Argentinien und Ecuador schwächeln

Lionel Messi ärgert sich über eine Schiedsrichterentscheidung

WM-Qualifikation in Südamerika

Argentinien und Ecuador schwächeln

Argentinien hat in der südamerikanischen WM-Qualifikation zwar nur 0:0 gegen Kolumbien gespielt, führt die Tabelle aber weiterhin souverän an. Ecuador leistete sich eine Niederlage in Peru und Chile gewann in Paraguay.

Es war nicht der Abend des Lionel Messi: Bei Argentiniens Nullnummer gegen Kolumbien schmorte der Star erst gut eine Stunde auf der Bank und machte dann den einzigen Treffer des Spiels zunichte, weil er im Abseits stand. Am Ende bekam er noch sein Trikot von einem dreisten Balljungen aus der Hand gerissen. "Ich bin nicht zu 100 Prozent fit", sagte der Superstar des FC Barcelona. "Wir wussten nicht, wie das Bein reagieren würde." Deshalb hatte sich Nationaltrainer Alejandro Sabella entschieden, seinen besten Mann bis zur 58. Minute zu schonen.

Nach seiner Einwechslung sorgte Messi immerhin für den zweiten Aufreger einer Partie, die nur ansatzweise die Erwartungen an ein Gipfeltreffen des Tabellenführers und seines Verfolgers gerecht wurde. In der 72. Minute ließ er in vermeintlicher Abseitsposition ein Zuspiel von Angel di Maria passieren. Als Sergio Agüero den Ball am zweiten Pfosten ins Tor schob, hatte Schiedsrichter Marlon Escalante (Venezuela) längst abgepfiffen. "Das war kein Abseits. Ich habe den Ball doch gar nicht berührt", beschwerte sich der 25-Jährige.

Doppelter Platzverweis

Zuvor hatte Messi von der Bank aus verfolgt, wie sein Landsmann Gonzalo Higuain und Gäste-Akteur Cristian Zapata in der 27. Minute nach einer Rangelei die Rote Karte sahen. Ob er am Dienstag beim nächsten Spitzenspiel in Ecuador dabei sein wird, ließ er offen. "Ich habe ja länger nicht gespielt. Und in der Höhe wird es anstrengend." Seit seinem Muskelanriss im rechten Oberschenkel am 12. Mai liegt er auf Eis. Bei noch vier ausstehenden Spielen haben die Argentinier mit 25 Punkten aber ein beruhigendes Polster von neun Zählern auf Platz fünf, der kein Direktticket zur WM nach Brasilien bringt.

Lauter prominente Torschützen

Kolumbien löste Ecuador, das 0:1 (0:1) in Peru verlor, auf Rang zwei ab. Beide weisen 20 Punkte auf. Das Tor des Tages für Peru schoss der Münchner Claudio Pizarro (12.). Auch der Frankfurter Carlos Zambrano und Schalkes Jefferson Farfan waren für Peru im Einsatz. Platz vier übernahm Chile mit einem 2:1 (1:0) bei Schlusslicht Paraguay. Für Chile trafen Eduardo Vargas (40.) und der Ex-Leverkusener Arturo Vidal (56.), den Anschlusstreffer für Paraguay besorgte der frühere Münchner Roque Santa Cruz (88.).

Venezuela kam in Bolivien zu einem 1:1 (0:0) und darf derzeit als Fünfter von den Play-offs gegen einen Asienvertreter träumen. Der Mönchengladbacher Juan Arango hatte Venezuela in La Paz per Kopf nach 57 Minuten in Führung gebracht. Bolivien glich in der 86. Minute durch Jhasmany Campos aus.

Knapper Sieg für Klinsmann

In Mittelamerika schrammte Jürgen Klinsmann mit den USA knapp eine Blamage vorbei. Die Amerikaner gewannen in Kingston gegen Gastgeber Jamaika erst durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 2:1. Jozy Altidore hatte mit einem Kopfball in der 30. Minute das 1:0 erzielt. Tabellenschlusslicht Jamaika kam durch Jermaine Beckford in der 89. Minute zum 1:1, bevor Brad Evans in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch einmal zurückschlug. Die USA sind mit sieben Punkten Tabellen-Zweiter des CONCACAF-Verbandes.

sid | Stand: 08.06.2013, 10:53