Bayer sieht sich auf Augenhöhe
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Rückspiel bei Benfica Lissabon
Bayer sieht sich auf Augenhöhe
Leverkusen muss eine Heimniederlage ausbügeln, um Benfica Lissabon in der Europa League auszuschalten. Bei Bayer ist man zuversichtlich.
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Die Medienabteilung des europäischen Fußball-Verbandes ist sehr fleißig. Stolze 18 Seiten umfasst die Pressemappe für das Spiel zwischen Sport Lisbao e Benfica, in Deutschland unter Benfica Lissabon bekannt, und Bayer Leverkusen. Es gibt Informationen, die getrost schnell überlesen werden können. Dazu gehört, dass Schiedsrichter Pavel Kralovec aus Tschechien schon am 29. November 2007 ein Spiel leitete, an dem ein Bundesligist beteiligt war, und zwar der 1. FC Nürnberg bei St. Petersburg.
Bei einem solchen Sinn für Vollständigkeit ist selbstverständlich auch zu erfahren, gegen welche deutschen Gegner Benfica in seiner ruhmreichen Geschichte schon antrat. Im Europapokalsieger der Pokalsieger kamen die Portugiesen etwa 1974 weiter, weil sie zu Hause im Rückspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena ein 0:0 verteidigten, nachdem sie aus Thüringen ein 1:1 mitgebracht hatten. Was dies alles für Bayer Leverkusen bedeutet? Nichts.
Nur zwei große "N"
Eine zumindest begrenzte Aussagekraft für den Bundesligisten hat die elfte Seite der Pressemappe. Auf ihr sind alle Saisonspiele Benficas aufgelistet. Es finden sich nur zwei große "N", was bedeutet, dass es für die Mannschaft von Trainer Jorge Jesus bislang nur zwei Niederlagen gab: zu Hause gegen den FC Barcelona (0:2) und bei Spartak Moskau (1:2), beides Partien in der Champions League.
Weder diese Statistiken noch das Ergebnis aus dem Hinspiel (0:1) scheinen Bayer Leverkusen groß zu beeindrucken. "Wir haben schon im ersten Spiel gezeigt, dass wir mindestens auf Augenhöhe mit Benfica und auch auswärts zu besonderen Leistungen in der Lage sind. Wir glauben an das Erreichen des Achtelfinals", sagte Lars Bender. Vor dem Abflug äußerte sich Stefan Kießling mit gleichem Duktus: "Wir haben das Zeug, auch in Lissabon zu gewinnen. Es ist noch nicht vorbei." Vorher hatte der Torjäger zu den Gerüchten Stellung genommen, dass er bei Borussia Dortmund als Nachfolger für Robert Lewandowski gehandelt wird, der Gerüchten zufolge den Meister nach der Saison verlassen wird.
"Ich weiß von nichts. Ich bin selbst überrascht. Das ist kein Thema für mich", sagte Kießling, um die branchenüblichen Höflichkeitsfloskeln anzufügen: "Wenn mein Name in solch einem Zusammenhang fällt, ist das eine Anerkennung. Aber ich möchte nicht, dass dadurch Unruhe hereingetragen wird."
"Wir brauchen einen Sahnetag"
Bayer-Sportdirektor Rudi Völler
Bayer Leverkusen scheint gewillt, "das Ding zu drehen", wie es Bender ausdrückte. Das ist bei Profisportlern auch eine Selbstverständlichkeit. Im Hinspiel ließ aber die Aufstellung leise Zweifel entstehen, ob das Trainerduo Sascha Lewandowski/Sami Hyypiä die Sache so ernst nimmt wie ein Bundesligaspiel. Bot es gegen den FC Augsburg weitestgehend die Startelf auf, die in den Wochen zuvor als beste ausgemacht worden war, durften sich gegen Benfica einige Kräfte aus der zweiten Reihe beweisen, wie Daniel Schwaab, Jens Hegeler und Hajime Hosogai.
In Lissabon soll niemand geschont werden. Personell sieht es danach aus, als könne die vermeintlich beste Elf beginnen. Nur bei Sidney Sam bestehen wegen einer Muskelverletzung Zweifel, ob er spielen kann.
"Wir brauchen einen Sahnetag", sagte Sportdirektor Rudi Völler. Diese These stützt eine Statistik, die in der Rheinischen Post nachzulesen ist. Demnach reisten die Leverkusener bislang acht Mal zu K.o.-Spielen, nachdem sie das Hinspiel verloren hatten. Acht Mal schieden sie aus. Was dies für die Partie bei Benfica bedeutet? Leverkusen sollte die Angelegenheit so ernst nehmen, wie es angekündigt wurde.
bar/dpa/sid | Stand: 20.02.2013, 10:51