WM in Russland wohl ohne Niederlande

Vincent Janssen

Oranje braucht ein Fußball-Wunder

WM in Russland wohl ohne Niederlande

Das nächste Desaster für die Fußball-Nationalmannschaft der Niederlande ist so gut wie perfekt. Trotz eines schmeichelhaften 3:1 (1:0) beim Außenseiter Weißrussland wird die "Elftal" die WM-Endrunde 2018 in Russland aller Voraussicht nach ebenso wie die EURO 2016 in Frankreich nur als Zuschauer verfolgen. In Afrika löste Nigeria das WM-Ticket, auch Costa Rica ist durch.

Die Niederlande liegen vor dem letzten Spieltag der WM-Qualifikation in der Europa-Gruppe A mit 16 Punkten auf dem dritten Platz, haben aber praktisch keine Chance mehr, den direkten Konkurrenten Schweden am kommenden Dienstag (10.10.2017) in der Amsterdam Arena vom zweiten Platz zu verdrängen.

Die Schweden wahrten nicht zuletzt dank der Treffsicherheit des ehemaligen Hamburgers Marcus Berg ihre Chance auf die direkte Qualifikation. Berg erzielte beim 8:0 (3:0)-Kantersieg gegen Luxemburg vier Treffer. Schweden weist 19 Punkte auf und eine Tordifferenz von plus 19. Die Niederlande haben eine Tordifferenz von plus sieben und müssten mit sieben Toren Unterschied gewinnen, um noch die WM-Play-offs zu erreichen.

Robben frustriert

Das Oranje-Team um den schwachen Bayern-Star Arjen Robben war in Borissow am Samstag (07.10.2017) in der 24. Minute durch Davy Pröpper in Führung gegangen, ehe Maxim Wolodko (55.) für die Gastgeber ausglich. Kapitän Robben traf per Foulelfmeter (84.), ehe Memphis Depay (90.+3) für den Endstand sorgte.

Robben meinte nach der Partie: "Es ist schlecht für den Wettbewerb, wenn es Ergebnisse wie ein 8:0 von Schweden gibt. Aber wir sind es selbst schuld, weil wir vor allem in der ersten Halbzeit sehr viele Chancen liegengelassen haben. Weil wir Profis sind, müssen wir im letzten Spiel jetzt natürlich alles versuchen. Aber es wird sehr, sehr schwer."

Zusätzlich zu den düsteren Ausichten in der Qualifikation gab es in den sozialen Netzwerken noch reichlich Spott für Dick Advocaat, dort wurde eine Aussage des vor dem Spiel noch zuversichtlichen Bondscoach zum Renner. Auf die Frage nach einem möglichen 8:0-Kantersieg der Schweden hatte Advocaat in der Pressekonferenz geantwortet: "Schweden gewinnt mit 8:0? Was für eine dumme Frage. Das glaube ich wirklich nicht." Genau dieses Ergebnis, das die WM-Chancen der Elftal auf ein Minimum schrumpfen lässt, trat tatsächlich ein.

Im Kampf um Platz eins und damit die direkte Qualifikation für Russland hält in dieser Gruppe Frankreich nach dem 1:0 (1:0) in Bulgarien nach wie vor alle Trümpfe in der Hand. Der Spitzenreiter empfängt zum Abschluss Weißrussland.

Zuber mit Doppelpack für die Schweiz

Spannend bleibt es bis zum Schluss in der Gruppe B, in der die Schweiz nach wie vor die besten Karten hat. Die Schweizer gewannen gegen Ungarn 5:2 (3:0) und liegen mit der Optimalausbeute von 27 Punkten aus neun Spielen auf Platz eins vor Portugal. Der Europameister setzte sich beim Fußball-Zwerg Andorra mit 2:0 (0:0) durch und kann am Dienstag die Schweiz mit einem Sieg noch an der Spitze ablösen. Die Portugiesen haben 24 Zähler, aber die bessere Tordifferenz.

In Basel erzielten der frühere Gladbacher Granit Xhaka (18.), Fabian Frei (20.), der Hoffenheimer Steven Zuber (43., 49.) und Stephan Lichtsteiner (83.) die Treffer für das Team von Trainer Vladimir Petkovic. Für die frühzeitig gescheiterten Ungarn mit ihrem deutschen Coach Bernd Storck trafen Richard Guzmics (58.) und Roland Ugrai (89.).

Für Portugal waren der viermalige Weltfußballer Cristiano Ronaldo (63.) und Andre Silva (87.) erfolgreich. Für Real-Star Ronaldo, der erst nach der Pause eingewechselt wurde, war es der 15. Treffer in der laufenden Qualifikation.

Belgien unterstreicht gute Verfassung

In der Gruppe H unterstrich Belgien, das sich als erstes europäisches Team die Fahrkarte für Russland gesichert hatte, seine gute Verfassung. Die "Roten Teufel" gewannen beim Tabellenzweiten Bosnien-Herzegowina 4:3 (1:2) und bleiben damit ungeschlagen. Die Gastgeber müssen mit 14 Punkten weiter um die Teilnahme an den Play-offs zittern, da Griechenland mit seinem deutschen Trainer Michael Skibbe 2:1 (2:1) auf Zypern gewann und mit 16 Zählern nun im Vorteil im Kampf um Platz zwei ist. Griechenland empfängt beim Showdown Gibraltar, Bosnien-Herzegowina spielt in Estland.

Rohr führt Nigeria zur WM

In Afrika hat sich unterdessen Nigeria mit seinem deutschen Trainer Gernot Rohr zum sechsten Mal für eine WM-Endrunde qualifiziert. Die "Super Eagles" besiegten am vorletzten Spieltag der Afrika-Gruppe B den Verfolger Sambia mit 1:0 (0:0) und bauten den Vorsprung auf uneinholbare sechs Punkte aus. Alexander Iwobi vom FC Arsenal (73.) erzielte das Tor für den Olympiasieger von 1996. Nigeria ist damit seit 1994 WM-Stammgast - mit Ausnahme der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Stand: 07.10.2017, 22:53

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