Deutschland - ein verdienter Weltmeister

Deutschland - ein verdienter Weltmeister

Das DFB-Team hat nicht nur das Finale gewonnen, sondern war über die gesamte WM in vielen Bereichen ganz vorne. Einzelne Spieler überzeugten dabei ebenso wie die Mannschaft als Gesamtheit.

Manuel Neuer, Miroslav Klose

Rekordschütze: "Leider kann ich immer noch", sagte Miroslav Klose und schoss sich mit zwei Toren zum WM-Rekordschützen. 24 WM-Spiele, 16 Treffer, vier Weltmeisterschaften, zwei Finals und ein Titel lauten die eindrucksvolle Bilanz des 36-Jährigen.

Rekordschütze: "Leider kann ich immer noch", sagte Miroslav Klose und schoss sich mit zwei Toren zum WM-Rekordschützen. 24 WM-Spiele, 16 Treffer, vier Weltmeisterschaften, zwei Finals und ein Titel lauten die eindrucksvolle Bilanz des 36-Jährigen.

Rekordläufer: In sieben Spielen spulte er 83,957 Kilometer ab - absolvierte fast einen doppelten Marathon und hatte dennoch Zeit, dabei fünf Tore zu schießen. Thomas Müller verpasste die Torjägerkrone nur knapp und wurde zum zweitbesten Spieler des Turniers gewählt.

Passgeber: Spielte erst in der Defensive, kehrte dann auf die rechte Außenverteidigerseite zurück und hatte eigentlich immer den Ball. 651 Pässe gespielt, davon 562 erfolgreich. Nur gegen Ghana war Kapitän Philipp Lahm etwas indisponiert.

Kronprinz: Sowohl bei der Laufleistung (82,6 Kilometer) als auch bei den Pässen (633 gespielt, davon 537 zum eigenen Mann) war Toni Kroos die Nummer zwei, doch als Taktgeber, Vorlagen- und Standard-Spezialist die Nummer eins. Real Madrid darf sich auf ihn freuen.

Abräumer: Niemand verteidigte so konsequent wie die Deutschen, erst mit vier, dann mit drei gelernten Innenverteidigern. Jérôme Boateng (l.), Benedikt Höwedes und Mats Hummels (am Boden) und ihre Mitspieler vereitelten 85 Prozent alle gegnerischen Angriffsversuche.

Eistonne: Wollte nach dem Algerien-Spiel "drei Tage in der Eistonne" verschwinden, konnte aber bald wieder freundliche Interviews geben. War dann allerdings nur noch Ersatz. Per Mertesacker nahm seine neue Rolle aber mit großer Gelassenheit hin.

Leitwolf: Bastian Schweinsteiger ging den umgekehrten Weg: Erst Reservist, dann unverzichtbare Führungsfigur, die sich ins Turnier kämpfte und im Finale zum Helden aufstieg. Der Münchner (l.) bekam mächtig viel ab, konnte am Ende aber mit Lukas Podolski feiern.

Lieblingsschüler: Mesut Özil (l.) und Sami Khedira genießen das hohe Vertrauen des Bundestrainers, konnten es bei dieser WM aber nur zum Teil zurückzahlen.

Überraschung I: Der in Deutschland bis zur WM weitgehend unbekannte Shkodran Mustafi (Sampdoria Genua) erhielt überraschend drei Einsätze, verletzte sich und zwang den Bundestrainer zum Umdenken in Sachen Lahm. So hat selbst eine Verletzung etwas Gutes, dachten viele Deutsche.

Überraschung II: Christoph Kramer fand sich nach zwei Kurzeinsätzen plötzlich im WM-Finale wieder, weil Khediras Wade zwickte. Bekam jedoch schnell "die internationale Härte" der Argentinier zu spüren und wurde ausgeknockt. Dennoch ein "Aufsteiger des Jahres".

Edeljoker: Eingewechselt und gleich voll da: André Schürrle traf drei Mal als Ersatzspieler. Im Finale durfte er dank Verlängerung trotz Einwechslung volle 90 Minuten ran und hatte dennoch sieben Minuten vor Schluss die Kraft für einen Tempolauf und eine präzise Flanke.

Geniestreich: Die Schürrle-Flanke verarbeitete Mario Götze auf unnachahmliche Weise und schoss so das "Tor des Jahres" - Wetten?

Teamgeist: Sie durften nur zuschauen, wenn es ernst wurde: Julian Draxler und Podolski spielten nur kurz. Erik Durm, Matthias Ginter, Kevin Großkreutz, Roman Weidenfeller und Ron-Robert Zieler blieben sogar ohne Einsatz. Trugen dennoch ihren Teil zum Titel bei und dürfen sich zu Recht Weltmeister nennen.

Stolz: "Es gab nur einen verdienten Sieger, diese Mannschaft", sagte Bundestrainer Joachim Löw. "Wir können stolz sein auf diese Mannschaft, die ersten Europäer, die in Südamerika gewinnen."

Stellvertreter: "Ganz Deutschland ist Weltmeister", sagte Manuel Neuer und meinte damit natürlich auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die quasi stellvertretend für alle Deutschen im Maracana-Stadion dabei waren. Gute Berufswahl!

Stand: 14.07.2014, 18:33 Uhr

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