Milan will mit Macht zurück an die Spitze

Pressekonferenz mit Milans neuen Besitzern David Han Li, Yonghong Li, Marco Fassone (v.l.n.r.)

Einkaufs-Offensive mit chinesischem Geld

Milan will mit Macht zurück an die Spitze

Neuer Besitzer, neue Stars: Der AC Mailand sucht den schnellen Erfolg mit chinesischem Geld und will mit Macht wieder zurück an die Spitze.

International hat der AC Mailand seit zehn Jahren nichts mehr gewonnen, doch in China gilt Milan noch als große Nummer. Vor allem in den Augen seiner neuen Besitzer, einer chinesischen Investorengruppe, angeführt vom Geschäftsmann Yonghong Li. Die Chinesen haben im vergangenen April endgültig die Macht beim Mailänder Traditionsklub übernommen und die Ära des langjährigen Patrons Silvio Berlusconi und seiner Statthalter beendet.

Seitdem herrscht Aufbruchstimmung, verkörpert allen voran vom neuen Präsidenten, der aktuell mit dem Team auf PR-Tour in China unterwegs ist. Vorgestellt wurde am Montag (17.07.2017) eine Nachwuchs-Kooperation der Mailänder mit chinesischen Fußballschulen. Doch in der Hauptsache wollen die Milan-Bosse ihre neuen Stars präsentieren. "Vom ersten Tag an habe ich Zukäufe für Milan versprochen. Wir werden wieder groß werden, in Italien und in Europa", sagte Yonghong Li nach der Ankunft in Guangzhou.

Neue Stars für Milan: Morata, Aubameyang - oder beide?

Mit der Verpflichtung von Weltklasse-Verteidiger Leonardo Bonucci, der für 42 Millionen Euro von Juventus kam, gelang schon einmal der bislang spektakulärste Sommertransfer in Italien. Doch dies soll erst der Anfang der Einkaufs-Offensive sein: Nach Meldungen der "Gazetta dello Sport" steht die Verpflichtung von Alvaro Morata kurz bevor, der Stürmer von Real Madrid soll 70 Millionen Euro kosten plus zehn Millionen Jahresgehalt. Verbürgt ist auch das Interesse am Bundesliga-Torschützenkönig Pierre-Emerick Aubameyang, für den ein ähnliches Gesamtvolumen aufgerufen wird. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung soll bis zum 26. Juli eine Entscheidung über den gebürtigen Gabuner gefallen sein.

Daneben steht auch der portugiesische Europameister Renato Sanches vom FC Bayern auf der Wunschliste der Mailänder. Fast schon unspektakulär wirken dagegen die bereits beschlossenen Verpflichtungen von Mittelfeldspieler Hakan Calhanoglu und Ricardo Rodriguez, die aus der Bundesliga nach San Siro wechseln.

Milan-Geschäftsführer: "Zurück in die Weltspitze"

Zudem konnte Milan den Vertrag mit Gianluigi Donnarumma, der mindestens als größtes Torwart-Talent Italiens, wenn nicht der Welt gilt, verlängern. Nach einer wochenlangen Seifenoper. Wohlgemerkt: Die Rede ist von einem 18-Jährigen, ohne internationalen Klub-Einsatz.

Das Ziel sei, Milan wieder "zu altem Ruhm" und an die "Weltspitze" zu verhelfen, sagte Geschäftsführer Marco Fassone kurz vor dem Vorbereitungsspiel gegen Borussia Dortmund am Dienstag in Guangzhou. Vier Tage später treten die "Rossoneri" in China zudem gegen den FC Bayern an. Doch dass all die neuen Spieler dann auch richtig zusammenspielen müssen, weiß auch der Trainer. "Jetzt liegt es an uns, es wird nicht leicht sein mit all den neuen Spielern", sagte Vincenzo Montella. "Aber ich bin optimistisch, dass wir es nächste Saison schaffen."

International zuletzt nur Zaungast

Zeit für neuen Ruhm ist es: Der letzte Meistertitel liegt für die Mailänder bereits sechs Jahre zurück. In der Champions League war der Club zuletzt nur Zaungast, die Königsklasse gewannen die "Rossoneri" das letzte Mal vor zehn Jahren. In der Serie A landete das Team vergangene Saison auf Platz sechs - den Anschluss an Rekordmeister Juventus Turin hat der Klub verpasst.

Auch was das Stadion angeht: Während Juventus als einziges Spitzenteam Italiens über eine schicke, moderne Fußballarena verfügt, spielt Milan in der altehrwürdigen, aber maroden Fußballoper in San Siro. Gleich nach der Übernahme haben Milans neue Besitzer den Bau eines neuen, eigenen Stadions angekündigt. Wenn dann noch Geld übrig ist, nach allen geplanten Monster-Transfers.

red/sid/dpa | Stand: 17.07.2017, 16:00

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