DFB-Elf gegen Aserbaidschan mit sieben Neuen

Emre Can

Qualifikation zur WM in Russland

DFB-Elf gegen Aserbaidschan mit sieben Neuen

Für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft laufen heute im WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan unter anderem Torhüter Bernd Leno, Shkodran Mustafi, Niklas Süle, Emre Can, Julian Brandt, Leroy Sane und Lars Stindl auf.

Vor Leno bilden Joshua Kimmich, Mustafi und Süle eine Dreierkette. Neben Can spielt Leon Goretzka im defensiven Mittelfeld. In der Offensivreihe agiert Thomas Müller zwischen Brandt und Sane. Das Sturm-Duo bilden Sandro Wagner und Stindl. Die bereits für die WM in Russland qualifizierte Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) peilt den zehnten Sieg im zehnten Spiel an. Dieses Kunststück ist in einer WM-Qualifikation bisher nur Spanien auf dem Weg zum WM-Titel 2010 geglückt.

Die deutsche Aufstellung:

12 Leno - 18 Kimmich, 2 Mustafi, 6 Süle - 14 Can, 19 Goretzka - 20 Brandt, 13 Müller, 23 Sane - 9 Wagner, 10 Stindl. - Trainer: Löw

Draxler erkrankt

Wie der DFB wenige Stunden vor dem Anpfiff mitteilte, muss Draxler wegen eines grippalen Infektes passen. Auch ungeachtet des Ausfalls des 24 Jahre alten Mittelfeldspieler von Paris St. Germain will der Bundestrainer das abschließende Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan dazu nutzen, um personell zu rotieren. Jetzt beginne die "Testphase" für die Endrunde in Russland, sagte Löw am Samstag (07.10.2017). Er werde daher "den einen oder anderen Wechsel" vornehmen.

Mit Leno im Tor

Es könne durchaus Wechsel in allen Mannschaftsteilen geben, deutete Löw vorab an und sprach drei Akteuren, die zuletzt höchstens sporadisch zum Einsatz kamen, bereits eine Einsatzgarantie aus. "Bernd Leno wird im Tor stehen, des Weiteren wird Emre Can im defensiven Mittelfeld beginnen, und ich plane auch, Leroy Sané von Anfang an eine Chance zu geben", sagte Löw. Außerdem kündigte der Bundestrainer an, dass Leon Goretzka wie schon beim 3:1 gegen Nordirland in der Anfangself auftauchen wird. Gut möglich ist außerdem, dass gegen Aserbaidschan Lars Stindl (für Sandro Wagner) und Antonio Rüdiger (für Jérôme Boateng) eine Chance von Anfang an erhalten.

Man dürfe diese Änderungen keinesfalls als Zeichen dafür werten, dass er das Spiel in Kaiserlautern mit halber Kraft angehe, sagte Löw. Auch wenn sich Deutschland frühzeitig und überaus souverän für die WM qualifiziert habe, reiche das noch nicht aus. Das Motto: Wer sich mit dem Status quo abfinde, sei schon dabei, sich zu verschlechtern. Es sei deshalb das erklärte Ziel, "auch das zehnte Spiel zu gewinnen" und damit die Qualifikation abzurunden.

Hoffnung auf Neuer

Für Unruhe sorgten rund um die Pressekonferenz Aussagen von DFB-Kapitän Manuel Neuer. Die verletzte Nummer eins im Tor hatte dem vereinseigenen Sender "FC Bayern.tv" gesagt, es könne "bis zu einem halben Jahr" dauern, ehe er auf den Platz zurückkehren könne. Sollte es dazu kommen, würde Neuer bis in den März hinein ausfallen - auch seine WM-Teilnahme könnte dann in Gefahr geraten. Angesprochen auf diese Neuigkeit sagte Löw, er mache sich deshalb keine Sorgen und gehe davon aus, "dass der Manuel schon in zwei, drei Monaten wieder auf dem höchsten Niveau sein kann."

Neuer hat seit einem Jahr kein Länderspiel mehr bestritten. In dieser Zeit hat sich Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona als erster Vertreter etabliert. Auf den 25-Jährigen setzte Löw auch beim Gewinn des Confed Cups in diesem Sommer in Russland. "Er hat Ruhe, Sicherheit und Coolness. Wenn man jetzt von einem Torhüter hinter Manuel Neuer spricht, ist das im Moment der Marc ter Stegen", sagte Löw.

Löws Appell

Zudem nutzte der Bundestrainer die Pressekonferenz, um mit Blick auf die kommenden Aufgaben einen Appell an seine Spieler zu richten. Wenn es im nächsten Sommer in Russland um die Titelverteidigung gehe, müssten alle Spieler "auf den Punkt genau auf dem höchsten Niveau sein, um zu jeder Minute, zu jeder Sekunde des Turniers Topleistungen abzurufen", sagte Löw. "Nur dann ist der Titel möglich." Zuletzt gelang es Brasilien, einen WM-Titel erfolgreich zu verteidigen - das war im Jahr 1962.

Sollte es seiner Mannschaft gelingen, dies zu wiederholen, sei es eine "historische Leistung, die es seit Ewigkeiten nicht mehr gab", sagte Löw. Deutschland sei "auf dem Papier, in der Weltrangliste die Nummer 1", ausruhen dürfe sich auf diesem Status aber niemand. "Es wird das schwerste Turnier überhaupt, das ist klar", sagte Löw. "Wir als Weltmeister haben etwas zu verlieren - alle andern können nur gewinnen. Das ist keine einfache Ausgangssituation, das verlangt eine Topleistung der Mannschaft und jedes einzelnen Spielers."

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, am 08.10.2017 ab 22:50 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 08.10.2017, 19:58

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