Nullnummer zwischen Iran und Nigeria

Reza Ghoochannejhad (l) im Duell mit Nigerias Juwon Oshaniwa

Iran - Nigeria 0:0

Nullnummer zwischen Iran und Nigeria

Iran und Nigeria sorgen bei dieser WM für den ersten richtigen Spannungsabfall.

Nach der ersten Nullnummer bei der WM wurden Iran und Nigeria am Montag (16.06.14) von den Zuschauern in Curitiba mit Pfiffen verabschiedet. Afrikameister Nigeria setzte seine 16 Jahre andauernde Sieglos-Serie bei Weltmeisterschaften fort. Die Iraner stehen am kommenden Samstag gegen Argentinien vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe, für Nigeria geht es gegen Bosnien-Herzegowina praktisch schon um das Weiterkommen in der Gruppe F.

Unfassbare Fehlpassquote

Das Spiel bewegte sich nahe an der Grenze der Unzumutbarkeit, mit einer für ein WM-Spiel unfassbaren Fehlpassquote. Nigeria konnte nur zu Beginn der Partie seiner Favoritenrolle gerecht werden. Aliresa Haghighi, für den Braunschweiger Daniel Davari zwischen den Pfosten, war in der dritten Minute bei einem 20-Meter-Schuss von Victor Moses zum ersten Mal gefordert. Sechs Minuten später verfehlte Ogenyi Onazi den Kasten nur knapp.

Mehr fiel den "Super-Adlern" in der Offensive danach für lange Zeit nicht mehr ein. Nur Ahmed Musa hätte Haghighi mit einem tückisch angeschnittenen Freistoß fast überrascht (31.). Der zunächst überraschend auf der Bank gebliebene Routinier Joseph Yobo kam kurz zuvor für den verletzten Godfrey Oboabona auf das Feld und damit zu seiner dritten WM-Teilnahme nach 2002 und 2010. Impulse konnte er indes ebenso wenig geben wie John Obi Mikel vom FC Chelsea.

Iran fast nur in der Defensive

Die Iraner beschränkten sich weitgehend auf die Defensive und hatten im Spiel nach vorn ebenfalls keine Ideen zu bieten. Der ehemalige Bundesligaprofi Ashkan Dejagah rannte sich auf der linken Seite immer wieder fest. Es dauerte über eine halbe Stunde, ehe der Iran erstmals gefährlich vor dem nigerianischen Kasten auftauchte. Der bis dato völlig beschäftigungslose Keeper Vincent Enyeama reagierte beim Kopfball von Reza Ghoochannejhad glänzend (34.) und verhinderte den Rückstand.

Pfeifkonzert schon zur Pause

Schon beim ersten Gang in die Kabine mussten sich beide Teams ein Pfeifkonzert anhören. Die bis vor kurzem in einen Prämienstreit mit ihrem Verband verstrickten Afrikaner übernahmen auch nach Wiederanpfiff als Erste die Initiative - allerdings weiterhin ohne zwingende Chancen herauszuarbeiten. Die enttäuschenden Nigerianer verfügten nicht über die spielerischen Mittel, den Defensivriegel zu überwinden. Erst in der Schlussphase hatte der eingewechselte Shola Ameobi noch einmal zwei Chancen zum Siegtreffer (70., 89.), scheiterte aber jeweils aus kurzer Distanz am iranischen Keeper Haghighi.

Irans Coach, der Portugiese Carlos Queiroz, äußerte sich dennoch zufrieden mit dem Spielverlauf: "Ich muss meine Spieler loben. Sie haben dieses Unentschieden mehr als verdient", sagte Queiroz und glaubte noch an die Chance aufs Achtelfinale, trotz des spielerischen Offenbarungseids seiner Mannschaft. "Das Wichtigste für uns ist, dass uns jetzt alle Wege offen stehen."

Statistik

Fußball · Weltmeisterschaft · 1. Spieltag 2014

Montag, 16.06.2014 | 21.00 Uhr

Iran

Haghighi – Hosseini, Sadeqi, Montazeri, Pooladi – Heydari (89. Shojaei), Teymourian – Nekounam – Dejagah (78. Jahanbakhsh), Ghoochannejhad, Hajsafi

0

Nigeria

Enyeama – Ambrose, Oshaniwa, Oboabona (29. Yobo), Omeruo – Onazi, Azeez (69. Odemwingie), Mikel – Moses (52. Sh. Ameobi), Emenike, Musa

0

Fakten und Zahlen zum Spiel

Strafen:

  • gelbe Karte Teymourian

Zuschauer:

  • 39081

Schiedsrichter:

  • Carlos Vera (Ecuador)

red/dpa | Stand: 16.06.2014, 22:50

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