Schweiz und Kroatien fahren zur WM

Der Nordire Jamie Ward in Aktion gegen den Schweizer Stephan Lichtsteiner.

WM-Play-offs

Schweiz und Kroatien fahren zur WM

Die Schweiz und Kroatien haben die WM-Endrunde in Russland erreicht. Beiden Mannschaften reichte in ihren Play-off-Rückspielen ein torloses Remis zur Qualifikation.

Die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft hat ihre Nachprüfung in der WM-Qualifikation erfolgreich bestanden. Das Team von Trainer Vladimir Petkovic quälte sich im Play-off-Rückspiel am Sonntag (12.11.2017) gegen Nordirland zu einem 0:0 und sicherte sich damit das Ticket für die WM-Endrunde kommenden Sommer in Russland.

Kroatien reichte nach einem souveränen 4:1 im Hinspiel gegen Griechenland im Rückspiel in Piräus ebenfalls ein 0:0, um das Team des deutschen Trainers Michael Skibbe endgültig auszuschalten.

Verschwenderischer Umgang mit Chancen

Mit einem 1:0 in Belfast hatten die Eidgenossen im Hinspiel den Grundstein für ihre insgesamt elfte Teilnahme bei einem Weltturnier gelegt. Die Gäste übten im St. Jakob-Park in Basel allerdings von Beginn an mächtig Druck auf die Schweizer aus und hatten in der dritten Minute bereits eine hochkarätige Möglichkeit, als Chris Brunt mit einem platzierten Distanzschuss den Gladbacher Torwart Yann Sommer zu einer Glanzparade zwang.

Nur zwei Minuten später hatte auf der anderen Seite der frühere Frankfurter Haris Seferovic eine große Möglichkeit. In der zehnten Minute wäre zudem Gareth McAuley nach einer scharfen Hereingabe von Blerim Dzemaili aufseiten der Gäste beinahe ein Eigentor unterlaufen.

Die "Green and White Army" hatte in der Folgezeit Glück, dass die Schweiz mit ihren Chancen äußerst verschwenderisch umging. Der frühere Bayern-Profi Xherdan Shaqiri und der Hoffenheimer Steven Zuber vergaben vor der Pause weitere Hochkaräter für die "Nati".

Rodriguez rettet auf der Linie

Nach dem Seitenwechsel setzten die Nordiren alles auf eine Karte, spielten bedingungslos nach vorne und entblößten dabei zwangsläufig ihre Abwehr. Die Schweizer hatten reichlich Kontermöglichkeiten und bei Dauerregen auf dem schwer bespielbaren Untergrund durch den ehemaligen Wolfsburger Ricardo Rodriguez, der im Hinspiel einen umstrittenen Foulelfmeter zum Siegtreffer genutzt hatte, auch in der 50. Minute die erste Möglichkeit. Fünf Minuten später verfehlte auf der Gegenseite Conor Washington für den deutschen Qualifikations-Gruppengegner nur knapp das Ziel.

Der nordirische Teammanager Michael O'Neill verzweifelte wenig später erneut, als George Saville eine weitere Großchance ausließ. Jonny Evans hatte in der Nachspielzeit die größte Chance der Gäste, nachdem Sommer an einem hohen Ball vorbeigeflogen war. Doch Rodriguez rettete auf der Linie und sicherte so die WM-Teilnahme der Schweiz.

Leichtes Spiel für Kroatien

In Piräus hatten die Kroaten unter dem Strich leichtes Spiel und machten am Ende souverän ihre fünfte Teilnahme an einer WM-Endrunde perfekt. Die Griechen, die 2016 auch die EM-Endrunde in Frankreich verpasst hatten, erlebten ihrerseits die zweite große Enttäuschung innerhalb von zwei Jahren.

Die Gastgeber, bei denen der Augsburger Bundesligaprofi Kostas Stafylidis nach seiner schwachen Leistung im Hinspiel beim Anpfiff nur auf der Bank saß, suchten mit dem Mut der Verzweiflung von Beginn an ihr Heil in der Offensive. Aber der erwartete Sturmlauf endete zumeist vor dem Strafraum der Kroaten, die in der Defensive sicher standen.

Gefährliche Konter

Kroatien war seinerseits bei Kontern einige Male gefährlich. Vor allem die beiden Spanien-Legionäre Ivan Rakitic vom FC Barcelona und Luka Modric von Real Madrid stellten die griechische Abwehr um BVB-Profi Sokratis vor Probleme. Auch der frühere Bundesligaprofi Mario Mandzukic setzte sich immer wieder gut in Szene. Die beste Möglichkeit vor der Pause hatte der ehemalige Dortmunder und Wolfsburger Ivan Perisic, der in der 43. Minute mit einem Gewaltschuss aus 22 Metern nur den Pfosten traf.

Nach dem Seitenwechsel machten die Kroaten vor 30.000 Zuschauern aber nicht mehr als nötig. Mit zunehmender Spielzeit resignierten zudem die Hausherren. Die griechische Presse hatte gleich nach der Hinspiel-Pleite in Kroatien die Ablösung von Skibbe gefordert.

Thema in: Sport aktuell, Deutschlandfunk, 12.11., ab 22.50 Uhr

dpa/sid/red | Stand: 12.11.2017, 22:40

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