Brasilien wird Einwanderungsland für Fußball-Promis

Früher konnten die Top-Talente Brasilien nicht schnell genug verlassen, um in Europa Karriere zu machen. Inzwischen ist der WM-Gastgeber 2014 auch Einwanderungsland für Stars geworden - für echte und gescheiterte.

Renato Augusto

Renato Augusto wurde anfangs in Leverkusen gefeiert, zuletzt schaffte er aber nicht mehr den Sprung in die Stammelf. Am Donnerstag (27.12.12) erfolgte schließlich die Trennung: Der Mittelfeldspieler kehrt in seine brasilianische Heimat zurück und wird vom 1. Januar 2013 an für Weltpokalsieger Corinthians Sao Paulo spielen. "Renato hat uns in seiner Zeit in Leverkusen viele tolle Fußballmomente beschert", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. Die vergangenen Monate seien für den Profi wegen diverser Verletzungen aber schwer gewesen, deshalb sei die Trennung das Beste.

Renato Augusto wurde anfangs in Leverkusen gefeiert, zuletzt schaffte er aber nicht mehr den Sprung in die Stammelf. Am Donnerstag (27.12.12) erfolgte schließlich die Trennung: Der Mittelfeldspieler kehrt in seine brasilianische Heimat zurück und wird vom 1. Januar 2013 an für Weltpokalsieger Corinthians Sao Paulo spielen. "Renato hat uns in seiner Zeit in Leverkusen viele tolle Fußballmomente beschert", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler. Die vergangenen Monate seien für den Profi wegen diverser Verletzungen aber schwer gewesen, deshalb sei die Trennung das Beste.

Auch Brasiliens National-Stürmer Alexandre Pato kehrt in seine Heimat zurück. Pato wechselt vom früheren italienischen Meister AC Mailand zum Klub-Weltmeister Corinthians Sao Paulo. Wie der brasilianische Titelträger von 2011 am 3. Januar verkündete, unterschreibt der 23 Jahre alte Stürmer einen Vierjahresvertrag. Pato war 2007 zum AC Mailand gewechselt.

Nach Alexandre Pato will sich der AC Mailand auch von seinem zweiten brasilianischen Nationalstürmer trennen. Robinho soll wie Pato zurück in seine Heimat wechseln, Milan führt derzeit nach italienischen Medienberichten Verhandlungen Gespräche mit dem FC Santos und Atletico Mineiro. Zehn Millionen Euro verlangen die Rot-Schwarzen für den Stürmer.

Den Flaschenwurf auf einen HSV-Fan hat Paolo Guerrero noch überstanden, dann aber kehrte er nach einem schlimmen Foul an Stuttgarts Torhüter Sven Ulreich der Bundesliga doch den Rücken. Jetzt schnürt der exzentrische Angreifer aus Peru für Corinthians die Schuhe.

Deutlich weniger Spuren als Paulo Guerrero hat Thiago Neves in Hamburg hinterlassen. Der offensive Mittelfeldspieler war einer der teuersten Fehleinkäufe der HSV-Geschichte, er spielte in der Saison 2008/09 nur sechsmal und konnte kein einziges Tor erzielen. Inzwischen läuft es für ihn bei Fluminense wieder deutlich besser.

Einen herben Wertverlust in seiner Hamburger Zeit erlitt auch der glatzköpfige Innenverteidiger Alex Silva. Er kam für 6,2 Millionen Euro vom Iraty Sport Club, wurde mangels adäquater Gegenleistung dann ach Sao Paulo ausgeliehen und schließlich im Sommer 2011 für zwei Millionen an Flamengo verkauft, wo er jetzt wieder mehr Wertschätzung genießt..

Wie man fünf Millionen Euro fehlinvestieren kann, bewies die TSG Hoffenheim vor der Jahren mit dem als Top-Talent gehandelten Wellington. Der phasenweise auch etwas vollschlank wirkende Angreifer kam nur auf drei Treffer, anderthalb Jahre später als Leihgabe an Fortuna Düsseldorf kam noch ein weiterer hinzu. Danach trat Wellington die Heimreise in Richtung Figueirense an.

Wer jetzt Häme in Richtung Hamburg und Hoffenheim für angebracht hält, sollte sich kurz eine der größten Transfer-Pannen der Bundesliga-Geschichte ins Gedächtnis rufen. Bei Carlos Alberto verließ Klaus Allofs seine eigentlich herausragende Spürnase aber komplett. Der 8,5-Millionen-Euro-Mann schaffte nie den Durchbruch, prügelte sich dafür aber im Training mit Boubacar Sanogo und leistete sich zahlreiche weitere Eskapaden. 2010 waren die Werderaner froh, als sie dieses Missverständnis in Richtung Vasco da Gama auflösen konnten, wo Carlos Alberto nach zwei weiteren Kurzzeit-Transfers auch jetzt wieder spielt.

Sein Aufstieg zum Weltstar begann in Leverkusen: Lucio spielte ab 2001 drei Jahre für Bayer, ehe er 2004 zu Bayern München ging und dort sogar fünf Jahre die Abwehr dicht hielt und seine Trainer mit seinen gewagten Sololäufen in Atemnot brachte. Inzwischen ist er über Inter Mailand und Juventus Turin zurück in die Heimat gewechselt - und spielt jetzt beim FC Sao Paulo.

Luís Fabiano war lange Zeit Brasiliens National-Mittelstürmer Nr. 1, beim FC Sevilla wurde er zwischen 2005 und 2011 zur Legende. Sogar einen spanischen Pass hat der inzwischen 32-Jährige, der bei seiner Rückkehr zum FC Sao Paulo den Spaniern noch einmal eine Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro einspielte.

Einer der Superstars der Weltmeisterschaft in Südafrika spielt inzwischen auch in Brasilien: Diego Forlan, Volksheld in Uruguay und Europapokal-Gewinner mit Atletico Madrid, geht inzwischen für Gremio Porto Alegre auf Torejagd.

Extravagantes Spiel, rot-schwarze Rastazöpfe und dieser wunderbare Name - Vágner Love ist ein Gesamtkunstwerk. Dazu ist er auch noch ein herausragender Stürmer, im steten Wechsel zwischen ZSKA Moskau, wo er schon dreimal hin- und wieder wegging, und Brasilien: Aktuell spielt er für Flamengo.

Schon mit 19 Jahren kam Denilson aus der Jugend des FC Sao Paulo zum FC Arsenal und wurde zum Leistungsträger im defensiven Mittelfeld und als Außenverteidiger. Doch zuletzt schien das Heimweh zu groß zu werden: Bis zum Juni 2013 hat sich der heute 24-Jährige erstmal wieder nach Sao Paulo ausleihen lassen.