WM-Qualifikation Südamerika

Argentinien und Chile zittern

Die argentinische Fußball-Nationalmannschaft läuft Gefahr, die WM-Endrunde zu verpassen. Einen Spieltag vor Ende der Qualifikation belegt Argentinen Rang sechs, das wäre das Aus. Bangen muss auch Chile.

Den Argentiniern droht in der Qualifikation zur WM 2018 ein historisches Scheitern. Der Vize-Weltmeister kam in Buenos Aires gegen Peru am vorletzten Spieltag (06.10.2017) nicht über ein 0:0 hinaus und stürzte damit sogar auf Platz sechs ab, der das sichere Aus bedeuten würde. Argentinien war zuletzt vor 47 Jahren bei einer WM nicht dabei, verpasste damals die Endrunde 1970 in Mexiko nach einem 2:2 gegen Peru.

Uruguay fast durch

Am vorletzten Spieltag gewann in der Nacht zu Freitag keines der Teams, die zuvor in den Top Fünf platziert waren. Dennoch ist dem Tabellenzweiten Uruguay (28 Punkte) trotz einer enttäuschenden Nullnummer beim Schlusslicht Venezuela das WM-Ticket nur noch theoretisch zu nehmen. Südamerika-Champion Chile (26) kletterte dank eines dramatischen 2:1 (1:0) gegen Ecuador auf Rang drei und sorgte damit für das Abrutschen Argentiniens. Kolumbien (26) vergab beim 1:2 (0:0) gegen Paraguay (24) trotz Führung einen Matchball. Zwischen den beiden liegen Peru und Argentinien mit jeweils 25 Zählern.

Argentiniens Offensivschwäche

Momentan spricht also einiges dafür, dass die Endrunde in Russland im kommenden Sommer ohne Argentinien stattfindet. In der argentinischen Presse ist immer wieder von Streitereien und verletzten Eitelkeiten im Team zu lesen, vielleicht liegt es auch daran, dass Argentinien in dieser Qualifikation mehr denn je enttäuscht. Auch in der personell so überragend besetzten Offensive um Lionel Messi hapert es: Argentinien erzielte in 17 Spielen nur 16 Tore, nur vier davon gehen auf das Konto von Messi.

Im letzten Spiel geht es für die "Albiceleste" nach Quito - und dort, in 2.850 Metern Höhe, um alles. Bei einem Unentschieden gegen Ecuador wären Argentiniens Chancen nur noch minimal. Einziger Hoffnungsschimmer: Peru und Kolumbien nehmen sich am letzten Spieltag gegenseitig Punkte ab.

Kolumbien verlor überraschend gegen Paraguay, selbst die Führung durch Torjäger Falcao Garcia (79. Minute) war zu wenig, weil die "Albirrojas" durch Oscar Cardozo (89.) und Antonio Sanabria (90.) das Duell in Barranquilla in den Schlussminuten noch drehten. Deswegen darf Paraguay (7.) plötzlich zumindest wieder auf die Play-offs hoffen, und Kolumbien muss zittern. Zwar ist man derzeit noch Vierter, doch am letzten Spieltag muss das Team in Peru (5.) antreten. In Argentinien hofft man auf ein Unentschieden, denn dann wären Lionel Messi und Co. bei einem eigenen Sieg direkt qualifiziert.

Chiles Endspiel gegen Brasilien

Doch nicht nur diese Teams bangen noch um ihr WM-Ticket. Während Uruguay gegen Bolivien sowie Paraguay gegen Venezuela am Dienstag vermeintlich leichtes Spiel haben, kämpft Chile ausgerechnet gegen die unter Nationaltrainer Tite in Pflichtspielen noch ungeschlagenen Brasilianer um seine WM-Chance. Und das ohne den gelbgesperrten Münchner Arturo Vidal. Aber mit dem Ex-Hoffenheimer Eduardo Vargas (22.) und Arsenal-Star Alexis Sanchez (86.), die gegen Ecuador trafen.

Am kommenden Dienstag geht die Südamerika-Qualifikation in die letzte Runde. Noch sechs Teams kämpfen also um die hinter dem enteilten Spitzenreiter Brasilien (0:0 in Bolivien) verbliebenen drei Direkttickets sowie Rang fünf, der den Umweg zur WM nach Russland über die Play-offs gegen Ozeaniensieger Neuseeland offen hält. Es bleibt spannend.