Einzelkritik - Kimmich und Wagner überragend

Einzelkritik - Kimmich und Wagner überragend

Die beiden haben sich gesucht und gefunden: Flanken-Spezialist Joshua Kimmich harmonierte gegen Nordirland perfekt mit dem robusten Zentralstürmer Sandro Wagner.

Marc-André ter Stegen (Tor): Am Anfang sah die Strafraumbeherrschung ausbaufähig aus, dann aber in der 40. Minute mutig im Herauslaufen und deshalb auch Sieger gegen den frei vor ihm auftauchenden Corry Evans. Beim Gegentor am Ende war er machtlos, es ärgerte ihn trotzdem sehr.

Joshua Kimmich (Abwehr): Sammelte in der zweiten Minute seinen insgesamt achten Assist im Nationaltrikot, setzte auch danach die Kollegen, vor allem Sandro Wagner, immer wieder überragend in Szene. Krönte seine Vorstellung mit dem Volleyschuss zum 3:0 in der Schlussphase.

Jérôme Boateng (Abwehr): Trotz seiner langen Pause sofort wieder ein Fels in der Abwehr, körperlich sehr präsent und hochkonzentriert. Gute Abstimmung mit Mats Hummels und auch brauchbares Spiel nach vorne.

Mats Hummels (Abwehr): Wie sein Nachbar Boateng Herr des Geschehens, gegen die robusten und kopfballstarken Nordiren am Boden und auch in der Luft klar überlegen. Eine Viertelstunde vor Schluss dann aber auch ein Ballverlust, der den Lattenschuss von Connor Washington ermöglichte.

Marvin Plattenhardt (Abwehr): Drehte in der ersten Hälfte vorne zu oft wieder ab und suchte den sicheren Pass nach hinten, statt mal mutig ins Eins gegen Eins zu gehen und Flanken auf Sandro Wagner zu schlagen. Beste Aktion fünf Minuten vor Schluss, als seine Hereingabe das 3:0 durch Kimmich einleitete.

Toni Kroos (Mittelfeld): Immer wieder mit wunderbaren Spielverlagerungen und öffnenden Pässen, bevorzugter Adressat war der dann auf der rechten Außenbahn durchstartende Kimmich. Die Passsicherheit muss man bei ihm nicht extra betonen, da gibt es auf seiner Position weltweit kaum einen Besseren.

Sebastian Rudy (Mittelfeld): Sein erstes Tor im DFB-Trikot hätte er sich nicht schöner malen können: Nach der kurzen Ablage von Joshua Kimmich traf er aus 22 Metern perfekt in den linken Winkel.

Julian Draxler (Mittelfeld): Zunächst recht blass, dann meldete er sich nach einer knappen halben Stunde mit einem Volleykracher knapp neben das Tor zum Dienst. Danach tauchte er aber wieder über längere Zeit unter und konnte sich nicht nachhaltig für weitere Startelf-Berufungen empfehlen.

Leon Goretzka (Mittelfeld): Bereicherung im deutschen Mittelfeld, weil er die Bälle schnell nach vorne weiterleitete, aber auch in der Rückeroberung glänzte. Sehr fleißig, wenn auch nicht allzu auffällig. Im zweiten Durchgang kaum noch zu sehen.

Thomas Müller (Mittelfeld): Hatte in der Offensive alle Freiheiten, war extrem viel unterwegs. Leistete sich in der Anfangsphase aber auch einige ungewohnte technische Unzulänglichkeiten. Gab aber immer weiter Gas und scheiterte kurz nach dem Wechsel mit einem guten Kopfball an Keeper Michael McGovern.

Sandro Wagner (Angriff): Rechtfertigte seine Aufstellung in überragender Art und Weise. Der Hoffenheimer hatte in der fünften Minute die erste gute Kopfballchance, traf die Kugel aber nicht richtig. Nach einer Viertelstunde hatte er wieder Pech - und köpfte an den Pfosten. Aber er ließ sich nicht entmutigen und vollstreckte in der 20. Minute technisch hochwertig zum 2:0. Brillant auch seine Flanke (!) von links zur Großchance von Müller (49.).

Emre Can (67. für Goretzka): Kam ganz schwer in die Gänge und leistete sich einige Ballverluste. Joker ist nicht so sein Ding.
Leroy Sané (72. für Draxler): Schöner Steilpass auf Müller und starker Lauf in die Tiefe in der 82. Minute, Müller bekam aber den Doppelpass mit ihm nicht zustande.
Lars Stindl (83. für Müller): Konnte sich nicht mehr in Szene setzen.

Stand: 05.10.2017, 22:53 Uhr

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