Auch Hoffenheim patzt in Europa

Jody Lukoki (r.) feiert sein Tor zum 2:1 Endstand

Ludogorets Razgrad - TSG 1899 Hoffenheim 2:1

Auch Hoffenheim patzt in Europa

1899 Hoffenheim hat das deutsche Debakel auf internationaler Bühne perfekt gemacht. Trotz früher Führung reichte es beim Europa-League-Auftritt der Kraichgauer bei Ludogorets Razgrad nicht mal zu einem Punkt.

Nach einem eigentlich perfekten Auftakt verlor die Mannschaft des bei Bayern München als Ancelotti-Nachfolger gehandelten Julian Nagelsmann beim bulgarischen Oligarchen-Klub mit 1:2 (1:0). Es war die sechste Niederlage in sechs internationalen Partien für die Bundesligaklubs an diesem Spieltag.

"Haben sehr schlecht gespielt"

"Mein Tor war unser einziger guter Moment", analysierte Pavel Kaderábek: "Wir haben sehr schlecht gespielt. Das war zu wenig, in den Zweikämpfen waren wir immer zweiter Sieger."

TSG-Torhüter Oliver Baumann war ebenfalls enttäuscht: "Den Start in die Europa League haben wir versaut. Wir haben eigentlich gut angefangen, hatten viel Ballbesitz und haben dem Gegner kaum Torchancen ermöglicht. Nach der Pause waren wir aber immer zu spät dran, zu langsam und haben viel zu wenige Zweikämpfe gewonnen und zu oft unnötig Foul gespielt."

Starke Vorarbeit von Uth

Dabei hatten die ersatzgeschwächten Hoffenheimer den Gastgeber am Donnerstag (28.09.2017) schon nach 90 Sekunden überrascht: Marc Uth spielte sich rechts durch, passte vor dem Tor perfekt quer auf den mitgelaufenen Kaderábek, der den Ball nur noch zum 1:0 über die Linie drücken musste. Kurz danach hatte die TSG aber auch Glück, dass Razgrad nach einem Handspiel von Steven Zuber keinen Elfmeter zugesprochen bekam.

Hoffenheim unterliegt Ludogorets Razgrad

Sportschau | 28.09.2017 | 01:11 Min.

Die Partie blieb äußerst unterhaltsam und ging munter hin und her. Nach einer Viertelstunde war Uth erneut frei durch, wieder wollte er den besser positierten Nebenmann suchen - doch diesmal klärte Ludogorets-Verteidiger Igor Plastun vor Zuber. Nach hinten blieb die TSG allerdings verwundbar und hatte nach 20 Minuten erneut eine Schrecksekunde zu überstehen, als zunächst Anoicet Abel und dann Natanael frei vor Baumann den Ball aus kurzer Distanz nicht richtig trafen.

Baumann pariert gegen Natanael

Drei Minuten vor der Pause musste Baumann dann sein ganze Können aufbieten, um einen 16-Meter-Schuss von Natanael noch über die Latte zu lenken. In dieser Phase hatte Hoffenheim seine Offensivbemühungen auf ein Minimum heruntergefahren, doch Razgrad verpasste es, aus dieser Passivität Kapital zu schlagen.

Die Strafe folgte aber unmittelbar nach dem Seitenwechsel. Nicht mal 50 Sekunden waren gespielt, als Havard Nordtveit einen Ball nur unzureichend an die Strafraumgrenze klärte - Ludogorets-Kapitän Svetoslav Dyakov nahm die Einladung mit einem Aufsetzer aus 18 Metern Entfernung zum 1:1 an.

Rettungstat von Jorge Brown

Danach plätscherte die Partie über einen längeren Zeitraum von einer Belanglosigkeit in die nächste, bis in der 67. Minute ein Weckruf erfolgte: Nach Uths Klasse-Flanke zog im Zentrum Lukas Rupp direkt ab, Razgrad-Keeper Jorge Brown lenkte den Ball aber mit einem überragenden Reflex noch über sein Tor.

Eine ähnliche Parade war Baumann in der 72. Minute dann nicht vergönnt. Der TSG-Torhüter flog zwar spektakulär, musste aber machtlos mitansehen, wie der grandiose Schlenzer von Jody Lukoki im rechten Winkel einschlug. Wie schon beim ersten Gegentor sah Nordtveit zuvor schlecht aus, weil er, statt Lukoki zu blocken, zwei Meter Sicherheitsabstand hielt.

Zu viele Fehlpässe

Von diesem Rückschlag erholte sich die junge Hoffenheimer Mannschaft mit einigen Europa-Debütanten in der Folgezeit nicht mehr, zu viele Fehlpässe verhinderten immer wieder das Herausspielen guter Tormöglichkeiten. Am Ende war Razgrad bei diversen Kontergelegenheiten dem 3:1 sogar näher als die Gäste dem Ausgleich.

Die TSG hat nun am Sonntag (01.10.2017) die Bundesliga-Partie beim SC Freiburg vor der Brust. Der nächste Auftritt in der Europa League ist das Heimspiel am 19. Oktober gegen Basaksehir aus Istanbul.

Statistik

Fußball · UEFA Europa League · 2. Spieltag 2017/2018

Donnerstag, 28.09.2017 | 21.05 Uhr

Ludogorets Razgrad

Broun – Cicinho, Moti, Plastun, Batista Pimenta – Dyakov, Anicet – Wanderson (87. Keserü), Lukoki, Marcelinho (90.+1 Pacheco Affini) – Campanharo (80. Goralski)

2

1899 Hoffenheim

Baumann – Nordtveit, Vogt, Posch – Kaderabek (56. Ochs), Polanski, N. Schulz – L. Rupp, Zuber (56. Geiger) – Uth (74. Passlack), Kramaric

1

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Kaderabek (2.)
  • 1:1 Dyakov (46.)
  • 2:1 Lukoki (72.)

Strafen:

  • gelbe Karte Kramaric (1 )
  • gelbe Karte Batista Pimenta (1 )
  • gelbe Karte Polanski (1 )
  • gelbe Karte Uth (1 )
  • gelbe Karte Ochs (1 )
  • gelbe Karte Lukoki (1 )
  • gelbe Karte Geiger (1 )

Zuschauer:

  • 7700

Schiedsrichter:

  • Pawel Raczkowski (Polen)

Stand: Donnerstag, 28.09.2017, 23:00 Uhr

Thema in Sport aktuell, Deutschlandfunk, Donnerstag, 28.09.17, 22.50 Uhr

ch | Stand: 28.09.2017, 23:13

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