Sandrock tritt als DFB-Generalsekretär zurück

Helmut Sandrock

Rücktritt

Sandrock tritt als DFB-Generalsekretär zurück

Helmut Sandrock ist als Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zurückgetreten. Auch Sandrock war in der Affäre um die WM 2006 unter Druck geraten.

Wie der DFB am Freitag mitteilte, gibt der 59-Jährige sein Amt "auf eigenen Wunsch" mit sofortiger Wirkung auf. Dies habe Sandrock der amtierenden DFB-Führungsspitze mit den beiden 1. Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball sowie Schatzmeister Reinhard Grindel mitgeteilt.

Sandrock hatte das Amt seit 2012 inne. Ein Nachfolger steht noch nicht fest. Laut einem Bericht des Fachmagazins "kicker" soll es zu einer internen Lösung kommen.

Sandrock Nachfolger von Niersbach

Sandrock hatte am 2. März 2012 die Nachfolge von Wolfgang Niersbach angetreten, der damals zum DFB-Präsidenten aufgestiegen war. Eigentlich hatte Sandrock am Freitag Teil der DFB-Delegation beim FIFA-Kongress in Zürich sein sollen, er fehlte offiziell aber aus gesundheitlichen Gründen.

"Es ist einfach guter Stil und üblich, wenn bei einer Neuwahl des Präsidenten des DFB dieser auch die Gelegenheit erhält, dem DFB-Bundestag einen neuen Generalsekretär zur Wahl vorzuschlagen. Zum Wohl unseres Fußballsports und des DFB ist es notwendig, dass ein kompletter Neuanfang - auch personell - glaubwürdig und konsequent dokumentiert wird"", wurde Sandrock in der DFB-Mitteilung zitiert.

Druck wegen der WM-Affäre

Sandrock war zuletzt in der Affäre um die WM 2006 unter Druck geraten. Dabei ging es vor allem um die Frage, wie und wann Niersbach und er über die dubiose 6,7-Millionen-Euro-Zahlung des Verbandes an die FIFA erfahren haben. Sandrock arbeitete im WM-OK-Komitee des DFB als Turnierdirektor. Nach Angaben des vom DFB fristlos gekündigten Vize-Generalsekretärs Stefan Hans sei das Spitzenduo bereits im Juni 2015 von ihm informiert worden. Dies legt auch ein Bericht der "Bild"-Zeitung vom Freitag nahe, die sich auf Gesprächsprotokolle von Hans beruft.

Auch vom prekären Vertrag mit dem damaligen FIFA-Spitzenfunktionär Jack Warner (Trinidad & Tobago) sollen Niersbach und Sandrock früher als von diesen bislang angegeben erfahren haben.

Das Ergebnis der internen Ermittlungen über die Vergabe der WM 2006 von Freshfields wird der DFB zusammen mit der Kanzlei Freshfields am kommenden Freitag (4. März) in Frankfurt/Main vorstellen.

sid/dpa | Stand: 26.02.2016, 10:17

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