Argentinien zieht ins Finale ein

Jubelnde Argentinier nach Elfmeter

Gegner der deutschen Elf steht fest

Argentinien zieht ins Finale ein

Das Elfmeterschießen musste für die Entscheidung im zweiten WM-Halbfinale sorgen. Argentinien setzte sich in der knappesten aller Entscheidungen gegen die Niederlande durch.

Argentinien wird die Mannschaft sein, die am Sonntag (13. Juli 2014) gegen Deutschland das WM-Finale im Stadion Maracanã in Rio de Janeiro bestreiten wird. Die Mannschaft von Trainer Alejandro Sabella setzte sich im zweiten WM-Halbfinale in São Paulo nach Elfmeterschießen mit 4:2 gegen die Niederlande durch. Nach 120 zumeist ereignislosen Minuten stand es 0:0. Maxi Rodriguez verwandelte den entscheidenden Strafstoß, nachdem Ron Vlaar und Wesley Sneijder verschossen hatten.

"Eine große Freude. Es war ein schwieriges Spiel. Wir haben ja schon zweimal die WM gewonnen, wir erwarten jetzt den dritten Titel", sagte Argentinien-Trainer Sabella. "Wir werden hart arbeiten und einhundert Prozent geben und dann sehen, ob wir die WM gewinnen können." Sergio Romero weiß um die Schwere der Aufgabe im anstehenden Finale. "Deutschland ist eine große Mannschaft. Wir werden uns ab morgen auf dieses schwere Spiel einstellen", sagte der argentinische Torhüter.

"Das Spiel war mehr wie ein Schachspiel, es war offen für beide Seiten. Es gab wenig Chancen für beide Seiten", sagte der Defensivspieler der Niederlande, Ron Vlaar. Trainer Louis van Gaal hat die Austragung des Spiels um Platz drei als unfair und nicht im Sinne des Sports bezeichnet. "Das Spiel um Platz drei sollte nicht ausgetragen werden. Das sage ich seit zehn Jahren", erklärte van Gaal, der nach der Niederlage im "kleinen Finale" auf Brasilien trifft.

Anders als am Vortag, als die deutsche Mannschaft die Brasilianer bereits in der ersten Hälfte vollständig auseinander genommen und ein Spektakel geboten hatte, ging es zwischen den Niederländern und den Südamerikanern eher gemächlich und vor allem zäh zu. "Safety first" war die Devise auf beiden Seiten. Keines der beiden Teams wollte dem Gegner Raum bieten, damit sich Tormöglichkeiten ergeben könnten.

Torchancen waren absolute Mangelware

Vielmehr war es eine Partie, die vor allem von den taktischen Vorgaben und Zweikämpfen geprägt war. Die Mannschaften bearbeiteten sich vor allem im Mittelfeld intensiv, sie neutralisierten sich dadurch gegenseitig. Überraschungsmomente und Tormöglichkeiten waren deshalb absolute Mangelware. Argentiniens Superstar Lionel Messi gelang mit einem Freistoß der einzig erwähnenswerte aber erfolglose Torschuss in der ersten Halbzeit.

Von Arjan Robben, dem besten niederländischen Spieler des Turniers, war bis dato keine gefährliche Aktion ausgegangen. Weder die Argentinier noch die Niederländer, die überraschend mit dem bis dahin verletzten Nigel de Jong im defensiven Mittelfeld aufliefen, konnten sich gegen gegnerische Abwehrkette entscheidend durchsetzen.

Zuschauer wurden ungeduldig

Auch in Hälfte zwei sollte sich das Bild zunächst nicht ändern. Die Angriffsversuche auf beiden Seiten scheiterten an den jeweiligen, äußerst kompakten Defensivreihen sowie der Ungenauigkeit der Zuspiele. Bis auf harte Zweikämpfe hatte die Partie nicht viel zu bieten. Viele der 62.000 Zuschauer wurden zwischenzeitlich schon ungeduldig ob der sparsamen Darbietungen und pfiffen, wenn wieder einmal ein Pass oder ein Torschuss misslungen war.

Selbst Lionel Messi passte sich dem überaus überschaubaren Niveau an. In der 75. Minute hatte Argentiniens Gonzalo Higuain allerdings die Führung auf dem Fuß, vergab aber aus kürzester Distanz, was ins Bild dieser Begegnung passte. Der Wille, einen Treffer zu erzielen, schwand in der Folge immer mehr. Bis zur 90. Minute, in der Arjen Robben doch noch seine Chance bekam, sein Schuss aber in letzter Sekunde von Javier Mascherano geblockt wurde.

Auch in beiden Hälften der Verlängerung legten beide Teams weder an Tempo noch an Mut zu, wodurch die Partie nur noch zwei Höhepunkte hatte, als Palacio und Rodriguez gute Möglichkeiten für Argentinien nicht nutzten und das Elfmeterschießen für die Entscheidung für die Südamerikaner sorgen musste.

Statistik

Fußball · Weltmeisterschaft2014

Mittwoch, 09.07.2014 | 22.00 Uhr

Niederlande

Cillessen – Vlaar, de Vrij, Martins Indi (46. Janmaat) – Kuyt, Blind – Ge. Wijnaldum, Sneijder, N. de Jong (62. Clasie) – Robben, van Persie (96. Huntelaar)

2

Argentinien

Romero – Zabaleta, Demichelis, Garay, Rojo – Biglia, Mascherano, E. Pérez (81. Palacio) – Messi – Higuain (82. Kun Agüero), Lavezzi (101. Maxi Rodriguez)

4

Fakten und Zahlen zum Spiel

Strafen:

  • gelbe Karte Martins Indi
  • gelbe Karte Huntelaar
  • gelbe Karte Demichelis

Zuschauer:

  • 63267

Schiedsrichter:

  • Cüneyt Cakir (Türkei)

Vorkommnisse:

  • Argentinien gewinnt 4:2 nach Elfmeterschießen. Elfmeterschießen: Vlaar verschießt, Messi 0:1 - Robben 1:1, Garay 1:2 - Sneijder verschießt, Kun Agüero 1:3 - Kuyt 2:3, Maxi Rodriguez 2:4

jst | Stand: 10.07.2014, 01:22

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