DFB-Frauen rumpeln sich zum Sieg gegen Tschechien

WM-Qualifikation, Tschechien - Deutschland 0:1

DFB-Frauen rumpeln sich zum Sieg gegen Tschechien

Nur ein Eigentor hat die deutschen Fußballerinnen vor einem Ausrutscher in der WM-Qualifikation bewahrt. Bei einem ganz schwachen Auftritt in Tschechien kam die Auswahl von Bundestrainerin Steffi Jones am Dienstag (19.09.2017) dank eines Aussetzers von Verteidigerin Eva Bartonova (51. Minute) zu einem 1:0 (0:0).

Jones setzte im Mestsky Stadion von Usti nad Labem fast auf die gleiche Startformation wie drei Tage zuvor beim 6:0 über Slowenien. Nur im Tor vertrat wie erwartet Laura Benkarth erneut Almuth Schult, die gegen Slowenien einen Bluterguss im linken Fuß erlitten hatte und nicht mit nach Tschechien reisen konnte.

Die deutsche Auswahl hatte von Beginn an Probleme mit dem aggressiven Pressing der Tschechinnen. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis ein Schuss aus spitzem Winkel von Simone Laudehr (28.) erstmals für einen Hauch von Torgefahr sorgte.

Erst als den Gastgeberinnen ein wenig die Kräfte schwanden, konnte sich die DFB-Auswahl ansatzweise befreien. Doch für zwingende Aktionen im letzten Drittel fehlten Durchschlagskraft und Präzision.

Die Führung ändert nur wenig

Zu Beginn der zweiten Hälfte profitierte der haushohe Favorit dann von einem schweren Lapsus in der Hintermannschaft des Weltranglisten-37.: Einen weiten Ball von Tabea Kemme lenkte Bartonova, die kurz zuvor noch mit einer Rettungstat auf der Linie geglänzt hatte, mit der Hüfte aufs eigene Tor und überraschte Torhüterin Barbora Voitkova.

Doch selbst die Führung verlieh der DFB-Auswahl kein Selbstvertrauen. Während die Tschechinnen sich zunehmend vor dem eigenen Strafraum einigelten, blieb es im deutschen Spielaufbau häufig bei Stückwerk. Einen schönen Treffer von Kapitänin Dzsenifer Maroszan per Hacke (70.) erkannte Schiedsrichterin Marta Huerta De Aza (Spanien) wegen vermeintlicher Abseitsstellung nicht an - eine Fehlentscheidung.

Für unseren Anspruch zu wenig

Jones versuchte nach dem Schlusspfiff, das Positive aus der Partie zu ziehen. "Das war auch jetzt ein Schritt nach vorne. Denn wir müssen die Erkenntnis mitnehmen, dass wir zu harmlos sind vorne", sagte die 44-Jährige in der ARD. Ihr Team habe zwar "gefightet, es war ein Kampfsieg, aber für unseren Anspruch zu wenig."

Bei einem Kopfball von Tereza Kozarova wurde es zum Schluss sogar noch einmal eng - Benkarth lenkte den Ball mit den Fingerspitzen über die Latte (82.).

Weiter in Richtung Endrunde geht es am 20. Oktober, wenn der zweimalige Welt- und achtmalige Europameister in Wiesbaden gegen den EM-Teilnehmer Island auf jeden Fall eine Leistungssteigerung zeigen muss. Vier Tage darauf geht es in Großaspach gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Färöer.

sid/dpa | Stand: 19.09.2017, 19:53

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