Spiel zwischen Barca und Las Palmas findet ohne Zuschauer statt

Szene im Spiel Barcelona - Las Palmas Saisn 2016/17

Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien

Spiel zwischen Barca und Las Palmas findet ohne Zuschauer statt

Das Duell zwischen dem FC Barcelona und Las Palmas in der spanischen Primera Division wird von der Auseinandersetzung über das katalonische Referendum zur Unabhängigkeit überlagert.

Zunächst hatten mehrere spanische Medien und Agenturen vermeldet, dass das Spiel aus Sicherheitsgründen kurzfristig abgesagt worden sei. Auch sportschau.de meldete entsprechend zunächst die Spielabsage, die Barcelona eigenmächtig angekündigt hatte. Via Twitter verkündete der Klub wenig später, dass das Spiel nicht abgesagt sei, jedoch ohne Zuschauer stattfinden wird.

Zwar wollte Barca definitiv eine Spielabsage erwirken und berief sich dabei auf die katalonische Regionalpolizei, die die Sicherheit laut Angaben des Klubs "nicht mehr gewährleisten konnte". Die spanische Liga stimmte dem jedoch nicht zu und zwang Barca dadurch, das Spiel zu bestreiten.

Spanische Flagge auf Las Palmas Trikot sorgt für Aufregung

Nachdem Las Palmas angekündigt hatte, die Partie am Sonntag (01.10.2017) mit kleinen spanischen Flaggen auf dem Trikot bestreiten zu wollen, stellte Barca die Austragung grundsätzlich infrage.

Sicherheitsbedenken beim FC Barcelona

Barca habe laut den Berichten ein Dringlichkeitstreffen angesetzt, um mit den Sicherheitskräften zu diskutieren, ob das Spiel überhaupt stattfinden könne. Las Palmas hatte das Tragen des nationalen Symbols damit begründet, dass "unsere Hoffnung in die Zukunft des Landes still demonstriert" werden solle. Barca unterstützt seit Langem das Recht auf eine Abstimmung über die katalonische Unabhängigkeit, ohne sich aber auf eine Seite zu schlagen.

Piqué und Puyol bekennen sich zum Referendum

Zuvor bekannten sich Gerard Piqué sowie die früheren Barca-Profis Xavi und Carles Puyol zur Wahl. "Zu wählen ist Demokratie", twitterte Puyol.

Während Puyol mit seinem Tweet nur die Ansetzung des Referendums unterstützt, forderte sein ehemaliger Teamkollege Piqué via Twitter sowohl zum Wählen, als auch zu friedlichem Verhalten auf. "Ich habe abgestimmt. Gemeinsam sind wir beim Schutz der Demokratie nicht zu stoppen", schrieb der 30-Jährige am Sonntag auf Twitter. Piqué postete auch ein Foto, das ihn bei der Stimmabgabe in Barcelona zeigt.

Der spanische Nationalspieler und Weltmeister von 2010 hatte die Separatisten erst vor wenigen Tagen dazu aufgerufen, sich bei der Abstimmung "friedlich auszudrücken". "Geben wir ihnen keine Entschuldigung. Das ist nämlich das, was sie wollen", twitterte er. "Und lasst uns alle sehr laut und sehr kräftig singen", postete er auf Katalanisch. Der gebürtige Katalane, der seit 2008 als Profi für seinen Heimatklub aufläuft, gilt als Verfechter der Idee eines von Madrid unabhängigen Kataloniens und geriet wegen politischer Meinungsverschiedenheiten auch schon mit Kollegen aus der spanischen Nationalmannschaft aneinander.

Spanische Regierung will das Referendum verhindern

Das von der katalanischen Regionalregierung unter Führung von Ministerpräsident Carles Puigdemont ausgerufene "verbindliche Referendum" findet trotz eines Justizverbotes und gegen den Willen der Zentralregierung in Madrid statt. Zur Verhinderung der Abstimmung hat Madrid rund 4.000 staatliche Polizisten nach Katalonien geschickt.

dvo/sid/dpa | Stand: 01.10.2017, 14:30

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