Reus verpasst WM, Mustafi rückt nach

Marco Reus am Boden

DFB gibt Aus von Offensivspieler Reus bekannt

Reus verpasst WM, Mustafi rückt nach

Fußball-Nationalspieler Reus fällt wegen seiner gegen Armenien erlittenen Sprunggelenksverletzung für die WM aus. Bundestrainer Joachim Löw ersetzte den 25 Jahre alte Dortmunder wenige Stunden vor dem Abflug nach Brasilien durch Abwehrspieler Shkodran Mustafi, wie der DFB mitteilte.

Reus war gegen Armenien in der 44. Minute bei einem Zweikampf mit dem Fuß im Rasen hängen geblieben und umgeknickt. Er musste in die Kabine getragen werden. Bei einer anschließenden Kernspin-Untersuchung in einem Mainzer Krankenhaus bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen. Reus wird in Dortmund konservativ behandelt werden. Der 25-Jährige wird voraussichtlich erst in sechs bis sieben Wochen wieder ins Training einsteigen können.

Syndesmoseverletzung ist heikel und schmerzhaft

Medizinisch ist eine (Teil-)Ruptur der Syndesmose eine heikle Verletzung. Das Schienbein und das Wadenbein bilden die knöcherne Gabel für das Sprunggelenk. Die beiden Knochen werden mit zwei Bändern festgehalten, der Syndesmose. Der vordere Teil dieser Halterung ist bei Reus teilweise gerissen. Wenn eine Belastung erfolgt, werden die beiden Knochen auseinandergedrückt.

Das verursacht Schmerzen und schränkt die Stabilität so stark ein, dass man keinen Sport mehr treiben kann. Verletzungen der Syndesmose werden in der Regel durch Entlasten und Ruhigstellen, mit Schiene oder Gips, behandelt. Vom Ruhigstellen steift das Gelenk schnell ein, deshalb muss der verletzte Sportler schnell wieder funktionell belasten.

Löw vermisst formstarken Reus

Der Ausfall von Reus ist ein herber Rückschlag in den Planungen von Bundestrainer Joachim Löw. Der Mittelfeldspieler galt als einer der großen Hoffnungsträger in der DFB-Auswahl und als zentrale Figur im Offensivkonzept von Löw. "Für ihn und für uns ist dies extrem bedauerlich. Marco war super drauf, er hat im Trainingslager und in den beiden Spielen gegen Kamerun und Armenien einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, hat vor Spielfreude gesprüht. In unseren Überlegungen für Brasilien hat er eine zentrale Rolle gespielt", sagte Löw.

Im Trainingslager in Südtirol war bereits Lars Bender verletzt abgereist. Auch Torwart Manuel Neuer ist wegen seiner Schulterverletzung noch nicht wieder einsatzfähig. Immerhin konnte Löw am Freitag erstmals wieder die längere Zeit verletzten Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Miroslav Klose einsetzen.

Abwehrspieler Mustafi fliegt nach Brasilien

Shkodran Mustafi

Shkodran Mustafi

Bundestrainer Löw nominierte Skkodran Mustafi von Sampdoria Genau nach. Er gehörte bereits dem erweiterten WM-Aufgebot an, war aber am Montag von Löw wie auch Kevin Volland und Marcel Schmelzer für den 23er-Kader zunächst gestrichen worden. "Es tut mir sehr leid für Marco, aber ich freue mich natürlich, dass ich dabei sein kann", sagte Mustafi und fügte an: "Ich habe meine Zeit gebraucht, um zur Ruhe zu kommen. Aber man achtet schon darauf, dass man fit bleibt", berichtete Mustafi über die Zeit danach.

Mustafi ist im Gegensatz zu Reus Abwehrspieler. "Es ging uns nicht darum, Marco Reus eins zu eins zu ersetzen. Unsere Qualität auf der Position hinter den Spitzen ist sehr hoch, hier haben wir mit Lukas Podolski, Andre Schürrle, Mario Götze, Thomas Müller, Mesut Özil, Julian Draxler und Toni Kroos genügend Alternativen", erklärte Joachim Löw, "deswegen haben wir uns für eine weitere Option für den Defensivbereich entschieden. Shkodran hat uns im Trainingslager überzeugt, er ist fit, wir haben Vertrauen in ihn. Wir wissen, dass wir uns auf ihn zu 100 Prozent verlassen können."

dpa/sid | Stand: 07.06.2014, 11:29

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