Qualifikation zur WM in Russland

WM-Quali - Spanien durch, Island gelingt Riesenschritt

Spanien hat sich inmitten seiner politischen Krise für die Fußball-WM 2018 in Russland qualifiziert - Italien hingegen muss auf die Play-offs hoffen.

Die Spanier, Weltmeister von 2010, setzten sich am vorletzten Spieltag der Europa-Gruppe G gegen Albanien souverän 3:0 (3:0) durch und profitierten entscheidend vom sensationellen 1:1 (1:0)-Patzer der Italiener gegen Mazedonien. Der viermalige Weltmeister muss höchstwahrscheinlich den Umweg über zwei Play-off-Spiele im November nehmen. Nur die jeweils Gruppenersten kommen ohne Umwege nach Russland, die besten acht Gruppenzweiten in Europa kämpfen in zwei Play-off-Spielen im November um die Turnierteilnahme.

In Alicante waren am Freitag (06.10.2017) alle Augen auf Gerard Piqué gerichtet. Der Innenverteidiger vom FC Barcelona hatte sich im Zuge des Unabhängigkeitsvotums in Katalonien für die Autonomie der Region ausgesprochen und dafür herbe Kritik von vielen Fans einstecken müssen. Die Pfiffe gegen Pique hielten sich aber am Freitag in Grenzen, die Treffer von Rodrigo (18. Minute), Isco (24.) und Bayern-Star Thiago (26.) sorgten für gute Stimmung.

In der Partie der Italiener brach Abwehrspieler Giorgio Chiellini von Juventus Turin in der 40. Minute den Bann für die "Azzurri", die zuletzt 1958 eine WM-Endrunde verpasst haben. Der Schock kam in Form des Ausgleichs durch Mazedoniens Alexandar Trajkovski (77.).

Türkei unterliegt Island

Johann Gudmundsson (l.) und Alfred Finnbogason | Bildquelle: reuters

Die Türkei ist derweil nach einem Heimdebakel gegen Island gescheitert. Der WM-Dritte von 2002 unterlag den EM-Helden in Eskisehir klar mit 0:3 (0:2) und hat keine Aussicht mehr auf einen der ersten beiden Plätze in der Europa-Gruppe I. Island (19 Punkte) kann am Montag mit einem Sieg gegen den Kosovo erstmals ein WM-Ticket lösen.

Vor eigenem Publikum zerbrachen die Türken mit Nuri Sahin (Borussia Dortmund) und Caglar Söyüncü (SC Freiburg) am Druck. Johann Gudmundsson (32.), Birkir Bjarnason (39.) und Kari Arnason (50.) lassen Island von der erstmaligen WM-Teilnahme träumen.

Chancen haben zudem Kroatien, das nur 1:1 (0:0) gegen Finnland spielte, und die Ukraine (beide 17), die im Kosovo 2:0 (0:0) siegte. Die beiden Kontrahenten treffen am Montag in Kiew aufeinander.

Serbien verpasst vorzeitige Qualifikation

Serbien hat die vorzeitige Qualifikation verpasst. Die Mannschaft von Trainer Slavoljub Muslin unterlag Österreich nach einer 1:0-Führung in Wien noch mit 2:3 (1:0). Die Serben bleiben in Gruppe D mit 18 Punkten zwar weiterhin Spitzenreiter, allerdings liegt Wales auf Rang zwei nur noch einen Zähler dahinter. Die Waliser gewannen mit 1:0 (0:0) in Georgien. Auch Irland (16) hat als Dritter noch die Chance auf den Gruppensieg.

Luka Milivojevic (11. Minute) und Nemanja Matic (83.) trafen für Serbien, Guido Burgstaller (25.), Marko Arnautovic (76.) und Louis Schaub (90.) drehten die Begegnung für die Gastgeber. Serbien spielt zum Abschluss am Montag in Belgrad gegen Georgien, außerdem muss Wales gegen Irland antreten.

Für Österreich stand schon vor dem Anpfiff im Wiener Ernst-Happel-Stadion fest, dass es nicht für die WM reicht. Durch den Sieg der Waliser (Tor: Tom Lawrence/49.) hatte die Mannschaft von Trainer Marcel Koller keine Chance mehr. Österreich nahm 1998 in Frankreich letztmals an einer Weltmeisterschaft teil, insgesamt waren die Fußballer der Alpenrepublik sieben Mal bei einer Endrunde vertreten.