Afrika Cup - Randale in Dakar
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Qualifikationsspiel abgebrochen
Afrika Cup - Randale in Dakar
Beim Qualifikationsspiel zum Afrika Cup zwischen Senegal und der Elfenbeinküste ist es in Dakar zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Partie endete im Chaos.
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Kurz vor Ende der Partie begannen die heimischen Fans am Samstagabend (13.10.12) beim Stand von 0:2 offenbar aus Frust auf den Rängen zu randalieren und stürmten kurz danach das Feld. Als Starfußballer Didier Drogba die Gäste mit zwei Toren in Führung schoss und den Senegalesen den Weg zur Endrunde 2013 de facto verbaute, kam es im Léopold-Sedar-Senghorzu-Stadion von Dakar zum Spielabbruch. Medienberichten zufolge wurden bei den Ausschreitungen rund zehn Menschen verletzt. Darunter war offenbar auch Senegals Sportminister Hadji Malick Gakou. Der 2:0-Sieg der Elfenbeinküste ist vom afrikanischen Fußball-Verband mittlerweile bestätigt worden.
Alles flog auf den Platz
"Essen, Getränke, alles was man werfen kann, flog auf den Platz, aus allen Richtungen", erzählte ein Augenzeuge der britischen BBC. Danach seien von den senegalesischen Fans Mülleimer und Flaggen in Brand gesteckt worden, sogar jene der eigenen Mannschaft. Als die Lage eskalierte, flüchteten vor allem die gegnerischen Anhänger in den Innenbereich des Stadions, um dem wütenden Mob zu entkommen.
Bilder von blutenden Fans
Die Polizei setzte gegen die Randalierer Tränengas ein, die Spieler beider Teams wurden abgeschirmt in die Katakomben geleitet. Kurz vor dem offiziellen Abbruch der Partie fuhren drei schwarze Geländewagen auf den Platz und brachten die Schiedsrichter in Sicherheit. Das südafrikanische Fernsehen zeigte am Sonntagmorgen Bilder von blutenden Fans, die noch auf dem Platz behandelt wurden. Offizielle Angaben über die Verletzten lagen zunächst nicht vor. Wie lokale Medien berichteten, sei es nach der Räumung der Tribünen auch außerhalb des Stadions zu Zusammenstößen gekommen.
Drogba mit zwei Standards
Der Sport geriet angesichts der Gewalt in den Hintergrund. Als das Match in der 76. Minute abgebrochen wurden, hatten die Senegalesen durch den 0:2-Rückstand und nach der 2:4-Niederlage im Hinspiel nur noch theoretische Chancen auf die Teilnahme am Turnier im Januar 2013 in Südafrika. Stürmer Drogba hatte in der zweiten Halbzeit mit einem Freistoßtor (51. Minute) und einem verwandelten Elfmeter (72.) für die Vorentscheidung zugunsten der Elfenbeinküste gesorgt.
Sechs Teams machen Qualifikation perfekt
Bisher haben sechs Teams die Qualifikation zum Afrika Cup perfekt gemacht. Am meisten zitterte dabei der Titelverteidiger: Im Rückspiel der Playoffs musste Sambia auswärts gegen Uganda ins Elfmeterschießen. Nach dem 1:0-Sieg im ersten Duell lagen die Gäste nach 120 Minuten mit demselben Ergebnis im Rückstand, ehe sich der Cup-Sieger von 2012 nach insgesamt 20 Elfmetern mit 9:8 durchsetzte.
Für Ghana war Nationalmannschaftsdebütant Afriyie Acquah beim 1:0 (1:0)-Erfolg in Malawi dank seines Siegtors in der dritten Minute der gefeierte Mann. Keine Probleme hatte Mali beim 4:1 (1:0) in Botswana. Noch deutlicher fiel der Sieg Nigerias gegen Liberia aus: Die "Super Eagles" machten beim 6:1 zu Hause in Calabar das halbe Dutzend voll. Tunesien reichte ein torloses Unentschieden gegen Sierra Leone für den Endrundeneinzug, nachdem das Hinspiel auswärts 2:2 ausgegangen war.
Für die größte Überraschung haben die Fußballer der Kapverdischen Inseln gesorgt. Ihnen reichte in Jaunde eine 1:2-Niederlage gegen Kamerun, nachdem der Außenseiter das Hinspiel vor eigener Kulisse mit 2:0 gewonnen hatte. Auch die Rückkehr von Superstar Samuel Eto'o ins Nationalteam verhalf den unbezwingbaren Löwen aus Kamerun nicht zur Endrunden-Teilnahme im Januar 2013.
dpa | Stand: 17.10.2012, 09:02