Fan-Organisation kritisiert DFB nach Nazi-Eklat

Deutsche "Fans" benehmen sich in Prag daneben

Rechte Parolen bei Zuschauern der Nationalmannschaft

Fan-Organisation kritisiert DFB nach Nazi-Eklat

Die Fan-Organisation "Pro Fans" übt nach dem Nazi-Eklat beim Länderspiel der Nationalmannschaft in Prag heftige Kritik am DFB.

In einer am Freitag veröffentlichten Pressemitteilung wirft "Pro Fans" dem Verband vor, bei Länderspielen neonazistische und rassistische Auswüchse indirekt zu begünstigen. Der DFB bestimme über den von ihm gesteuerten "Fan Club Nationalmannschaft" die Fankultur von oben, "die Degradierung zum Kunden erstickt jedes Verantwortungsgefühl", heißt es. Der eigene Beitrag bestehe nur in der Geldzahlung, nicht etwa in aktiver Mitwirkung.

Umwälzung der Schuld auf die gastgebenden Länder

Weiter wirft "Pro Fans" dem DFB vor, sich aus der Verantwortung zu stehlen, indem man den tschechischen Gastgebern eine Teilschuld gebe, weil diese Karten frei verkauft haben. "Die Ursache rechtsradikaler Ausfälle im freien Kartenverkauf zu suchen, ist eine geradezu absurde Ablenkung von der eigenen Verantwortung. Der DFB täte besser daran, eine lebendige Fankultur zu fördern", heißt es. Dann würden sich auch im Umkreis der Nationalelf ausreichend Fans gegen rassistische Tendenzen engagieren.

"Sieg Heil"-Rufe in Prag beim Länderspiel

Rund 200 Anhänger hatten am Freitag unter anderem mit Nazi-Parolen gehetzt. "Sieg"-Rufe nach dem Siegtreffer zum 2:1 durch Mats Hummels wurden auf der Tribüne mit "Heil"-Rufen beantwortet. Die Hooligans in der Prager Eden-Arena hatten ihre Eintrittskarten nach Angaben von Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff nicht über den offiziellen Verkaufsweg des DFB bezogen.

red/steigels | Stand: 08.09.2017, 15:25

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