Schalke beschwört den Geist der "Eurofighter"

Das Stadion von PAOK Saloniki beim "Geisterspiel" vom 27.08.2013

K.o.-Phase in der Europa League

Schalke beschwört den Geist der "Eurofighter"

20 Jahre nach dem UEFA-Cup-Gewinn will Schalke 04 den Geist seiner "Eurofighter" wiederbeleben. "Es wäre eine schöne Geschichte. Vielleicht kann so ein Spirit wie vor 20 Jahren entstehen", sagt Torhüter Ralf Fährmann vor dem Start in die K.o.-Phase der Europa League.

Hilfreich wäre dies in Saloniki bestimmt: "Das ist ein absoluter Hexenkessel, die Stimmung wird kochen", prophezeit Fährmann. Nach den Ereignissen beim Aufeinandertreffen im August 2013 geht die Angst vor Krawallen um. Beim Qualifikationsspiel zur Champions League vor dreieinhalb Jahren hatten Schalker Ultras vor heimischem Publikum eine mazedonische Flagge gezeigt, durch die sich die PAOK-Anhänger provoziert fühlten.

Weil sie Ausschreitungen der Griechen fürchtete, stürmte die Polizei den Schalker Fanblock in der Gelsenkirchener Nordkurve, um die Fahne zu entfernen. 89 Personen wurden verletzt. Das Rückspiel in Saloniki fand als "Geisterspiel" im leeren Stadion statt. Grund für die Strafe waren allerdings Ausschreitungen bei der Partie zwischen Saloniki und Rapid Wien in der Saison zuvor. "Das war schon eine komische Atmosphäre", erinnert sich Fährmann an das Spiel, das die Schalker mit 3:2 gewannen.

"Da brennt die Luft"

Manager Christian Heidel hofft, "dass der Fußball im Mittelpunkt steht und alles andere dort im Griff ist". Und Trainer Markus Weinzierl ergänzt: "Da brennt die Luft, aber wir hoffen, dass es keine Gewalt gibt." Vom hitzigen Umfeld wollen sich Fährmann und Co. nicht beeindrucken lassen. "Wir haben ja schon einige Derbys bestritten, in denen es ähnlich war", sagt der Keeper. Leon Goretzka erklärt: "Wir brauchen Coolness, um erfolgreich zu sein."

Schalkes Torhüter Ralf Fährmann

Schalkes Torhüter Ralf Fährmann

Sind die Königsblauen cool genug, könnten sie den "Eurofightern" nacheifern. "Der Mythos '97 ist so groß", sagt Fährmann, der 2003 als 15-Jähriger nach Schalke wechselte. "Wenn man die Bilder von damals sieht, spürt man es." Jetzt schon vom Finale zu sprechen, sei aber "verfrüht, es ist noch ein verdammt langer Weg".

"Aus einer schwierigen eine gute Saison machen"

Dabei haben die Schalker die Gruppenphase ja bekanntlich fast makellos abgeschlossen, sind im DFB-Pokal weiter, in der Bundesliga zurück in der Spur. Nun wollen die Schalker den Aufwärtstrend forsetzen und weiter in der Europa League auftrumpfen. Die Vorgabe ist deutlich: "Es gibt bei uns bei den Wettbewerben kein Ranking. Wir sind noch in allen vertreten und haben die Möglichkeit, aus einer schwierigen eine gute Saison zu machen. Dazu gehört, dass wir in der Europa League weiterkommen", sagt Heidel.

Die Strategie ist klar: "Ziel ist, sich eine gute Ausgangsposition zu schaffen für das Rückspiel. Wir wollen unbedingt in die nächste Runde", sagt Schalkes Trainer Markus Weinzierl. Man wolle in der Europa League "für Furore sorgen". Dabei muss Weinzierl aber auf den erkrankten Nabil Bentaleb (Magen-Darm-Infekt) verzichten. "Das schmerzt uns, aber wir werden ihn ersetzen", ist der Schalke-Coach überzeugt.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Saloniki: Glykos - Leo Matos, Varela, Crespo, Leovac - Schachow, Charisis, Cimirot - Biseswar - Djalma Campos, Athanasiadis.
Schalke: Fährmann - Höwedes, Naldo, Nastasic - Schöpf, Kolasinac - Stambouli, Geis - Goretzka - Caligiuri (Choupo-Moting) - Burgstaller.

Schiedsrichter: Javier Estrada (Spanien)

sid/dpa/red | Stand: 15.02.2017, 17:36

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