DFB-Frauen spielstark - bis zum Strafraum

Jubel bei den deutschen Frauen

Testspiel-Sieg gegen Kanada

DFB-Frauen spielstark - bis zum Strafraum

Die deutschen Fußball-Frauen haben auf dem Weg zur EM-Titelverteidigung mit dem Testspiel-Sieg über Kanada ein Ausrufezeichen gesetzt - aber auch einige Fragezeichen, vor allem bei der Chancenverwertung, hinterlassen.

Die DFB-Auswahl bezwang am Mittwochabend (19.06.13) in Paderborn den Olympia-Dritten von London hochverdient mit 1:0 und zeigte sich spielerisch verbessert. Mit ihrem ersten Länderspieltor im achten Einsatz gelang Leonie Maier (53. Minute) vor 9.781 Zuschauern der einzige Treffer. "Ich war riesig froh, dass der Ball drin war. Aber viel wichtiger ist, dass wir eine klare Leistungssteigerung gehabt haben im Vergleich zum letzten Spiel", sagte die Torschützin.

Zwei auf der Streichliste

Im vorletzten Testspiel auf dem Weg zur Fußball- Europameisterschaft in Schweden zeigte das junge DFB-Team eindrucksvoll, dass es sich selbst von großen Verletzungspech bei sechs Ausfällen nicht von seinem Ziel abringen lassen will. An diesem Donnerstag wird Bundestrainerin Silvia Neid ihren 23 Spielerinnen umfassenden Kader für das Turnier in Schweden (10. bis 28. Juli) bekanntgeben. Zwei Akteurinnen muss sie noch streichen.

Änderungen auf dem Flügel

Bis zur Abreise nach Växjo am 7. Juli steht für den Titelverteidiger nur noch der Abschlusstest am 29. Juni gegen Weltmeister Japan in München an. Neid veränderte ihr Team im Vergleich zum 3:0-Sieg gegen Schottland moderat. Für die verletzte Babett Peter (Ermüdungsbruch im Fuß) verteidigte die junge Potsdamerin Jennifer Cramer auf der linken Seite. Der rechte Flügel wurde komplett neu besetzt: Statt Bianca Schmidt bekam Leonie Maier hinten eine Chance, die Münchnerin Lena Lotzen kam neu in die Startelf und wirbelte vor ihr. Anja Mittag rückte dafür von der rechten auf die linke Offensiv-Position.

Erste Chance für Kanada

Bereits in der 3. Minute hätte es 0:1 stehen können, als Kanadas Starspielerin Christine Sinclair auf Diana Matheson passte, stand die Mittelfeldspielerin völlig frei vor DFB-Torhüterin Nadine Angerer. Doch Matheson versagten die Nerven. Danach bekam die DFB-Elf das Spiel sehr gut in den Griff und zeigte trotz der großen Hitze von 32 Grad einige vielversprechende Spielzüge. Anja Mittag per Fernschuss (13.) und Celia Okoyino da Mbabi per Kopf (19.) verfehlten das kanadische Tor jedoch knapp.

Kurz darauf konnte die Doppeltorschützin vom vergangenen Samstag, Okoyino da Mbabi, einen Abwehrfehler von Sophie Schmidt (23.) nicht nutzen. Kanadas Torfrau Erin McLeod musste noch einige Male eingreifen, um einen Rückstand zu verhindern. Kurz vor der Pause vergaben erneut Okoyino da Mbabi (41.) und Lotzen mit einem Schuss knapp neben das Tordreieck die mögliche deutsche Führung.

Debüt von Leupolz

In der zweiten Spielhälfte kam die erste 19 Jahre alte Freiburgerin Melanie Leupolz zu ihrem Länderspieldebüt. Und die große Feldüberlegenheit der DFB-Elf in dem durch mehrere Trinkpausen unterbrochenen Spiel setzte sich fort. Die stark auftrumpfende Rechtsverteidigerin Maier (53.) brach dann endlich den Tore-Bann. Aus spitzen Winkel brachte das 20 Jahre alte Supertalent aus Bad Neuenahr, das in der kommenden Saison für den FC Bayern spielt, den Ball im Tor des Olympia-Dritten unter.

Von Kanada - immerhin Weltranglisten-Siebter - war über 90 Minuten wenig zu sehen. Zudem verrieten die Nordamerikanerinnen große Abwehrschwächen, die Deutschland aber bei ihrer Vielzahl an Großchancen viel effektiver hätte nützen müssen.

dpa/ch | Stand: 19.06.2013, 20:08