Weltweite Kritik an Messis Auszeichnung

Lionel Messi erhält den Goldenen Ball

Goldener Ball an Argentiniens Kapitän

Weltweite Kritik an Messis Auszeichnung

Die FIFA erntet heftige Kritik für die Entscheidung, Lionel Messi als besten Spieler der WM auszuzeichnen. Selbst Diego Maradona hat kein Verständnis.

"Ich würde Lio den Himmel schenken", sagte Maradona in seiner Sendung "De Zurda". "Aber wenn es nicht gerecht ist und die 'Marketing-Leute' wollen, dass er etwas gewinnt, was er nicht gewonnen hat, dann ist das ungerecht." Messi war vor Thomas Müller und Arjen Robben nach dem Endspiel mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet worden. "Das muss ein Witz von der FIFA sein", schrieben die niederländischen Brüder Frank und Ronald de Boer. "Er ist der beste Spieler der Welt, aber er war es nicht in diesem Turnier."

Sogar FIFA-Präsident Joseph Blatter rückte von den Experten im eigenen Haus ab. "Soll ich die Wahrheit sagen? Ich war etwas überrascht über die Wahl Messis", sagte Blatter auf seiner Bilanz-Pressekonferenz am Montag: "Aber seine Tore waren entscheidend."

"Diplomatie?"

Die internationalen Medien reagierten ähnlich verwundert. "Messi war nicht der Beste der WM, aber er wurde von der FIFA gewählt. Diplomatie?", fragte die uruguayische Sportzeitung "Ovación". Der "Telegraph" schrieb: "Er (Messi) ist nicht mal der beste argentinische Spieler des Turniers. Das war Mascherano." Argentiniens Trainer Alejandro Sabella machte sich dagegen für seinen Kapitän stark. "Messi hat sie verdient, weil er eine außerordentliche WM gespielt hat. Er war ein fundamentaler Faktor dafür, dass es das Team bis ins Finale geschafft hat."

Starke Leistungen nur in der Vorrunde

Manuel Neuer und Lionel Messi mit ihren Trophäen

Neuer (li.) und Messi mit ihren Trophäen

In der Vorrunde hatte Messi seine Torgefährlichkeit gezeigt. Er traf beim 2:1 gegen Bosnien-Herzegowina, erzielte das Last-Minute-Tor beim 1:0 gegen den Iran und schaffte beim 3:2 gegen Nigeria seinen ersten WM-Doppelpack. In der K.o.-Runde kam aber in vier Spielen kein weiteres Tor hinzu, er brillierte lediglich noch einmal als Vorbereiter beim 1:0 durch di María gegen die Schweiz. Dass Messi selbst wenig Wert auf die Auszeichnung als bester Spieler legt, zeigte seine Miene, als er die Trophäe entgegennahm. "In solchen Momenten interessiert mich dieser Preis überhaupt nicht", sagte er. "Ich fühle Bitterkeit und Traurigkeit."

Auszeichnungen für Neuer und Pogba

Die FIFA zeichnete außerdem Manuel Neuer als besten Torhüter des Turniers aus. Bester Nachwuchsspieler wurde nach Ansicht der Technischen Studiengruppe der FIFA der Franzose Paul Pogba. Den Goldenen Schuh als bester WM-Schütze sicherte sich Kolumbiens Torjäger James Rodríguez mit sechs Treffern.

sid/dpa | Stand: 14.07.2014, 17:43

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