auf. Jetzt liegt er mit Jiangsu Suning auf Platz zwei der chinesischen Super League.

Jackson Martínez war für den FC Porto dreimal in Folge portugiesischer Torschützenkönig und traf zweimal für Kolumbien bei der WM 2014. Nach einem unglücklichen halben Jahr bei Atlético Madrid steht Martínez seit Februar bei Chinas Tabellenführer GZ Evergrande unter Vertrag. Er soll 42 Millionen Euro gekostet haben - Platz drei in Asiens Bestenliste. Martínez war bei seinen ersten drei Auftritten für Evergrande jedes Mal erfolgreich, fällt seit Ende April allerdings verletzt aus. Mittlerweile soll sein Berater Martínez' Rückkehr nach Europa planen.

Einer der prominentesten Kicker in der Super League ist Gervinho von der Elfenbeinküste. Nach Stationen in Lille, beim FC Arsenal und bei AS Rom nutzte auch der kraftvolle Linksaußen die Transferoffensive im Winter 2015/16, um in China zu unterschreiben. Mit dem ambitionierten Aufsteiger Hebei China Fortune belegt der 29-Jährige derzeit Platz zwei.

Gervinhos bekanntester Teamkollege ist Ezequiel Lavezzi (31). Der argentinische Nationalspieler war Paris St. Germain im Sommer 2012 noch fast 30 Millionen Euro wert, so viel überwies der neureiche Klub damals an den SSC Neapel. Doch besonders in seiner letzten Saison für Paris kam Lavezzi kaum noch zum Zug, im Februar nahmen die Franzosen deshalb eine 5,5-Millionen-Euro-Offerte von Hebei China Fortune an.

Schon seit Juli 2015 spielt Demba Ba in China. Der Senegalese blickt auf eine erfolgreiche Karriere mit Stationen in Hoffenheim, West Ham, Newcastle, beim FC Chelsea und bei Besiktas Istanbul zurück. Jetzt geht er für Shanghai Greenland Shenhua auf Torejagd - und zwar erfolgreich. Der 31-Jährige hat nach 16 Spieltagen schon 14 Treffer erzielt. Die Zweitplatzierten der Torschützenliste, James Chamanga und Ricardo Goulart, kommen nur auf neun Tore.

Die anderen internationalen Stars von Shanghai Greenland Shenhua sind der Kolumbianer Fredy Guarín, der im Februar für 13 Millionen Euro von Inter Mailand gekauft worden ist, und Obafemi Martins. Letzterer galt einst als großes Versprechen, Newcastle United zahlte 2006 für den Angreifer 16 Millionen Euro an Inter Mailand - das war damals noch viel Geld im Profifußball. Doch spätestens nach seinem Jahr beim VfL Wolfsburg ging es für Martins bergab, schon 2013 unterschrieb er in der sportlich wenig attraktiven US-Profiliga MLS. Seit Februar spielt Martins nun für Shanghai Greenland Shenhua und müsste mit 31 Jahren noch voll im Saft stehen. Allerdings durfte er erst einmal von Beginn an ran.

Anfang Juli ist auch Anthony Ujah den Lockrufen aus China gefolgt. Nach einer Spielzeit in Mainz, zwei in Köln und einer in Bremen unterschrieb der 25 Jahre alte Nigerianer bei Liaoning FC, dem derzeitigen Tabellenneunten. Werder soll zwischen zehn und 13 Millionen Euro Ablöse erhalten haben - und hätte damit die an Köln gezahlten festgeschriebenen 4,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Super League hat also großen Einfluss auch auf die Bundesliga, die Preise schießen in schwer nachvollziehbare Höhen.

Bei Liaoning FC trifft Ujah übrigens auf einen anderen Ex-Bremer: Der Innenverteidiger Assani Lukimya steht dort schon seit Ende Januar unter Vertrag. Der Deutsch-Kongolese soll zwei Millionen Euro gekostet haben.

Ein weiterer alter Bekannter aus der Bundesliga: Renato Augusto trägt seit Januar das Trikot von BJ Guoan. Der Brasilianer hatte zwischen 2008 und 2013 eine überwiegend erfolgreiche Zeit bei Bayer Leverkusen, bevor er für knapp sieben Millionen Euro in die brasilianische Heimat zu Corinthians Sao Paolo wechselte. BJ Guoan zahlte im Winter 2016 sogar noch eine Million mehr für den 28-Jährigen.

Und dann gibt es doch noch einen, auf den das Wort Altstar voll zutrifft: Tim Cahill, der mittlerweile 36 Jahre alte Australier. Der einstige Star des FC Everton spielt seit Februar 2015 in der Super League, HZ Greentown ist dort schon sein zweiter Verein.

Stand: 11.07.2016, 08:30 Uhr

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