Kameruns Wiederauferstehung beim Afrika-Cup

Kameruns Fußballer feiern den Gewinn des Afrika-Cups

Finalsieg in Gabun

Kameruns Wiederauferstehung beim Afrika-Cup

Mit dem Finalsieg im Afrika-Cup gegen Ägypten feiert das einst notorisch zerstrittene Team aus Kamerun seine Wiederauferstehung. Die "Löwen" werden damit auch Gegner des deutschen Teams beim Confed Cup sein.

Vincent Aboubakar hat Kamerun zum fünften Titelgewinn beim Afrika-Cup geschossen. Der eingewechselte Angreifer vom türkischen Spitzenklub Besiktas Istanbul erzielte im Finale am Sonntag (05.02.2017) in Gabuns Hauptstadt Libreville gegen Rekordsieger Ägypten in der 89. Minute das Siegtor zum 2:1 (0:1).

Ägypten mit dem 44 Jahre alten Torhüter Essam El-Hadary war in der 22. Minute durch Arsenals Mohamed Elneny in Führung gegangen. Nicolas N'Koulou glich nach einer Stunde für Kamerun aus, ehe Aboubakar kurz vor dem Abpfiff mit seinem sehenswerten Treffer für die Entscheidung sorgte: In der 88. Minute nahm er einen langen Ball in die Spitze mit der Brust an, lupfte das Spielgerät über einen Abwehrspieler und schoss danach volley ins Tor.

Kamerun feiert ersten Titel nach 15 Jahren

In den Straßen des Landes feierten die Anhänger den ersten Titel der "Unzähmbaren Löwen" nach 15 Jahren, auf dem Spielfeld in Libreville gab es nach demSieg gegen Afrika-Rekordmeister Ägypten kein Halten mehr. Mittendrin im Jubel, der Macher des Erfolgs: Trainer Hugo Broos. "Ich denke, ich habe einen ganz guten Job gemacht", sagte der 64 Jahre alte Belgier.

Der Trainer hatte das Land, das mit Ikone Roger Milla 1990 erst im Viertelfinale der WM scheiterte und Superstars wie Samuel Eto'o hervorbrachte, im Februar 2016 auf dem Tiefpunkt übernommen. Vor der WM 2014 in Brasilien sorgte die Auswahl mit einem Prämienstreit für Negativschlagzeilen. Trainer Volker Finke hatte das Team im Mai 2013 übernommen, schied bei der WM und beim Kontinentalcup ein Jahr später in der Vorrunde aus, im Oktober 2015 war Finkes Schaffenszeit in Kamerun schon wieder beendet.

Ohne Eto'o und Choup-Moting, dafür mit "23 Freunden"

"Als ich in Kamerun ankam, war alles nur negativ", erinnerte sich Broos. Der Kader für sein erstes Match sei als Haufen kranker Männer tituliert worden. Broos zog seine Strategie aber durch und formte aus dem oftmals zerstrittenen Team mit individueller Klasse eine Mannschaft. Oder wie er es selbst formulierte: "Ich bin seit 29 Jahren Trainer, und hatte noch nie ein Team wie dieses. Das ist keine Gruppe von Fußballspielern, das ist eine Gruppe von 23 Freunden."

Noch vor wenigen Wochen deutete wenig auf Kameruns Überraschungscoup hin, denn die Stars blieben zu Hause. Ohne Eric Maxim Choupo-Moting vom FC Schalke oder den ehemaligen Schalker Joel Matip oder auch den zurückgetretenen Eto'o sowie weiteren namhafte Akteuren, die nicht für den Afrika-Cup zur Verfügung standen, berief Broos 14 Spieler ohne jegliche Kontinental-Cup-Erfahrung in seinen Kader. "Als ich nach Kamerun kam, fand ich eine alte, unmotivierte Gruppe von Spielern vor", sagte Broos, der mit Kamerun als Nationaltrainer erstmals in Erscheinung trat. "Sie wollten nicht für Kamerun spielen. Sie taten es nur, weil der Trainer sie berufen hatte. Dies musste ich ändern. Heute haben wir ein Team."

DFB-Gegner beim Confed Cup

Von Kameruns neuem Gesicht können sich im Sommer auch Deutschlands Fußballer ein Bild machen. Durch den fünften Triumph bei der Afrika-Meisterschaft nach 1984, 1988, 2000 und 2002 qualifizierten sich die Kameruner für den Confed Cup vom 17. Juni bis 2. Juli in Russland. In der Gruppe B werden sie dort neben Australien und Chile auch Gegner der deutschen Nationalmannschaft sein.

Stand: 06.02.2017, 10:00

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